Band 
Zweiter Theil.
Seite
179
JPEG-Download
 

Afganistan. 179

Siwi und Schikarpur, ansehnliche Städte in S., letztere nicht weitvom Sind. — Furrah, in der westlichen Steppe. — Sasni oder Gisni,zwischen Kabul und Kandahar, auf dem höchsten Theile der Hochebene ander großen Königsstraßc, die von Kabul über Kandahar und Herat nachPcrsien führt, das zweite Mcdinah genannt, wegen der Menge der Heili-gengräbcr, zu denen stark gewallfahrtct wird, einst die glänzende Haupt-stadt (977 —1184) des mächtigen Reichs der Gasnaviden, jetzt ein kaumkcnnbarcr Haufen von Trümmern, mit etwa 1500Häusern.— Randaharauf ebener Hochfläche, eine reich angebauete Oase in dürrerSteppe, Haupt-stapelplatz für den Persischen Handel, loo,oooL. bis 1773 Residenz desSchahs, mit vielen prächtigen Pallästcn, Moskccn und Karawanserais-

2) persische Provinzen.— Rhorasan, der westliche Theil des Staa-tes, gebirgiges Hochland, größtentheils Steppe. Die E. sind meistcntheilsPerser, aber auch Afghanen und Tataren. Hier ist eine der größten Han-delsstädte S-Asiens Herar, ioo,oooE- Sie war einst Residenz der Sul-tane von Khorasan und übertrifft an Pracht alle anderen Städte des Lan-des. Höchst reizend ist ihre Lage in einem obstreichen Thalc am Randeder Wüste. Die L. sind größtentheils Mongolischer Abkunft. Ein eigenerChan hatte hier in neueren Zeiten seinen Sitz.— Die Provinz Sedsche-stan liegt in S. der vorigen, größtentheils Steppe mit dem See Zarchund dem Flusse Hindmend, an dessen einem Arme die Stadt Dschellala,bad liegt. In S. leben schon Belludschcn als freie Nomaden.

3) Tatarische Provinz Balk, in N. des Hindukusch, bis zum Amu.Der Boden ist fruchtbar und die E-, Bucharen, Perser, Turkmanen undUsbeken, bewohnen Städte und treiben Gewerbe, Ackerbau und Viehzucht.Einzelne Stämme ziehen in den W. Steppen als Nomaden umher. DieChane des Landes stehen in geringer Abhängigkeit- Balk am Dehasch,ehemals groß und blühend, jetzt größtentheils in Trümmer, noch immerwichtige Station auf der Handelsstraße nach Buchara und dem ChinesischenHochasien. — Andere ansehnliche Städte sind Lhullum und Dundus anzwei Nebenflüssen des Amu, Andkhu, Anderab, Ghur und Thalikan.

4) Indische Provinzen. Laschmir, ein hohes Thal im HimalajaGebirge, berühmt durch Fruchtbarkeit und liebliches Klima*), da hier we-der strenger Winter, noch große Hitze, noch Stürme und Gewitter sind,vor Allem aber in der Handclswelt durch die hier verfertigten köstlichenShawls, zu denen die hiesigen sehr feinwolligen Schafe und die Tibeta-nische Vergziege den Stoff liefern. Das Thal wird vvm Behüt vderDsche-lum, einem Nebenflüsse des Sind, und tausend kleinen Verggewässcrnund Seen durchströmt; nördlicher fließt der Sind, durch eine Bergkettevon jenen getrennt. Blumen und Früchte nördlicher und südlicher Ländersind hier vereinigt. Die E. sind reine Hindus, durch helle Farbe und,

*) Die Schilderung der Reize dieses Thals soll jedoch nach neueren Reisebe-richten sehr übertrieben sein.

12 *