Band 
Zweiter Theil.
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Asien.

pflanzen. Die Gebirge und Wüsten beherbergen Löwen, Schakals,Hiänen. Wild, Gazellen und Strauße; unter den Hausthie-ren ist daS Pferd berühmt, das, wenn es vom edelsten Stamme ist,selbst hier wohl mit 1000 Rthlr. bezahlt wird; außerdem findet sichdas Kamel, besonders das Dromedar, das Schaf mit dem Fett-schwanze, viele Ziegen, weniger Rinder und unter dem GeflügelTauben in großer Menge. An den Küsten in O. sind Perlmu-scheln. Heuschrecken richten oft Verwüstungen an, werden ge-dörrt aber auch gegessen.

DieE.sind durchgehends Araber, nur in den Handelsstädten habensich Hindus niedergelassen. Zahlreich sind in einigen Handelsstädten dieNegersklaven. Die Ar ab er sind entweder wahre Nomaden (Bedui-nen, d. h. Söhne der Wüste), oderHalbuomaden (M a c'd i), die einen Theildes JahrS umherziehen, oder Stadt- und Dorfbewohner (Hadcsi)* **) ). DieBeduinen sind von gutem Körperbau, männlichem Ansehn, höchst einfach imEsten und Trinken abgehärtet gegen alle Beschwerden ihrer Lebensart, uner-müdlich, roh, räuberisch, aber gastfrei und nicht ohneZüge von Edelmuth, je-doch intolerant. Sie lieben ihre Wüsten und ihre Freiheit, sind nur ihrenStammhäuptern (Emirs, Schechs oder Scheikhß) gehorsam undhassen alle Städtebewohner, als Sklaven despotischer Fürsten. Vieh-zucht, hin und wieder Ackerbau durch Sklaven, Plünderung der Kara-wanen und Kampf unter einander sind ihre Beschäftigung. Gegenbestimmte Abgaben sind sie aber auch treue Führer und Schützer derKarawanen. In den Städten findet sich Orientalische Bildung, aberauch größere Werderbtheit der Sitten. Alle Araber sind Sunniti-sche Muhamedaner, jedoch hat sich eine eigene Sekte gebildet, dieder Wahabiten, die MuhamedS göttliche Sendung nicht anerkennenund durch mancherlei Eigenthümlichkeiten in Lehre und Lebensart sichauszeichnen. (Der Stifter dieser Sekte ist Scheikh Muhamcd Ab-dnl Wahabi sgeb. 1729), der den Beherrscher von Orehjeh JbnSand für seine Lehre gewann und ihn zum weltlichen Oberhaupteseiner Anhänger erklärte). Mit dem Schwerste breitete» sie ikre Lehreaus und eroberten im Anfange dieses Jahrh, das ganze Hochland, jasie drangen schon gegen die Küste vor, bis der jetzige Pascha von Ägyp-ten sie (1811 bis 1818) besiegte und zurücktrieb*"). Die Küstenlän-der stehen unter verschiedenen Fürsten. Die Araber sind ein historischmerkwürdiges Volk. Von ihren Wüsten aus haben sie sich bis zumAtlantischen Ozean und tief an der O. KusteAfrikas, selbst nach Mada-gaskar, anderer Seits bis zu den Gebirgen Mesopotamiens, am ganzenPersischen Küstenlande bis nach Indien, Tibet und der Tatarei, ja biszu den Hinterindische» Inseln ausgebreitet. Das Mittclalter sah sievon Fanatismus entflammt als Eroberer mächtiger Staaten in Afrika

*) Über die Sitten der Beduinen vcrgl. Syrien.

**) Daß die Herrschaft der Wahabiten durch den Feldzug des Paschas vonÄgypten nicht ganz vernichtet ist, leidet keinen Zweifel; wie es aber jetztmit ihrer Macht steht, darüber fehlen neuere Nachrichten ganz.