Band 
Zweiter Theil.
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Asien. Indien.

den zahlreichen Edelsteinen Dekans bemerken wir den Diamant undRubin; Quell-, Stein- und Seesalz, Salpeter, Schwe-fel, Steinkohlen, Marmor.

Die Zahl der E. steigt auf mehr als 13V Will. Die Mehrzahl machen dieHindus aus; sehr zahlreich sind dieAfghanen (Patanen) und andereMuhamedanische Völker, welche in einem großen Theile Indiens der herr-schendeStamm sind; außer diesen leben hierzerstreut Parsen, Armenier,Araber, Fremdlinge aus allen Nachbarländern, Juden undEuropäer, besonders Engländer (40,000) und Abkömmlinge(Mulatten) von Portugiesen, Engländern und Hindus, derenZahl sich stark vermehrt; auch hier, wie in Hinterindien und auf denInseln, will man Reste der Urbewohner des Landes AfrikanischMalaiisch en Stammes, z. B. die rohen Bihls (auch die Pariahs?),gefunden haben*). Die Hindus (sie selbst nennen sich HindniS),von Gestalt schlank mit sehr zarten Gliedern, haben in der Regel einemehr oder weniger gebräunte Hautfarbe, die aber in den höheren Klas-sen, vor Allem beim weiblichen Geschlechte, oft in Europäische Weiße,bei den niedrigsten in eigentliche Negerfarbe übergeht. Sie sind wahreKaukasier. Unzählig ist die Menge ihrer Stämme und Völkerschaften,die an Körper, noch mehr am Geiste sehr verschieden und zum Theil,wie die Siks, von nicht reinem Hindustamme sind. Während der ge-bildete Wramine nicht selten mit Europäischen Wissenschaften be-schäftigt ist, lebt der Goand im Vindhia Gebirge als Wilder in thie-rischer Nohhcit und zahlreiche andere Stämme der Gebirge Dekanssind fern von aller Cultur der Städtebewohncr. Die Hindu redenalle eine Sprache; aber in vielen oft sehr abweichenden Dialekten,deren gemeinschaftlicher Stamm die Sanskritsprache ist, jetzt ausdem Leben verschwunden, aber in den heiligen Schriften der Hindusnoch fortdauernd und daher von den Priestern und Gelehrten nochimmer eifrig erlernt. Die Persische Sprache ist unter den höherenStänden sehr verbreitet und selbst zum Theil öffentliche GeschLfts-sprache. Der allgemeine, freilich in vielen Gegenden längst ausgearteteCharakter der Nation ist Sanftmuth und Geduld, dabei aber beimanchen Stämmen höchst kriegerischer Sinn**). Diesem Hanptzngeentspricht auch die Religion des Hindu, die Braminischc. Sielehrt ein höchstes göttliches Wesen, welches sich dreifach als Brama(Schöpfer), Wischnu (Erhalter) und Schiwen (Zerstörer der Welt)darstellt, ist aber durch die Personification der göttlichen Eigenschaften,die selbst bildlich zum Theil als Ungeheuer in den Tempeln (Pagoden)

*) Höchst wahrscheinlich sind alle die rohen Raubervölker des nördlichen In-liens Urbewohner des Landes, welche von den jetzt herrschenden wahrschein-lich aus Norden cingcwanderten Stämmen besiegt und in Gebirge undWälder gescheucht wurden.

") Selbst in Bengalen, sagt Bischof Heber, giebt es Distrikte, in denen dasBrennen, Hauen, Stehlen und Morden so stark wie irgendwo in der Hci-dcnwclt im Schwange geht.