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Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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Des dritten Theils viertzigstes Lapitel

ein. Oder schneide einen grossen Ret-tich, der noch in der Erde steckt, die Plattemit dem Kraute ab, höhle den Rettich sub-til wohl aus, decke ihn mit seiner Plattewieder wohl zu, und laß ihn über Nachtstehen, so wird er voll Wasser, ziehe miteiner kleinen Sprütze alles aus, und trin-cke dieses hernach.

2Z.

Vor das Glieder-Reisen: Rühret einwenig Venedische gantz klein geschabteSeiffein höchst reüikcjrten Brandwein,so zergehet sie in denselben bey dem Feuer.Dieses zergangene durch ein leinen Tuchgezwungen,thut man wieder in dieSchaa-len, daraus es genommen ist mit einen an-dern Brandwem, dadurch wird derSchmertz stattlich gelindert.

24.

Wieder denSchwindel wird dasStor-chen-Gemsen-und Schlangen-Fett,an dieSchlaft gestrichen, gerühmet, weil dieseThiere an hohen Klippen herum vagiren,und wegen des Schwindels nicht herabfallen. Ein Ring aus Esels-Klauen ge-macht, und an den Finger getragen, wieauch aus Gemsen-Klauen,ist dawieder

xrobst.

Vor den Schlag ist ein gut kfLlervritiv,wenn man drey Fergen nimmt, sie zu klei-nen Stückgen zuschneidet, zwey Löffeldoll weissen Senf dazu thut, es zusam-sammen in einen Mörser gantz wohl zu-stöst, daß es wie ein Teig werde, alsdenneinen Löffel voll Lavendel-Wasser, und einLoth blauen Violen-Saffr nimmt, zudem Senf und Feigen thut, und es wohluntereinander mischet, daß es wie eineLatwerge werde, es hernach in eine stei-nerne Büchse schüttet, und alle Morgensoviel als eine Haselnuß davon einnimmt.

26.

Wenn das Bluten, es sey an Men-schen,oder Vieh, auf keine Weise zu stillenist, so ninun einen Keil aus einer Sproß'sen von einer Leiter, oder sonst einen Keil,da ein Fuß eines Schemels, oder eineBanck mit eingepflöckt ist, besudele denKeilmitdem Blut, schlage ihn umgekehrtwieder in das Loch, da er vorhin gesteckt,so stehet das Blut.

r 27 .

Ein sehr gutes Remeäium vor die hitzi-

gen rocyen uno mcraioen Augen^,wenn man frischen Quarck auf 7lein schlaget, und solchen die Nacht *die Augen schlaget: Es ziehet derin ein paar Nachten dre Hitze jW %gar aus denen Augen, und wird manwahr werden, daß früh Morgens ^die Tücherlein gestrichene Quarck w r ^Leim so hart geworden. So ist

hitzigen Augen- Beschwehrungen M

des Augen-Wässerlein sehr woYlZ^brauchen : Man nimmt vor fW z(mnige Campher-Lpittrus vermischet,mit drey Pfenmge weisen Rostm^^,ser; Man hat aber dabey wohl anft##daß man solches bekomme,dazugenommen worden, und schüttetPfennige weissen Tutia herein. .JTU#alles thut man in (in Fläschgen,man es gebrauchen will, so rüttelt w ^sehr wohl unter einander und jjrjiniizu Zeiten die Augen damit.sich auch bißwerlen mit Ungarisches^ser,darinnen Fenchel eingeweichtoder mit Ritterspohren - Wasset/Blumen-Wasser, Fenchel-Waf'^ Msen RosemWasser und dergleichen $gen waschen.

28. ' 0,

Vor den Sood ist gut EA-Brodt gegessen, ingleichen derLacritzen-Safft in den Nlund gÄÄigM'und den Speichel hinunter fAndere pflegen auch Krebs-M/Ar ^beissen, oder etwas Kreide 0*schlucken, und Linderung davon r jjyren. Zwantzig Hafer-Körner

gessen, sollen den Sood völlig

Wenn das Erbrechen ausA lt #keit des Magens entstehet, so nE^tt^Rinde von einen Hausbacknen

-gen aus Krausemüntze,HE ^ #.Rosen und Wermuth f c !m überlegen. l)der geom

mzen Schaalen,oderwttsie p

gantzen Ingwer beissen.

30 . {t fa#

wieder denvexlohrnenE'