Buch 
Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
Entstehung
Seite
596
JPEG-Download
 

t

596

GcdachmG. Zwar es erzehlec der fron-

zöische Moralisse de Montaigne en 5es Essaysl.i c.io.daß als Monsieur de Vervins jum

Tode verurtheilt worden,weil er dieSradtLolozne übergeben hatte, habe ein be-rühmter Fürst und General behaupten,wollen, daß wenn ein Soldat etwas aus jKleinmüthigkeitthue, man ihn nicht dasLeben nehmen könte, weil nemlich seinerMeynung nach der Dolus allda cessire.Aber so wohl dre Praxis der alten als neuenVölcker lehret ein anders, gestalten Xeno-

phon deReb.(jrseciaefcf$Anaxilai,Ullfo Poly-bius Libr. I. das Contrariutn erzehlM, dadieser anführet,wie die Cartbaginenser denCommendanten zu Mamerro , weil er sol-ches Schloß aus Furcht und Faulheit ü-bergeben,gecreutziget haben. Doch ist,wie ^oben gedacht, solches zu verstehen, wennman der Gewalt des Feindes nicht langerwiederstehenkan,und kein Entsatz zu hof-fen, daß man den Ort alsdenn aufgebe;Denn wenn man einen Ort nach denenKrieges-Reguln nicht länger halten kan,und gleichwohl halsstarriger Weise den-selben behaupten wolte,kan man sich leicht-lich sich und seine Soldaten aufdieFleisch-Banck opfern. Sonst könte man wohlein gantzes Heer vor einen Tauben-Haußaufhalten, wenn man gewiß wäre, daß esder Feind würde ungerochen lassen,

schreibt Michael de Montaigne en scs EssaisLib. i c.12. fb daß man eine Qüamison auchnicht durch eine schriMiche Ordre wiederKrieges-Manier biß auf den letzten Mann,wie man zusagen pflegt, sich zu wehren« biigire« sönne. Denn was wiederKrie-ges-Herkommen und Manier laufft,das istauch moraliter inpoffibel, dazu sich nie-mand obügimt lassen kan und chll; Gleich-wie es hier seine gewisten Schrancken hat,wie weit es zu extendiren oder zu strafen,!also ist es doch sicherer, und besserer vor 1sich und seine Ehre,wenn ein Commendantetwas zu vielin der ihn schuldigen vevoir»als zu wenig thut, denn in jenen Excessenhater es mir sich zu thun, da er in einer all-Mgrossen und über Gebühr gehenden De-

DeH fünfften Theil s zwantzigstes Lapitel. ^

! lenlionchravoure UNd Tapferkeitsundheit oder sein Leben verlieret; F ^letztem Fall aber, da er nemlichzu wk ^thut,hat er es mit der Welt, undderer Gesetze zu thun,da er leicht Mkre, die ihn doch aber lieber, als das rr ^seyn solte, auch öfters dieses zugleichverlieret.

Die Frage: ob ein Commendant allez^die Ordre des Feld-Herrn abzuwartender der Ordre s eines Ober-Officrew zu^riren,und ernen ihn angetrauten Play ^zugeben schuldig sey, ist folgender ezu beantworten : Wenn ihn unwe -von Feld-Herrn der Platz anvertram 1so muß er blllig keiner andern als [0eher Ordre parittn: Ist er aber mC %-als auf Befehl seines über ihn cobh» irendenOfficiersdahin gefetzt,muser^^desselben Ordre rclpediiren, und Ist u ^sen Fall allezeit daraufzu sehwwenyu ^Commando gegeben, oder nicht.denn die Erwartung der Ordre auw ^denen Belagerern eintzige Dilarion,Ermangelung des succurses sonderu^^Ruhm erlanget. Dafern des Col ^lps

rlanfrn^ (ein Mbrrihn comniandirenoef ^

XS! fl L KD T v f v * nvK . .-

JL 7 Uld-Marschalls, HerrnWrangels eingenommm^L

£, Oommendanren dastlbst gtsa..& ^ben sie, bensetbenf;

beä Stranges Ulm, <er seinen Lieutenant, welches

r!ihl tl ! c? v ^unggelassen, beordert, &selbe aufzugehen f welcher Ordre aucht^ ü Jf am J eso ^ et ' rlnd wieder WjgMatz dem Feinde autgrgADieser, wofern er vor dasKrieges-M^kommen, hat sich sihwerlich könnenentschuldigen.