Band 
Zweiter Theil.
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Chinesisches Reich.

in den höheren Gebirgsgegenden rauhe Lust, welche die Rahe von Hoch-asien verkündet. In den südlichen warmen Thälern ist, wie im Flach-lande, Indische Lust und Vegetation. Die Küsten sind den Stürmensehr ausgesetzt, besonders berüchtigt ist das Meer dieser Gegend durchdie entsetzlichsten Orkane (Typhone), welche in gräßlicher Unregelmäßig-keit mit allen Winden zugleich toben. Der reichste Theil Chinas istdaS Flachland, mit dem ämstgsten Fleiße angebauet (selbst auf Flößenzieht man Gemüse), dennoch aber nicht im Stande seine eigene gewal-tige Menschenmenge und die Bewohner des unfruchtbaren BerglandcSmit Reis und Getreide hinreichend zu versorgen; die zahllosen Gewäs-ser müssen mit Fischen und dem hier in großer Menge lebenden Was-ser- und Sumpfgeflügel aushelfen, denn die Viehzucht des Landeswill nicht viel sagen und nährt wenige; aber kein genießbarer Gegen-stand wird von den Chinesen verschmähet, und Hunde, Pferde und Esel,nicht weniger geschlachtet als das Schwein, das beliebteste Hausthierder E., welches in Menge gezogen wird. Das Hanpterzengniß desLandes ist Reis und Baumwolle, die wichtigsten Gegenstände desHandels aber Thee (1610 zuerst von den Holländern nach Europagebracht), wovon jährlich über 50 Will. Pf. ausgeführt werden, Zucker,Rhabarber, Ginseng, eine in Asien sehr geschätzte Arz n ei pfla n z e,Moschus, Kupfer, ferner ein zinkartigcS Metall, dessen Bestandtheileman noch nicht genau kennt, Pakfong, auch Tsetong genannt,Borax, Alaun, Quecksilber, lakirte Waaren, Tusche,Nanking und Porzellan. Sehr wichtig ist hier, wie in Indien,Bambus und Seide. Neben den Europäischen Hülsenfrüchten, Ge-treide- und Obstarten und Südfrüchten finden sich höchst merkwürdige,sonst unbekannte Pflanzen: verschiedene Ölpflanzen, eine Art Ret-tich, aus dessen Ruß die berühmte Tusche bereitet wird, Seifen-,Talg-, Wachsbäume, verschiedene Baumarten, welche vorzüglicheFirnisse liefern, wodurch die Lackfarben des Landes ihre eigenthüm-liche Schönheit und Dauerhaftigkeit erhalten, mancherlei Apotheker-pflanzen. Daß diese so wie die folgenden Produkte nicht allen Pro-vinzen des großen Reichs eigen sind, versteht sich von selbst; wir sindaber über die Eigenthümlichkeiten der Provinzen wenig unterrichtet;manche Gegenden sind völlig unbekannt. Das Mineralreich liefertedle Metalle, jedoch dürfen Goldbergwerke nicht bearbeitet werden,und fast alle unedle, mancherlei Edelsteine, den Lasurstein(lapis lanrrli), Steinkohlen, vorzügliche Porzellanerde, Sal-peter, Salz u. a. m. Wilde Thiere giebt es im Flachlande, derstarken Bevölkerung wegen wenig; die Gebirge haben wahrscheinlichkeinen Mangel daran; dort leben M n rm elth i cre, Moschusthiere,Gemsen, Zwerghirsche, grunzende Büffel, wilde Hunde,Bären und viele andere. Noch bemerken wir den Kormoran,Gold- und Silberfasan,, Gold- und Silberfisch; aber auchdie Zughcuschrecke. DieE. — IssOMill., sind alle MongolischenStammes. Die Mehrzahl machen die eigentlichen Chin e sen (schi-nesen), ein höchst fleißiges, aber auch verschmitztes, betrügerisches, eitelcsund gegen Ausländer lächerlich hochmüthiges Volk, kriechend demüthig