Band 
Zweiter Theil.
Seite
129
JPEG-Download
 

Sibirien.

129

SW. Ecke, wo der Ural und die Je mba fließen, neigt sich zum KaspischenS«e. Die östliche Küste, wo aber außer dem Anadir nur kleineFlüsse sind, sendet ihre Gewässer dem Östlichen Ozean zu. Drei mäch-tige Ströme fließen inS Eismeer: in W, der Obi, der im Altai ausdew Vereinigung der Visa und Katunja entsteht ^ 570 M. Ernirmmt von O. her den Tom und Tschulim, von W. her den nochgrößeren Mongolischen Jr tisch, der im Hochlande durch den SaisanSe:e fließt, mit dem Om, Jschim, Tobol (mit der Tura), Kon-dor und So swa auf und bildet bei seiner Mündung einen großenWmsen. Der Jenisei, der auch in der Mongolei entspringt —400 M.,hatt nur in O. bedeutende Nebenflüsse, die Obere, Mittlere undUmtere Tunguska, die erste mit der Uda, Oka, Jlim undAngara. Die Lena —440M., hat ihre Quellen am Baikal Ge-birge und nimmt von O. her den Witim, Olckma und Ald anmit der Maja auf. Vor ihrer Mündung ist ein Archipelagus kleinerInseln. Unter den kleineren Flüssen, die zum Eismeere gehen, be-merken wir noch den Olen ek in W. der Lena und die Jana, Ju-ki ghirka und Kolima in O. derselben. An der S. Gränze istder Argun, der die Schilka mit dem Onon aufnimmt und zumAmur fließt. Westsibirien ist reich an Seen; zum Theil gehörthierher der KaSpische und Aral See, ferner eine Menge kleinerSteppenseen; der merkwürdigste ist der 15 M. lange Tschani in derWarabinskischen Steppe. Die meiste» derselben sind Salzseen, indenen sich das Salz oft fußdick ansetzt. Ostsibirien hat nur einenbedeutenden See, den Baikal, 80 M. lang, 4 bis 10 M. breit, zwi-schen hohen Gebirgen (die höchsten sind in SO., wo der hohe Gipfeldes Chamar Dabban sich auszeichnet), mit kleinen Inseln. Ernimmt die Mongolische Selenga und viele kleine Flüsse auf undfließt durch die Angara in den Jenisei. Das Eismeer bildet vieleBusen und Erdzungen mit den Vorgebirgen Taimura, Swätoiund Schalatskoi, auch zahlreichen zum Theil erst in diesem Jahr-hunderte entdeckte Inseln und Inselgruppen. Zwischen diesen undder Küste des festen Landes, die immer mehr vorrückt (das ursprüng-liche steile Felsenufer erkennt man in einiger Entfernung vom jetzigenMeeresanfang ganz deutlich) ist daS Meer wenig tief und nur höchstenseinige Wochen im August vom Eise frei; dagegen nördlich von 76° N.ist der Ozean nie gefroren. Im Östlichen Ozean ist die 150 M. langeHalbinsel Kamtschatka mit dem Vorgebirge Lopatka, westlich da-von der Ochotskische Busen. Im S. der Beringsstraße ist dasTschuktsch isch e Vorgebirge und der Ana Kirsche Busen. —Das Klima deS Landes ist im Allgemeinen rauh, jedoch hat der S.in den W. Gegenden sehr milde Sommer, ja oft große Hitze; dagegenherrscht im N. fast beständiger Winter, so daß der Morastboden keinenFuß, selbst in Jakutsk nur 2 F. tief auflhauet; die Selenga unter50° B. ist regelmäßig bis zur Mitte deS April mit Eis bedeckt. DieKälte erreicht im Winter bei stets wolkenlosem Himmel einen furcht-baren Grad (—40 bis 50°R.), so daß Quecksilber gefriert, ist aber,da kein Lüftchen dabei sich regt, erträglicher als weit niedrigere Kälte-Bolger's Handb. 2r. Lhl. 3te Aufl. 9