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Asien. Indien.
ger Wärme, die Winter sind znm Theil schon rauh, jedoch sind Schneeund Eis in den Ebenen unbekannt. Immer kälter wird das Land, jeweiter man aufwärts zu den N. Gebirgen steigt, bis man mit 12,000 F.Hohe in die Region des ewigen Winters gelangt. Höchst merkwürdigist es, daß jenseit der Himalaja Kette diese Schnecgränze sich bis 14,ja fast 16,000 Fuß erhöhet, daß 10,000 F. hoch noch Feigen reifenund 11,000 F. hoch noch völliger Getreidebau ist. Eine merkwürdigeErscheinung sind die Monsoons (ßuhns) oder Moussons, Winde,welche regelmäßig von SW. während unserer Sommermonate, von RO.in der Winterszeit wehen und einen auffallenden Wechsel der Witte-rung veranlassen. Der SW. Wind drängt die von den Ausdünstun-gen des Meeres schweren Wolken gegen die W. Küste Malabar, wodieselben von der Kette der GatS aufgehalten und gezwungen werden,sich ihrer Feuchtigkeit zu entledigen, was oft stromweis geschieht. Wäh-rend dieser Zeit hat das Innere der Halbinsel ruhige und trockne Luft.Im Oktober erheben sich aber furchtbare Stürme und entsetzliche Ge-witter, unter welchen die Monsoons gleichsam mit einander zu kämpfenscheinen, bis endlich der NO. Wind allein herrscht, welcher nun dasganze Land reichlich tränkt, während welcher Zeit Malabar ohne allenRegen ist. In der trocknen Zeit werden aber die Küsten des Tagesüber durch Seewinde gekühlt. Indien hat, einige Sumpfgegenden aus-genommen, allethalben gesundes Klima, an welches sich bei vorsich-tiger Lebensweise auch der Europäer leicht gewöhnen kaun; dieHochländer Dekans haben eine völlig Europäische Luft und sind daherder Zufluchtsort der Europäer aus dem Küstenlante, wo die Hitzeeinen hohen Grad erreicht. Die furchtbare Asiatische Brechrnhr(0 Irol er- u) wüthet seit 1817 in einigen Gegenden schrecklich und raffte1817 bis 1819 hier 3 Mill. Menschen weg (1821 hatte sich diesesÜbel schon bis nach Persien verbreitet, 1825 zeigte sie sich in Astrachan,Arabien, Syrien und Zypern, 1830 in Rußland, 1831 in Polen, Un-garn, der Türkei, Deutschland, Ägypten, 1832 in England und Frank-reich, 1819 in Malakka, 1820 in Cochinchina und Tvnking, 1821 inChina; auch nach Hochasien ist sie vorgedrungen.) Der schrecklicheAussatz (Elephantiasis und Leontiasis) kommt unter den Eingebornmhäufig, selten bei Europäern vor. Erdbeben kennt Indien wenig,1819 fand ein solches und zwar sehr heftig in NW. Statt, wodurchganze Städte in Kutsch zertrümmert wurden; in einigen Gegendensind leichte Erdstöße nicht sehr selten; auch die Riesengipfel des Hi-malaja erbeben bisweilen mit entsetzlichem unterirdischen Krachen. WonWulkanen hat man keine Spur gefunden. — Unendlich reich ist hierdie Natur; die Aufzählung aller nützlichen oder merkwürdigen Erzeug-nisse derselben unmöglich. Reis ist Hauptproduct; die höheren Ge-genden haben aber auch Europäisches Getreide, selbst Kartof-feln, die man immer mehr schätzen lernt und im kühleren Berglandestark bauet; dazu kommen die Europäischen Südfrüchte; ja in denkälteren Gegenden unsere gewöhnlichen Obstarten; ferner Ananas,KokoS-, Dattel-, Sago-, Areka- u. a. Palmen, Pisang,der Mangobaum, der Ban ianenbäum, Eben- und Santel-