Afghanistan.
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Hochlande ganz gleich sind. Die nördlichen Gebirge verbinden Afgha-nistan mit jenem Hochlande. Das Klima ist natürlich auf dem Hoch-lande und auf den Gebirgen rauh, der Winter halt mehre Monateam und ist sehr schneereich; milder sind die Thäler nach dem Sind zu;dort nur trifft man noch Indische Pflanzen, die dem Hochlande durch-aus fehlen, wo selbst in den milden Strichen nur südenropäische Vege-tation ist. Die uralte und natürlichste Scheidewand Irans von Indien, derSind oder Iudu s, ist das größte Gewässer des ganzen Landes. Er strömtaus den Hochthälern des Himalaja nach W. her, wendet sich aber vordem Hochgebirge des Hindnkusch gegen S. und fließt dann noch 180,M. weit bis zum Meere, nachdem er außer dem Kabul, der von W.her in ihn strömt, keinen bedeutenden Fluß aus dem Hochlande aufge-nommen hat. In O. empfängt er auf hieher gehörigem Gebiete denreichen Waffervcrrath des Pund schab durch den Dschenab, Sut-lndsch u. a. Indische Flüsse. An der Nordgränzc, jenseits der Hoch-kette des Hindukusch ist der Amu mit verschiedenen Nebenflüssen; inNW. sind die Quellen des Murghab, Herirud u. a. Steppcn-flüffe, die zum Persischen Khorasan übergehen; in der SW. Wüste aberfließt ein bedeutender Fluß, der Hilmcud oder Hiudmcnd, über60 M. lang, wie der kleinere Furrarud in den 6, zur Regenzeitaber 16 M. langen Steppensee Zerrah oder Zareh, kleinere Step-penflüsse und Seen nicht zu gedenken. Die Producte sind wie imPersischen Hochlande. Wo nur Bewässerung ist sind selbst in derWüste reiche Fluren und Gärten. Die schönen Thäler haben Überflußan Wein, Pfirschen, Baumwolle, Melonen, Taback undObst; Maulbeeren werden getrocknet unter das Brotmehl gemischt.Besonders eigen ist dem Hochlande die ch.5-r kueticku; die Gebirge sindmit Wäldern Europäischer Laub- und Nadelhölzer bedeckt, diePalme wächst nur noch in den nahen Thälern des Sind. Ob M c-tallc in den Gebirgen gewonnen werde» ist nicht bekannt, aber derLasurstein findet sich; die Steppen haben Salz in ihren Seen.Wi'ehzucbt ist sehr wichtig, namentlich ist die Pferdezucht der nord-westliche» Gegenden berühmt und an Wild und wilden Thieren(Löwen, Panther) ist kein Mangel. Wichtig ist der Handel, und Ka-rawanen ziehen von den Hauptstädten nach allen Weltgegendcn hin.Pferde, Pelze, Shawls, Taback, ^rsa koeticka, baum-wollene Zeuge und verschiedene Früchte sind Hauptausfuhrartikcl.Die E. — 14Mill., sind sehr verschiedenen Stammes, Afghanenoder Patanen —4Z Mill., den Persern und Hindus verwandt, theilsvöllige Nomaden (in W.), theils in Städten und Dörfern wohnendund Halbnomaden (in O.), die nur eine Zeit lang im Jahre umher-ziehen. Sie sind Sunnitische Muhamedauer. Viehzucht und Acker-bau sind zwar Hauptbeschäftigung, allein in den Städten findet sichauch einiger Knnstfleiß; Weberei, Metallarbeiter,, Filz- und Lederbcrei-tnng werden viel getrieben. Die Afghanen theilen sich in viele anFarbe und Körperbildung verschiedene Stämme, sind kriegerisch, roh undräuberisch, aber gastfrei, bescheiden und ohne Tücke, von Farbe gelb undbraun. Sie reden eine eigene Sprache, das sogenannte Puschtu, demVvlgcr's Handb. 2r Thl. 3te Aufl. 12