Band 
Zweiter Theil.
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231
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Japan. 231

völkerung der Hanptinseln ist, »ach der Cultur des Bodens zu urthei-len, sehr stark und der Verkehr im Innern durch die schönsten Land-straßen erleichtert. Mit dem Auslande ist aller Handel verboten;nur eine gewisscZahl Chinesischer und Niederländischer Schiffedürfen unter strengen Vorsichtsmaaßrcgeln einen einzigen Hafen besu-chen. Die Verfassung ist Despotismus, der nur durch den Ein-fluß des Religionsoberhauptes etwas gemildert erscheint, und eineArt vonLehnssystem. Fast das ganze Land besteht auS Vasallenstaaten, derenerbliche Fürsten, so wie der übrige Adel, bestimmten Tribut gebenund ein Heer stellen. Ehemals herrschte der sogenannte Dairi So-ma, oder Kin Rei, das Haupt der Ssinto Religion, als oberstergeistlicher und weltlicher Gebieter. Die weltliche Macht besitzt aberschon seit 1585 der Knbo Soma, dessen Vorfahren als Oberfeld-herrn die Gewalt an sich rissen, dem Kin Rei aber noch so großeMacht übrig ließen, daß von ihm alle Religionssachen abhängen, inweltlichen Dingen kein Gesetz ohne seine Zustimmung abgeändert wer-den darf und daß gerade die angesehensten Vasallenfürsten ihm nn-tregeben sind. Staatsmittel erben von Vater auf Sohn fort*). DieHauptinsel» sind:

r) Nipon, die größte, in der Mitte liegend, über 110 M. lang.Hauptstadt Dscheddo, au Größe mitPcking zu vergleichen; allein dcrkvnigl.Pallast soll 2^M. im Umfange haben. Die Häuser sind sehr leicht ge-batikt und nur ein Stockwerk hoch; jede Straße ist durch Thore verschlos-sen. Residenz des Kubo Soma.— Miako, eben so groß, ist Sitz desDairi Soma.— Dsakka und Rwana, zwei große See- und Handelsstädte.

2) Schikoko vdcrSikof, südlich vvnNipvn und viel kleiner. Haupt-stadt Awa.

3) Liusju oder Schimo mit der blühenden Seestadt Nangasaki, de-renHafcn allein Niederländer und Chinesen besuchen dürfen. Der Aufent-halt der ersten ist auf einer kleinen Insel Desima, wo sie in strenger Auf-sicht, gehalten werden.

4) Tschika oder Jeffo, durch die Straße Sangar von Nipon, durchdie Straße la peyrouse von Sachalin getrennt; wenig bewohnt. Mats-mai, ein Hauptort. Auch Lurilcn wohnen hier an der Küste, die soge-nannten Aiuos, ein völlig rohes Fischcrvolk, aber ausgezeichnet durch un-verkennbare Herzensgüte und gegen Fremde zuvorkomuiend freundlich undredlich. Auch auf der Halbinsel Saghalien giebt es noch Japanische Nie-derlassungen, so wie auch die Kurilischcn Inseln Runaschir u. a. hierhergehören.- In SO. von Nipon liegt eine steile Fclscninsel, Farsirsio,Aufenthalt für Staatsverbrecher. Vielleicht stehen auch die Aieukieu In-seln, von denen bei China die Rede war, unter Japanischer Herrschaft.

*) Vollständigere Nachrichten haben wir jetzt von Siebolv zu erwarten, dereinige Jahre lang im Lande selbst verweilt hat.