Band 
Zweiter Theil.
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Kaukasicn.

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Sprachen 7 Hauptarten unterscheidet, die aber in unzählige Abthei-l.ungen zerfallen. Alle gehören der von ihnen benannten Kauka-sischen Menschenrasse an, die sich hier durch besonders schönen undk räftigen Körpcrwuchs auszeichnet, daher auch der Orient von hier seineschönsten Sklavinnen holt. Manche scheinen der Sprache nach denPersern, andere den Tataren, den Finnen und anderen Völkernverwandt. Die Hauptstämme sind: Tscherkessen — 230,000; Aw-chäsen—240,000; Osseten — 150,000; Midzhegen — 160.000;L e sg ie r — 620,000; Georgier, Mi n grell er u. a.—560,000;Tataren (Nogaier nnd Tnrkmanen) — 400,000 E. Außerdiesen eigentlichen Kankasiern und Tataren leben hier besonders i» denS. Provinzen Perser; auch viele Armenier halten sich hier auf, sowie Juden, Araber nnd Parsen. Zu diesen kommen Russen,Griechen und Deutsche Colonisten. Im Ganzen mag also wohldieses Land, mit den 1828 und 1829 von Persien und der Türkeierworbenen Provinzen 3 Will. E. haben. Die Kaukasischen Nationengehören meistens noch zu den halbrohen Völkern; manche sind bloßeRäuberstämme, voll Mord- und Plündcrungssucht, daher dem Fremd-ling höchst gefährlich, wenn dieser nicht durch daS hier heilige Rechtder Gastfreundschaft geschützt wird; fast alle geschworne Feindeder Russen und manche mit letzteren in beständigem Kriegszustande.Blutrache ist uralte Sitte, die Veranlassung ewiger Fehden, so daßdie Völker eigentlich nie eines wirklichen Friedenszustandes genießen;daher die Verwilderung derselben, die nur unter Russischer Herrschaft,welche sich stets mehr befestigt, allmälig verschwinden kann. Vieh-zucht ist außer Jagd, Räuberei und Krieg, der meist nur inRaubzügen besteht, Hauptbeschäftigung, weniger der Ackerbau, der beider beständigen Furcht vor Überfällen keinen sicheren Ertrag verspricht.Fast alle Arbeit liegt den Weibern ob. Manche Stämme leben noma-disch. die meisten in Dörfern. Bergbau ist fast gar nicht bekannt;Handwerke erstrecken sich nur auf die Verfertigung von Waffen,Decken nnd Mänteln von Filz, der nöthigsten Hausgeräthe, in We-berei, Gerberei u. dergl. Nur in den Küstenstädten, deren aber in O.wenige sichere Ankerplätze darbieten, wird einiger Handel getrieben;Menschenraub und Sklavenhandel ist noch in vielen Gegen-den, wohin Rußlands Macht bislang nicht reichte, im Gange. Diemeisten Stämme sind Muhamcdaner, manche Christen, einigebeides zusammen, alle mit höchst dürftigen Religionskenntnissen, zumTheil ohne Tempel und Priester, manche wahre Fetischdiener. Ehe-mals hauseten in Kaukasten theils unabhängige Fürsten (Beis, Mur-sen u. a.), theils stand das Land unter Persischer und Türkischer Herr-schaf:, seit dem Anfange dieses Jahrh, hat aber Rußland die Bot-mäßigkeit über ganz Kaukasien erworben und durch die Friedensschlüsse1815 und 1828 sogar Theile des eigentlichen Persiens, und durch denFristen zu Adrianopel 1829 wiederum ehemaliges Türkisches Gebietdazu erhalten. Manche Fürsten haben sich durch Verträge unterworfenund genießen Pension mit Russischen Titeln, leben auch zum Theil inrInnern Rußlands und in Russischen Diensten. Die meisten Völker-