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Des dritten Theils zweyu nd viertzlgfteS Mpllel
bey denSoldaten trifft es nicht allezeit ein,sie gelangen nicht stets zu dieser Ehre nachihrem Tode, daß sie ein Tuch ins Grab be-kommen solten. Die meisten,die auf derWahlstat bleiben, werden ohne Kleiderund Hemden offtermahls beerdiget.
§. 6 6. Lerne auch bey der Anatomiedeine menschliche Schwachheit erkennen,und bedencken,daß nicht allezeit ein StückBley erfordert werde, deinen Lebens-Fa-den abzuschneiden, sondern daß auch wohlein geringes Lüfftlein von aussen,oder einegewisse geringe schädliche Materie, die inuns ist, und uns unbekandt, die Machineunsers Leibes, wenn die von GOTT be-stimmte Zeit verflossen, destruiren möge.Wenn mancher, der sich einbildet, er seyvon Stahl und Eisen, und mit aller Ge-walt in seine Natur hinein stürmet, einerSkisromischen Siiction beywohnt, so würdeer wohl sehen, daß der gantze menschlicheCörperaus gar schwacherMaterie zusam-men gesetzt.
§. 67. Du kanst auch bey der AnatomieGelegenheit haben, deine unmäßigen Be-gierde, die entweder auf die Wollust desFleisches, oder den unersättlichen Reich-thum,oder die Rachbegierde ihren Näch-sten zum Schaden, gerichtet sind, zu zah-men und zu reformireit. Mancher Ei-senfresser will mit der gantzen Welt Hän-del anfangen, wenn ihn der andere nur ei-ne Mine macht, die ihm nicht recht ange-nehm,so nimmt ers gleich vor einen solchenAffrom: auf, der mit Blute gerochen wer-den müste, und nach seinem Tode könnensich seine Knochen mit dem Knochen sei-nes ärgsten Feindes trefflich vertragen;Sie liegen in guter Ruhe beysammen.EinGeitzhalß ist auf nichts bedacht, als einStück Erdreich nach dem andern an sichzu ziehen,und nach seinemTode muß er sichmit einen kleinen Plätzgen Erde vergnü-gen. Wenn er beyder Anatomie erken-nen lernte, wie die Erhaltung der mensch-lichen Natur so gar wenig brauchte, undder Überfluß der Güter auch offters denÜberfluß in Speiße und Tranckzu Wegebrachte, diese aber den Todt beförderte,so würde er auch eine solche Reflexion zuseinen Nutzen gebrauchen können.
kümmerte sich mancher mehr umi vtk ^nerliche structur der weiblichen Theu^würde ihn dieäusserliche Gestalt rE.sehrliebreitzend vorkommen. Deri^Ort dürffre in Zukunfft manchen .schlecht seyn, ihn vor einen Sammets .alles Plaisire zu halten, wenn er 0 f ^
der anatomischenAletlrode betrachtetes)
wahrnähme, wie er mit lauterundUnfiath umgeben.
§. 69. Die allernützlichstedie sich ein jeder, sonderlich auch DGL»8oldatebgue,bey einer ansromischen 0zu machen hat, ist bflöMemento mprj ^lst zwar andem, daß es ihnen niemah^j,Gelegenheit fehlet, sich den Tod vor?'^len,da sie sich in einen solchenfinden, bey dem sie den Tod stets ^warten haben. Doch diese G.edn" ^sind bey den meisten, wenn sie mitSachen occupirt sind, als unanöftftfBetrachtungen, allzuflüchtig.
-ey den Zuschauern einer ansto-^' ^Leckion haben sie Zeit, dem Todeernsthaffter und langsamerDoch müssen sie nicht bloß denhen als den Ausgang aus diesenwelches ihnen an und vor sich sell'MMtsie nur hierbey stille stünden,sonderlichen Erbauung gereichensondern vielmehr als einen EinganA'^i'ander Leben, welches entweder mnger Freude und Glückseligkeit, oder'^wiger Marter und Pein,nach BEjvKheit ihres Glaubens und daherLebens - Wandels, würde vergehtet seyn. Sie müssen sich denDer Mensch fähret dahin,wo ereUlEbet> alsdenn in ihre Hertzen und Xg^ther fest einprägen, und sich vorgen Herrn, der nicht allein densondern auch den, der die Seele^ #ler erschrecklichste Elend, nachdemdem Leibe abgesondert, stürtzentenlernen. BeobachtensiedE 0den sie so wohl dem Christenthm^Mder Vernunfft nach, ihre #
anstellen, und sich hiedurch den ^ 5$*zeitlichen und ewigen E ^mehr und eher bahnen.
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§. 68. Insonderheit sotten die wollü-stigen Venu§-Brüder, die in Betrachtungder Weiblichen Glieder chr gröstes Ver-
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