Buch 
Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
Entstehung
Seite
284
JPEG-Download
 

284

Des dritten Theils acht und zwantzigstes Lapitel _ ^

ten eine grosse Vttnge Wagen und Karr^

- Von denen alten Teutschen ihrenSchlacht-Ordnungen.

tz.17. Wenn die alten Teutschen in dasFeld rückten, so war das ihre erste Sorge,- sie einen bequemen Ort zum Lageraussuchten,das Lager aber hiessen sieHeer-stall. Dieses umgaben sie nur einen Gra-den, oder Meten eine grosse Menge Wa-gen und Karren ringsherum, daß sie da-hinter sicher seyn konten, wie hinter einenWall,und das hiesse emeWagenburg. Jh-. reSchlacht-Ordmmg bestand ausFujwöl-ckern und Reutern. Die Schlacht-Ord-nung der Fußvölcker war in Anfang einge-richtet,wie ein K cckdaß sie forne spitzig undhinten breit war. Dergleichen Schlacht-Ordnung sollendieZrancken gehabt haben,da sie in Italien mir dem Nutete stritten.Doch haben sie diese Art nicht stets behal-ten sondern cmeVerandrung,damit vorge-nommen.Sie haben auch dre gantzeArmeenicht nur in einen solchen Cuneum gestelt,sondern auch mehr dergleichen gemacht.

ß.18. Die Fußvölcker wurden unter dieReuter vermenget,und die tapfersten u.ge-schwmdestm Kerlen,die einenPftrde gleichlaufen tonten, ausgelesen, aus einen jegl.Ort hundert,welches in denen nachfolgen-denZeiten einEhren-Titul worden, car o-lus M.Der erste teutsche Kayser,machte eineviereckigreSchlacht-Ordnung, und theiltesemeArmee in drey Haussen., da in dem er-sten die bestenSoldaten,in dem andern dieFußvölcker,und in dem dritten die Reuterwarm. Es war auch noch eine andre Art,die sich also verhielt,daß ein jeglicher Reu-ter sich zu seiner eignen Wohlfahrt einenReuter aussuchte. Wenn die Reuter ver-wundet, und von denen Pferden fielm, sorerorirtm sie sich zu denen Fußgängern, diestunden um sie herum und beschützten sie.Oder wenn sie weitmarckiren musten, sohiengen sie sich an die Mahnen der Pferde,und liefen also mit denen Pferden fort. Ei-nige verbunden sich auch selbst von Jugendan,liessen ihreHaarc hangen,und denBartwachsen,biß sieihreFeinde erleget.Und die-se stellten sich allemal forn an. Wie vielcu-neivon denen Fußvölckern, sovieliurmLwaren von denen Reutern ; Eine jeglicheTurma oder Esquadron Reuterwurdk voreinenjegllchon cun-eum oderTroup Fuß-volckgeuclstdaß also LreReuterdenAnfangin der Schlacht machten. War nun dieSchlacht-Ordnung also nach ihren iur-L!,r 5 und Luneis eingerichtet, so wurde hin-

angehängt.

§.i^Bey Lieferungen derSchlacht^teten sie gerne, wenn sie nicht übereuewurden,aufden neuen oder vollen

Denn diese Zeit hielten sie vor die glucku lligsten Also finden wir bey den 'Beü.Gall, l,[.c.5o.$.4, Da LLlärbey d^ ^Gefangnen nachfragte, warum ArioV jnicht, schlagen wolle, erfuhr er, dM,Haußmutter aus ihren Weissagungen^zuzeigen pflegten, wenn es Zeit wäre,

vor den neuen Mond antraten. Sie Äsen auch einenGefangnen von demda sie mit stritten,mrt einen aus ihrerr^cke,einen jeglichen mit seinen gewöhn''^,Waffen zusammen gehn; Wer unw Mnen Beyden die Oberhand hatte,Volcke schrieben sie den vorstehenden^.,zu. Nachdern nun diese Weissagung ^schehen, musten sie zur Fahne schwttssialsdenn wurde mit denen Schalmeyt'^'Zeichen zur Schlacht gegeben. , . a

§.20. War das Feldzeichen gegeben st,ritte derGeneral herum, und ermähn'" §rien jeglichen zurTapftrkeit. SrefodssOauch wohl einen von denenFeindenmit dem sie insonderheit stritten, Ift/ihreVorfahren,und verachteten ihre oss,.de. Dergleichen Exempel findet E $dem FrontmoStratagein.l.4.c. 7.11.5.Teutscher den Römer c. Marium J&tfordert. Eben aufdieArt,wie derE^y-Goliath einen Jsraeliter zu eineu pWKanipfe heraus fordert im i.Bn^muel am xvii.

§. 21 . 3301 * derSchlacht,wenn einE^mik derPftiffe gegeben war , fiengen! ^zu singen, und mit ihren Versen eE.^zu ernmntem; Damit auch diesesSA^ein desto grösser Geräusche und Ge . ^mel gab, hielten sie die Schilder vor ^Mund,daß es einenWiedersihall ga 0 ' ^bald die Männer ihren Gesang

schrey anfiengen,fien6endieWelberau'.

ren Wagen auch greulich an zu MDie Officierer munterten dre SvmitWorten und mit ihren eigeuew^^

pel auf. DieGemeinen durften

chen oder fliehen,oder ihrensen, oder sie wurden m den Bann s» ^und durfften bey keiner geistlEweltlichen Versammlung ecfihttMtt

§.22. Sie stritten entweder

aufWagenwder zuPftrde/Wre