schon von Jugend auf außerordentliche Neigung zurMathematik hatte, verabsäumte er keine einzige Vorle-sung des Albert Brudzevius, mit welchem er auch oftin Privatunterhaltungen, über die mathematischen Wis-senschaften zu mchrcrn Stunden hindurch sich unterhielt.Sobald er nun tiefer in die astronomischen Kenntnisse einge-drungen war, und größtenteils den Fußtapfen einesJoh. Müllers von Monte Regio folgte; erlernte erauch die Perspectio, und brachte es darinne so weit,daß er alle entfernte Gegenstände, von denen er etwaslas oder nachdachte, sogleich figürlich vorbilden und sichgegenwärtig machen konnte. Im 2Zten Jahre ftineSAlters unternahm er eine Reise nach Italien, blieb eineZeit lang zu Bologna, wo er des großen DomilükllsMaria aus Fcrrara astronomischen Vorlesungen nicht nurbeywohnte, sondern auch bey dessen wiederholten Obser-vationcn ein treuer Mitgehülf und Augenzeuge war.Als er nach Rom kam, stand er in kurzer Zeit in nichtgeringerm Ansehen als sein Lehrer Regiomonlairus;er wurde auch daselbst zum Professor der Mathematikernannt, und hat im Jahr 1500 fleißige Beobachtun-gen angestellt. Einige Jahre nachher kehrte er wiederin sein Vaterland zurük, weil ihn sein Onkel L. Watzel-rode im Eanonicat der? Collegiums zu Warmeland hatteeinschreiben lassen, und Domherr zu Fraucnburg an derWeichsel worden war. Nichts destowcniger uncerticser, wenn er von andern häußlichcn Geschäften befreykwar, die Astronomie zu treiben, und den Himmel zubeobachten. Sobald er dahero bemerkte, daß die bis-herigen Meinungen der Astronomen fast alle der täglichen
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