Band 
Zweiter Theil.
Seite
171
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Einleitung.

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wüstet. Wald- und zahme Bienen giebt es viel und der Seiden-bau ist äußerst wichtig; -Perlmuschel» liefert der Persische Meer-busen. Ackerbau wird mit Sorgfalt betrieben und vorzüglicher Fleißauf künstliche Bewässerung gewendet. Leider haben Bürgerkriege zuviele Gegenden verwüstet und entvölkert; Viehzucht ist in den Gebir-gen und Steppen fast einziges Geschäft. Der Bergbau ist noch inder Kindheit, könnte aber, Europäisch betrieben, sehr einträglich sein.Der Kunsifleiß ist fast wie in Indien, wenigstens in den Städtenund unter den eigentlichen Perser». Im Weben der Seide, Baum-wolle und Kamelhaare, in der Färberei, Stickerei, Metall- und Juwe-lirarbeiten, Verfertigung von Waffen, Filz, Leder, Porzellan, Holzu. a. Gegenständen hat man es zum Theil weiter gebracht, wie dieEuropäer, und zwar, wie in Indien, ohne künstliche Werkzeuge oderMaschinen. Der Verkehr mit dem Auslande ist daher sehr wichtig,meist Karawaneuhandel; Seehaudcl treiben nur Englische, Indischeund Arabische Schiffe; Russen handeln auf dem Kaspischen See. DieE. Irans, deren Zahl auf 7 bis 15 Will. angegeben wird, sind alleKa n ka si scher Abkunft, aber sehr verschiedenen Stammes. Die Mehr-zahl besteht in eigentlichen Persern und Parsen; jene reden einefeinere gebildetere, diese die alte Persische Sprache; beide sind wahreNachkommen der alten Perser und Parther. Die Parsen habe» denStamm am reinsten erhalten und auch die Religion des Zoroaster(Zerdrischt), Verehrung des höchsten Wesens unter dem Bilde desFeuers, wie sie in ihrer heiligen Schrift, Zend Avesta, enthalten ist,treulich bewahrt; sie leben von Acker- und Obstbau (in Indien sindsie Handelsleute), sind einfach von Sitten und als höchst thätige undrechtliche Menschen überall bekannt, werden aber verächtlich von denMuhamedanern Gebern, Ganern, d. h. Ungläubige (?), Je-zidis oder Ateschperes, d. h. Feuerverehrer, von Europäerngewöhnlich Feueranbeter genannt. AlS 652 der Khalif OmarPersicn eroberte und die E. zum Islam zwang, flohen die Anhängerdes alten Glaubens, die Gebern, in die Gebirge, zum Theil späternach Indien; besonders vertheidigten sie sich in der Provinz Jesd undin Kerman. Roch jetzt leben sie in mehren Gegenden. Der Persergehört zu den gebildetsten Asiaten, und Wissenschaften werden hoch ge-achtet, aber freilich stehen sie tief unter Europäischer Stufe und sindin den Fesseln deS Islam (die Perser sind Schiiten) und allge-meinen Aberglaubens; daher ist Astrologie so beliebt. Man hat aus-gezeichnete poetische Werke; die Baukunst ist nicht gering, aber Male-rei und andere Künste sind entweder unbekannt oder noch in der Kind-heit. Man erkennt den Perser für fein nnd höflich im Umgänge,lernbegierig, menschenfreundlich, aber auch für listig, heuchlerisch nndtreulos; prunkliebend wie alle Asiaten. Armenier leben in Iranali fleißige Handwerker und Kaufleute; nicht so zahlreich sind die Ju-den; starke T urkm an en st ämm e ziehen als Nomaden in denO. Steppen umher, so wie in W. die Kurden, Lirren (I s oderJhaut ist der Name aller Persischen Nomaden) n. a. Völkerschaften,die fast ganz unabhängig leben, da Wüsten cder Gebirge sie gegen