Buch 
Geschichte der Astronomie von den ältesten Zeiten bis zu dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts
Entstehung
Seite
232
JPEG-Download
 

Erfahrung und den gemeinen Begriffen zuwicderwaren; so durchlas er alle mögliche philosophischeund astronomische Bücher, so viel er deren nur bekom-men konnte, mit außerordentlichem Scharfsinn undAufmerksamkeit durch, durchdachte die darinn aufge-schriebenen Systeme, umzusehen, ob etwa eine Ueber-einstimmung der Himmelscörper und Symmetrie desWeltcörpers herausgezogen werden könnte. Vorzüglichhielt er, durch dieses unermüdete Verfahren, zweyMeinungen, nemlich des Martianus Capella, unddie des Appollonius Pergaus, noch für die besten.Martianus glaubte dieSonne stehe zwischen dem Mondund Mars, Merkur und Venus gicngen um sie, alsihren eignen Mittelpunkt, herum, und stünden daherbald höher, bald niedriger, bald seitwärts; da er aberauch zugab, daß, wie der Mond die Sonne, so auchder Mars Jupiter und Saturn, die Erde als ihreneigentlichen Mittelpunkt ansehen, so nahm Appolloniuslieber die Sonne zum Mittelpunkt an, um welche,als um ihren Mittelpunkt, nicht nur Merkur undVenus, sondern auch Mars, Jupiter und Sa-turn, in gewiffen Perioden herum gicngen, dieSonne aber laufe wie auch der Mond um die Erde,und letztere sey der Mittelpunkt der Welt, und akerübrigen crschaffncn Cörper, woraus nachher das Tycto-nianjche System entstand. Er hielt beyde Meinungensehr hoch, weil nach beyden die Laufbahn des Merkurund der Venus berechnet, die meisten Ursachen ihrerErscheinungen erläutert, und in Erklärung der Phäio-mene der obern Planeten sie vieles Licht verbreitet-».

Tuch