Buch 
Der vollkommene teutsche Soldat, welcher die gantze Kriegs-Wissenschafft, insonderheit was bey der Infanterie vorkommt, ordentlich und deutlich vorträgt, und in sechs besondern Theilen die einem Soldaten nöthige Vorbereitungs-Wissenschafften, Künste und Exercitia, die Chargen und Verrichtungen aller Kriegs-Bedienten, von dem Mousquetier an bis auf den General; ... nebst einem Anhange von gelehrten Soldaten, Adel und Ritter-Stande, von Duellen, Turnier- und Ritter-Spielen, auch Ritter-Orden ec... / von Hannsz Friedrich von Fleming
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807
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' Wohlan ich werde'ste zu deinen Füssen leg '

! HochWodlgebohrmcHrrriichMDeinhoherGO,

Wird gegen selbige wohl noch Genad« hege»,j Weil mich die Gegenwarth auf vorge Zeiten weist.

' Da Du ein schlechtes Blat hast gnädig angeblicket/

. Daß auch mein schlechter Kiel mit an dein Jagd-Buch schrieb/

Und Dir Dein treuer Knecht demüthigst zu geschicket.

Ich that es zwar mit Furcht/ doch weil ein sondrer TriebUnd Dein mühsamer Fleiß, mich selbst darzu verpflichtet/

Ja Deine Gnade mich verbindlich hat gemacht/

So war mein blöder Sinn alsbald dahin gerichtet/

! Daß er aus Schuldigkeit ein Blatgen hat gebracht;

Nun hastu wiederum em solches Buch geschrieben/

Woraus ein Krieges-Mann das beste profitixLDu hast bey gleicher Zeit dergleichen Werck getrieben/

Und also wurdest Du vortrefflich txcercitLDie Weißheit ließ sich auch nicht wenig bey Dir blickest/

Ja ob Dir gleich Verstand schon angebohret: war.

So muste doch durch Kunst sich alles besser schicken/

Du reichstinkurtzer Zeit viel schöne Proben dar.

Drum ließ Dich auch das Glück vortrefflich avanctm,

Du stiegest/wie man sah,mit aller Macht empor.

Du wüstest recht geschickt das Volck zu exerdtttt/

Es strahlte Tapffrigkeit aus Deinen Augen ^or.

Und kurtz, drum kanstu auch dergleichen Vortheil gebe»/

| Den sich ein Officier zum grösten Vortheil macht.

Auch der Gemeine weiß nach Ordonanz, Üben,

Wann er nur mit Verstand dem kluges Werck betracht.

Du wirst von jedermann deßwegen hoch gepriesen/

Mastfchreibet Deinen Ruhm ins Buch der Ewigkeit.

Zumahl da Du es hast aus GOttes Wort bewiesen/

Daß jetzo nicht allein / sondern vor langer Zeit/

Ja vom Anfang derWelt/der Krieg schon sey gewesen/

' \Pr&fatioB % hastu es angeführt/

> Wie man im Mose schon darvon gar viel kan lesen;

! Nebst diesen hastu auch viel Bücher mehr ernt/

Allwo bewiesen wird/ daß bey Glück und Vermögen/

Die kluge Wissenschafft, ja Weißheit und Verstand/

Den allerstärcksten Feind sich kan zum Füssen legen,

Wenn diese Dinge nur recht werden angewanndt.

Will man Historien genau conßdenuw ,

Diezuder Römer Zeit, hernach geschrieben sind,

So werden sie uns auch auf solche Kriege führen.

In den man Wissenschafft, und hohe Weißheit findt.

Nun könnt ich zwar hier wohl gar viel Exempel zeigen/

Doch weil sie schon bekannt, so wirds nicht nöthig seyn,

Und also werd ich sie in diesen Blat verschweigen-Ich finde mich jetzo mit einen neuern ein. .