Hi'ntenndicn. Westl. Inseln. Andamanen, Nikobaren. 219
XVII. Jahrh, durch die Niederländer verdrängt, welche in denmeisten Gegenden jetzt die herrschende Ration sind, seitdem 1824 dieEngländer ihnen fast ihre sämmtlichen Gebiete abgetreten haben.Die größte Insel ist uns noch ganz unbekannt und von manchen an-deren kennen wir auch nicht viel mehr als die Küste. Alle sind imInnern gebirgig; viele enthalten furchtbare Vulkane. Das Klimaderselben ist im Innern, so weit wir wissen, gesund, dagegen sind dieflachen, oft sumpfigen Küstenstriche ein wahres Grab der Europäer.Fruchtbarkeit scheint allen eigenthümlich und die tropische Pflanzenweltzeigt sich in Wäldern und Thälern in voller Pracht; nicht weniger dasThierreich, was wahrscheinlich alle Geschöpfe des festen Landes enthält.Edle und unedle Metalle so wie Edelsteine fehlen nicht. Die E. sindvon zwei Hauptstämmen: negerartige Ureinwohner und Ma-laien; letztere sind aber fast allethalben als Eroberer aufgetreten undhaben die ältesten Bewohner ins Innere zurückgedrängt. Zu diesensind die Chinesen gekommen, welche sich in den Seestädten ingroßer Menge aufhalten und thätige Ackerbauer, Handwerker und Kauf-leute sind. Zahlreich sind in einigen Gegenden die PortugiesischenMulatten. Won Europäern leben hier sonst nur Niederländer,Spanier und Engländer; Spanier auf den NO. Inseln, Eng-länder auf einigen kleinen Inseln in W.; zahlreicher sind die Nieder-länder in den südlichen Theilen. Der größte Theil der E. lebt invöllig rohem Zustande, die Malaien besonders sind als grausame See-räuber berüchtigt und dem Handel sehr gefährlich, dieselben sind abergroßentheils schon Muhamedaner und dadurch im Besitz einigerCultur. Hinlängliche Spuren beweisen es, daß die großen Inseln inSW. einst eine weit höhere Bildung besaßen. Das Christenthumverbreitet sich nur sehr langsam. Mehr als die Hälfte des ganzenJnselgebicts ist den Europäern noch ganz unzugänglich und meisten-theils unbekannt, unter unabhängigen einheimischen Fürsten; die süd-lichen nnd östlichen Inseln sind zum Theil oder ganz den Europäernunterworfen.
I. Die westlichen Inseln- s) Die Andamanen. Sie liegen derEnglischen Provinz Lcnasserim gegenüber, zwischen 10 und 12° N. undbestehen aus zwei größeren und mehren kleineren Inseln, sind gebirgig,stark bewaldet, besonders reich an Tikholz, von völlig rohen Menschen be-wohnt, die mit dem Hintcrindier Ähnlichkeit, aber Wollhaar haben. DieInsel Grostandaman ist etwa 30 M. lang, 4 M. breit. Die Engländerhaben 1793 an der NO- Küste den schönen Hafen Eornwallis in Besitzgcnemmcn, als Station für ihre Indische Seemacht während der stürmi-schen NO. Monsuns und als'Aufbewahrungsort für Verbrecher aus In-dien. Eine frühere Niederlassung in porr Lharam ist aufgegeben.
b) Die Nikobaren, südlich von den vorigen, zwischen 8 und 10° N.,eine Zahl kleiner Inseln, die von einem Malaiischen Stamme bewohntsind Die Insel Sroßnikobar ist — 12 bis 15Q-M- DicNiederlassun-