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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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320 Des dritten Theils sieben und dreyßigtes Lapitel

würde er,wo nicht ein mehrers,wenigstens

diß sagen: Quantum mutatus ab illo. Anstatt der Belohnungen, woran nicht wei-ter zu gedencken, bleibet gar der schuldi-ge Sold aus, und der unleidliche Hungerbringet manchen sonst braven Kerl zumBettel-Stab oder Straßen-Raub.

§. io. Die vereinigten Niederlande ha-ben eintzig und allein den Waffen ihreFreyheit und gantzes Aufkommen zudan-cken, und solle man dannenhero vermu-then, sie würden deswegen eine besondereErkenntll'chkeitvor die Mllee hegen, dochwollen die wenigsten, so in ihren DienstenBlut und Gesundheit zu gesetzt, ihnen die-sen Ruhm beylegen, sondern es beklagt sichsich vielmehr ein und der andere, daßwenn nach erfolgter Abdanckunger seinerbreßhafften Glieder wegen um eme Gran-fication angehalten, ihn die kaltsinnigeAntwort geworden: Es daure denStaa-ten der breßhafftenSoldatenUnglück,dochwaren solches die gewöhnlichen Zufälledes Krieges, welches es ieder Soldat ver-muthen müste. Wer wagt, muß auchmit Verlust zu ftieden feyn. Der Staathätte sich des Friedens nicht zu erfreuen,wenn nicht die Schatz-Cammer der Be-schwerden erleuchtert würde. Der besteRathOen man der Miliz geben könte', wä-re sparsam zu seyn, und nicht den gantzenSold zu verzehren, damit sie hernachnicht in Dürfftigkeit verfielen.

§.n. Es sind gewißlich mancherley garwichtige Gründe, so wohl in Ansehungder Soldaten, als des Staats selbst vor-handen,die einenStaat bewegen könnten,egene und besondere invaliden Häufer vordre armen dleüircen Soldaten aufzurich-ten; In Ansehung der Soldaten verdie-nen sie,erstlich, billich dadurch eine Beloh-nung und Ergötzlichkeit in ihren unver-mögenden Alter,weil das Soldaten Lebenan sich selbst sauer, mühsam, tausend Be-schwerlichkeiten und Gefährlichkeiten un-terworffen. Denn bald Hunger, baldHitze,bald Frost,bald starcke Marche, baldviel Wachen quählen und entkräfften denLeib. Blutige Treffen und harte Stür-me zerfetzen, zerstümmeln, lähmen dieGlieder, und gar das Leben, welches mansonst bey andern Unglücks-Fällen noch alseine Beut davon träget. Daß ich nichtsgedencke von der harten Begegnung, soöffters denSoldaten von ihre Officierern,Wirthen und andern wiederfährt.

§. 12, Die zweyte Ursache, wodurch

ein gerechter Printz zur BelohnungJJJvermögender Soldaten bewogen werrkan, ist wohl der geringe Sold, oer o»/manchen kaum zum nothdürfftigenUMhalt zureichet. Die grossen den der ^ _ce zrehen offt das meiste an sich, dieanokgeringen aber kommen dabey an aller»"sten zu recht. Drittens fällt billig zu ytrachten', daß die Soldaten aufheut'^Fuß keine oder wenige Hoffnung ZUger Beute haben können. VorM"hatten sie ihre Belohnung, ihrenan der Beute und die Geschencke uUjFeld-Herrn undKäyser; heutigesTaE } ßalles in andern Stand gerathen,säten etwas von Beute zu hoffen.erstlich wird die Bagage undBaan^aus dem Lager weggeschafft, eheHaupttreffen kommt.Zweytensselten eineStadt mitSturm eroberb" s,wan ein Ort nicht mehr haltbahrser den Stand von Defension gesM/'^tes zum Accord. So werden die WL(zwischen den Christen nicht mitVerbitterung geführt, daß ein V^^ssandere gäntzlich feite ansrotten,

senGüterPreiß machenwollen-^as > ^

vor Kunst-Griff gebraucht werde»Gemeinden das beste vor den N^aul' ^zufischen,oder sonst wieder abspE^emachen, ist schon denjenigen beka»A^nur ein wenig in die Krieges -gucket. .ptttd)

§. 13. Vierdtens ist der StE^sie,Danckbarkeit verpflichtet, die 7,,*#welche die Soldaten denen selbe»sen, zu erkennen, und zu belohnen- g#aufdiesen Stützen gründet sich ARuh und Sicherheit,und auswendde. Durch ihren Degen vertherU t $Staat seine Rechte rächet das wgefügte Unrecht, behauptetReiche und Länder.FünfftenseinSoldat,derzum^Treffe J»

so sehr, als um seine gesunden e ,rikommen. Wenn sie nun wisse», ^ #Landes-Herr auch schon aufdem^hl stsie gesorget, so gehen sie »oA Äiu»§ iwillig zum Treffen. Dre Pj! hilllS^beydem ietzigen Zeiten um oeu ^ wund nöthiger, weil nach Erfind"

Pulvers und Geschützes der ^gefährlicher als vor diesen,bloß Schwerd , Spießestauchte, wiebevdurch einen guten Harmsch E,wahret war ; daher kam e s aum - 0