Ljorderindien. Einleitung.
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Gewässer schiffbar, im Hochlande hemmen Felsen ihren Lauf und bil-den zahlreiche Wasserfalle und Stromschnellcn. Furchtbar werden siedurch ihre plötzlich eintretenden Überschwemmungen, denen selbst dasWild des Waldes nicht entfliehe» kann. Dies ist die Beschaffenheitder Indischen Halbinsel. Nördlich von ihr kommen wir in ein weitesTiefland, an dessen nördlichem Rande wir den merkwürdigsten TheilIndiens finden, das Granzgebirge gegen das große Asiatische Hochland.Stufenweis steigen wir empor durch Wald und niedere Verberge biszur höchsten Gebirgskette der Erde, dem Himalleh oder Himalaja(d. h. Schneegebirge). Ein ungeheurer Gebirgswall lagert sich hierzwischen dem Hochlande Tibet und dem Ticflande Hindustan vorn Uferdes Indus gegen 300 M. weit bis zum Bramaputra; unerforscht istsein weiterer Zug in O., bekannter seine Fortsetzung in W., der Hin-dukusch. Seine höchste Kette macht die Gränze zwischen Indien undTibet; in ihr liegen die drei Riesengipfcl Dschawahir (97° O.)— 24.000F., der Dawalagiri (101° O.) —26,300 F., der Tschu-mulari (107° O.) 26,200F. *), Nördlich von dieser Kette ist dasKailas Gebirge in Tibet (95 bis 100° O.), zwischen beiden dieheiligen Seen Man assarow ar und Rawanrud 14 bis 15,000 F.hoch. Sie bilden den Mittelpunkt des Gcbirgs. Westlich davon sinddie Quellen des Sutludsch oder Satadrn und des Sind, öst-lich entspringt der Tibetanische Tsampu, am südlichen Abhänge derHauptkette der Ganges. Bergpässe führen in einer Höhe von 15,OOOF.(der Bamsore und Nitigat), ja von 17,000 F. (der Utadhura)über dieselbe. Außer den genannten Gipfeln giebt es noch zahlreicheWergspitzen, die weit über dem Montblanc stehen; den Dawalagiriumgeben vier derselben, deren niedrigster 20,000 F. mißt; in O. desDschawahir sind 27 Gipfel, deren niedrigster noch über 15,500 F.mißt (20 messen über 20,000 F.) und in W. 38, deren niedrigster16,000 F. hoch ist. Merkwürdig ist es, daß diese Bergregivnen ineiner Höhe bebauet und bewohnt sind, in welcher in anderen Länderngleicher Lage fast alles Leben ersterben ist; noch bis über 11,000 F.ist Wald, auf einer Höhe von 12,000 F. wird noch Gerste gebauet, jaGerard fand im Sutludsch Thale über 14,000 F. hoch noch ein Dorfund noch höher Rockenfelder. Schafe sind hier Lastthiere und jährlichziehen 7000 derselben durch den Utadhura Paß nach Gertok. Stufen-weis senkt sich das Gebirge durch viele Berg- und Hügelketten vonder Riesenhöhe inS Tiefland hinab. An seinem Fuße ist eine sumpfigeWaldregion, die wie ein schwarzer Saum das Gebirgsland einschließt,eine wahre Wildniß, der Aufenthalt zahlloser Thiere, Jagd- und Wei-deland, in dem der Elefant und das Nashorn in ganzen SchaarenHausen, und Tiger, Löwen und Antilopen reichliches Futter finden,eine höchst ungesunde Gegend, aus der sich zur Sommerszeit alle E.,
*) Nach neueren Nachrichten hat die Kette des Himalaja, welche das Lä'ngcn-thal des oberen Sutludsch in N. bcgränzt (im Lande Hochkananur), »ochhöhere Gipfel. An dem Spiti, einem Nebenflüsse des Sutludsch, liegen dieOrtschaften 12,000 F. ja sogar 15,000 F. hoch.