Band 
Zweiter Theil.
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Asien.

grade in Europa; dagegen ist auch die kurze Sommerwärme sehr groß.Im Ganzen ist Sibirien gesund, nur in der SW Steppe herrscht bis-weilen eine verheerende Seuche, die Sibirische Pest, und in NO.der Aussah. Die Produkte des Pflanzenreichs sind natürlich nicht vongroßer Bedeutung. Ungeheure Waldstrccken von Nadelhölzern undBirken sind in O,, Ulmen, Linden und Ahorn nur in W. Mit dem70° N. hört aller Baumwuchs auf. In den fruchtbaren Gegendenbauet man viel Getreide; schöne Gartenfrüchte und Taback,in S. etwaö Wein; Obstbänme wollen nicht recht gedeihen. HerrlicheWiesenflächen und selbst in Kamtschatka noch Kartoffeln und anderesGemüse. Rhabarber, Spargel und Hopfen ist in S. wild.Selbst die Steppen sind im Frühling mit Kräutern und Blumen be-kleidet und bieten dann einen lieblichen Anblick dar. Wichtig sinddie Producte deS Thierreichs. Viehzucht ist sehr bedeutend, beson-ders unter den Nomaden der Stcppeir, wo auch das Schaf mit demFettschwanze und wilde Pferde i» ganzen Hcerden; auf dem Ural-gebirge und in O. der Kolüma lebt der Argali, in den Wälderndaö Elenthier (in W. des Jcnisei) und Hirsche und Rehe inÜberfluß, so wie Antilopen, Wölfe und Bären; auch das Dsig-getai läßt sich schon sehen und der Steinbock hauset hier noch;das wilde Schwein lebt in den Ebenen; Luchse und MoschuS-thiere in den S. Gebirgen östlich vom Jenisei; das wilde Renn-thier in N. westlich vom Jenisei; besonders wichtig sind die Pelz-thiere, die aber nicht allethalben gleich viel und gut sich finden.Bären und Wölfe sind in den Gebirgen und Waldungen überallzahlreich, Zobel schlecht in W. des Jrtisch, am besten in O. derLena, Steinfüchse am N. Jenisei, Vielfraße am S. Jenisei,Hermeline vorzüglich zwischen Ob und Jcnisei, Eichhörnchen inSO. der Lena, Marder, gut in W., Bi ber zwischen Ob und Jenisei.In O. Sibirien läßt sich sogar der Panther und in S. bisweilen derwirkliche Tiger Hochasiens sehen. In Kamtschatka bemerken wireine durch ihre Wurzelvorräthe für die Eingebornen wichtige Mäuse-art. Fische ernähren die Gewässer in unglaublicher Menge (Hä-ringe im Eismeere östlich von der Lena, Störe in der Lena, Lachs-forellen n a.), die Seeküste viele Robben, die sogar im Baikal leben.Als überaus wichtig bemerken wir den Hund, der in östlichen Provin-zen als Zugthier (man spannt 2 bis 13 Hunde vor einen Schlitten;dreizehn derselben ziehen 1000 bis 1500 Pfund; die besten Hundemachen erforderlichen Falls täglich 28 Meilen) ganz unentbehrlich ist.Höchst lästig ist im Sommer die unglaubliche Menge von Bremsenund Mücken, welche in ganzen Wolken die Wälder füllen. Reichsind die W. und S. Gebirge an Metallen, an Gold, Silber,Kupfer und Eisen; besonders merkwürdig sind die an der O. Seitedes Ural seit 1814 entdeckten Goldsandflöhe, die an Reichthum denAmerikanischen Gebirgen nicht nachzustehen scheinen, aus denen man1823 schon 4500 Pf. Gold, 1824 gegen 8000 Pf. gewann und die11,500 Arbeiter beschäftigen. Die Goldsandlagcr nehmen von Wcr-choturje bis zum Flusse Ural eine Strecke von 150M. ein. Im Ural