Band 
Zweiter Theil.
Seite
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2Z4

Afrika.

Gefrieren deS Wassers ist. Den höchsten Grad erreicht die Wärme inden Sandwüsicn. DaS Jahr theilt sich allgemein in eine stürmischeRegenzeit, deren Dauer (3 bis 9 Monate) und Stärke aber sehrverschieden ist lind von der Lage der Länder und der Beschaffenheitihres Bodens abhängt, und in die trockene Zeit. Die Regenzeittritt in der Regel dann ein, wenn die Sonne hoher zu steigen beginnt,also in N. des Äquators während unsers Sommers, im S. wäh-rend unsers Winters. Herrschend ist in N. der Ostwind. HeftigeSturme, Tornados, Travaten, an den Küsten und Inseln.Erdbeben sind nicht unbekannt, aber Vulkane kannte man bislangauf dem festen Lande gar nicht; erst 1828 entdeckte man den feuer-speienden Sambi in Unterguinea. Zu bemerken ist in den Wüstender glühende Samum oder Chamsin, auf der Westküste der dürre,aber nicht schädliche Harmattan. — Afrika hat keineswegs AsiensProductenreichthum, da es fast nur auf die Erzeugnisse tropischer Ge-genden beschränkt ist, dennoch liefert es wichtige Handelsartikel. DieHauptnahrungöpflanzen sind Reis, Getreide, Mais, Hirse undDatteln, dazu in einigen Gegenden Maniok, Jams und Ba-taten. Ferner liefert das Pflanzenreich Pfeffer u. a. Gewürz-pflanzen, Spezereien, Aloe, Kaffee, Zuckerrohr, Baum-wolle, Indigo, Ebenholz, alle Arten Südfrüchte, viele Ar-ten Palmen, Färbe- und Tischlerhölzer, Wein, Gummi,Sennesblättcr u. a. Der hiesige Elefant ist verschieden vondem Asiatischen und wahrscheinlich nirgend gezähmt, das Nas-horn hat zwei Hörner, die Tigerarten sind den Indischen anGröße nicht gleich; dagegen sind Löwen, Hiänen, Flußpferde,Krokodile, Schakals, viele Antilopen und Gazellen, Af-fen und Strauße, große und giftige Schlangen und Schild-kröten hier recht zu Hause. Ganz eigenthümlich diesem Erdtheileist die Giraffe, das Zebra, Quagga und Gnu. Esel, Rind,Schaf und Ziege sind in allen bekannten Gegenden Hansthicre, dasKamel und Pferd wohl nur in der Nordhälfte, das Schweinscheint allethalben verachtet. Unter den Vögeln sind außer dem Fla-mingo, Papagei viele mit dem schönsten Gefieder, wenige mit an-genehmer Stimme. Termiten sind hin und wieder wahre Landplage,Waldbienen sind in großer Menge, und die Znghen schrecke rich-tet in vielen Gegenden große Verwüstungen an. Wichtige Koral-Icnfischerci an der Rordküste, aber nirgend Perlen. Das Mine-ralreich liefert Gold in Menge, auch Silber, Kupfer und Ei-sen, Steinsalz, Salmiak, Natron, Ambra, aber noch hatman keinen Edelstein gefunden. — Nur zwei Menschcnstämme fin-den sich ursprünglich hier: in der S. Hälfte der Neger, in der N. Hälfteder zu der Kaukasischen Raffe gehörende Berber. Zwischen beide hatsich in N. und O. der Araber eingedrängt. An Bildung hat sichkein Volk hervorgethan. Berber und Neger sind noch völlig roh; nurAusländer (Araber und Europäer) haben in einigen Gegenden etwasCultur verbreitet. Arnr ist die Geschichte Afrikas, denn, wenn gleicheinige Länder (Ägypten, Nubie») schon im höchsten Alterthume bekannt