Band 
Zweiter Theil.
Seite
140
JPEG-Download
 

140

Asien.

schafte» des Gebirges sind jedoch völlig unabhängig und können kaumdurch befestigte Militairposten von Räubereien, die sie mit unglaub-licher Kühnheit unternehmen, abgehalten werden. Sie theilen sich ge-wöhnlich in Fürsten, Edle mit hohem Ansetzn und großer Macht,und in Gemeine, die arm und gedrückt nicht viel besser als Leib-eigene sind. Es giebt bis jetzt sechs eigentliche Russische Gouver-nements mit militairischer Verfassung unter einem Generalgonvernenr.

1) Grusien oder Georgien, bestehend aus den Provinzen Darrali-nien, Dachcrien, Somchccicn, dem ehemaligen Dhanat Gandscha u. a.

— 830 Q-M- 360,ooo E. Georgien war seit uralten Zeiten ein eigenesKönigreich, welches bei allen Drangsalen, die es von mächtigen Nach-kuren erdulden mußte, dennoch seine Selbstständigkcit rettete, bis KönigHeraklius 1801 sein Land an Rußland abtrat. Die eigentlichen Georgiersind Christen, zu denen auch die weit roheren Mingrclicr und Jmiretiergehören. Außer ihnen giebt cS hier viele Armenier, auch Tacaren, Per-ser und Durden. Diese Provinz liegt mitten im Lande zwischen Mingre-lien, Schirwan und Armenien, am S. Abhänge des Gebirgs, wird vomDur, Aragua, Iori, und Alazani durchströmt und bildet einen der schön-sten, bewohntesten und fruchtbarsten Theile des Landes, reich an Wein,Feigen, Granaten, Mandeln und Obst. Die Sommerwarme steigt bisweilenüber 30« R. Hauptstadt Tiflis am Kur, ehemalige Residenz der Könige,40,000 E-, unter denen viele Georgische Fürsten und zahlreiche Armenier.Cs giebt hier Griechische und Armenische Kirchen, einen Griechischen undArmenischen Bischof, auch einen Muhamcdanischen Geistlichen für die Ta-taren. Tiflis war ehemals ein schlecht gebaueter, schmutziger Ort, seit1823 ist sie aber durch Jcrmolof sehr verschönert und hat mehr Europäi-sches Ansetzn bekommen. Ausgezeichnet ist der neue Pallast des FürstenMadalow und die ungeheure Karawanserai. Der Handelsverkehr nimmtjährlich zu, und Tifiis ist ein Hauptvcrbindungspunkt zwischen Europa undAsien. Der Handel ist lebhaft und die Weberei nicht unbedeutend; amberühmtesten ist die Stadt durch ihre warmen Quellen. I» der Nähesind 5 Deutsche Lolonisten Dörfer: Neutiflis, 1810 von Würtcmbcrgerngegründet, mit 39 Familien, Alexandersdorf, 39 Familien, Marienseld,47 Familien, Llisaberhrhal, 65 Familien, Darharincnfeld, 99 Familien.

— Gandscha oder Ielisawecpol, südlich von Tiflis, 4000 E. Hauptvrteines Kreises mit den Cvlonien Annenfeld und Helenendorf. — Thelaviein freundlicher Ort mit 400 Häusern von Armeniern und Georgiern be-wohnt. — Signach, Stadt mit 1100 Häusern. Gori am Kur liegt nörd-licher im Gebirge, 1500E. Am Zusammenfluß des Kur und Aragua derOrt Mskerc, umgeben von den Ruinen der alten Hauptstadt GeorgiensMcstlerta. Große Kirche aus dem X. Jahrh. — Duscherci, freundlichesStädtchen am südlichen Abhänge des Kaukasus (Höhe—2900 F.). Zwischenden Stationen Dobi (Höhe —6600 F.) und Dairschaur Übergang überdas Hochgebirge. DerLreuzberg —8000F.—In Svmchetien sind Kupfer-