Band 
Zweiter Theil.
Seite
185
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Vorderindien. Einleitung. 185

nur noch 950 F. hohe Ebene und vergrößert sich durch die von S. undN. ihm zueilenden Flüsse zum 1 M. breiten Strome, der sich 50 M.vor seiner Mündung theilt und ein am Mecresufer 40 M. breitesDelta bildet, durch welches er seine noch weithin bemerkbare Wasser-masse in den Bengalischen Busen wälzt. Seine wichtigsten Nebenflüssesind in N. von O. nach W. Testa, Cosi, Gunduk, Gogra undGumti, in S. der Sone und Dschumna (dessen Quellen eben-falls im Himalaja, westlich vom Ursprünge deS Ganges, dessen salzigesWasser bei seinem regelmäßigen Austreten der Umgegend schadet, zumTheil mit Sand bcdcckr) mit dem Bctwa und Tschumbul; sei»westlicher Arm ist der Hngli; der östliche behält bis zur Mündungden Namen Ganges. Sein Wasser ist dem Hindu heilig und das-selbe wird nicht allein als Getränk und zum Gebrauch in den Tem-peln bis Eap Komorin verschickt, sondern Hunderttausende andächtigerPilger wallfahrten zu dem Strome, um sich in ihm zu baden, auchwohl sich zu ertränken und von Krokodillen fressen zu lasse». VonOsten her strömt der Bramaputra in einen der östlichen Armedes Gangcsdeltas. Vergebens hat man bislang nach den Quellendieses FlusseS geforscht; daß er der Tibetanische Tsampu oder Dsangbonicht ist, scheint gewiß. Nur so viel wissen wir, daß er aus denhöchsten Gebirgen hervorbricht, in denen er unter dem Namen Bor-lohit den Dihong aufnimmt. Die Natur der Gebirge scheint demVordringen zu seiner Quelle unübersteigliche Schwierigkeiten entgegenzu stellen. Der Sind oder Indus, dessen Quelle im TibetanischenHochlande in N. der Himalaja Kette liegt, durchbricht nach langemNW. Laufe in diesem Lande das Gebirge und nimmt die geradesteRichtung zum Meere. Wem Hochlande Kabulistans empfängt er nurden großen Kabul, sonst kein bedeutendes Gewässer, aber der Himala-ja sendet ihm vier große Ströme zu, den Dschelum oder Behüt,Dfchcnab und Rawi, welche sich im Tieflande vereinigen und dengrößten derselben den Sutludsch aufnehmen, der auch aus Tibetkommend, durch die Hauptkette bricht und neben 20,000 F. hohenGipfeln (R i schig ang t a ng, Porkiul, Waldung) vorüber rauschtund bei Bulas pur in die Ebene tritt, wo er den Bega aufnimmt.Der Sind fließt nicht durch weites Flachland, wie der Ganges; anseiner rechten Seite erhebt sich bald daS Brahu- und Soliman Gebirge;zur linke» ist in N. die große Wüste; nur das Land seiner oben ge-nannten Zuflüsse, das P und schab, ist an Fruchtbarkeit der Ganges-cbeue zu vergleichen; das Delta an seiner Mündung besteht zum Theilaus dürren Sandinseln. Verschiedene kleinere Flüsse münden im Bu-sen von Kutsch und Cambai. Seen von Bedeutung hat Indien nicht;an der Ostküste Dekans sind einige und auch einige salzige Steppen-:scen in der großen Wüste. — DaS Klima muß in einem Lande vonsolchr Ausdehnung schon nach den Breitengraden sehr verschieden sein,noch mehr wird dieser Unterschied durch die abwechselnde BeschaffenheitdeS Bodens erhöhet. Die Ebenen und die Thäler in S. habe» drük-'kcnd: Hihe, während die höheren Berggcgendcn, z.B. Mcißur, eine sehrrnildc Luft genießen. Hindustan leidet nur im Sommer von überiuäßi-