Band 
Zweiter Theil.
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Einleitung. . Habesch.

waren und die Trümmer ihrer ungeheuren Bauwerke Zeugen einerhohen Cultur sind, so liegt doch fast das ganze Übrige gänzlich außer-halb der Geschichte, und welche Geschichte könnte auch der Neger, dernoch seht ohne Schrift, ohne Religion, ohne Verfassung lebt, haben?Zwischen dem Neger und Kaukasier macht die S. Gränze der großenWüste ziemlich dieScheidnngSlinie. DieNege r , die in dersüdlichen Hälftewohne», sind alle Ureinwohner, in den verschiedensten Stämmen, meisten-theils Fetischanbeter, der geringeren Zahl nach Muhamedancr, durchgehendsroh, Ackerbauer, die auch schon den Ansang in manchen Handwerkengemacht haben, zum Theil in wenig geordneten Staaten lebend, zumTheil in Horde» umherstreifend, von sehr verschiedenem Charakter, sanftund gutmüthig, aber auch noch thierisch wild, als Sklav Handelswaareselbst noch des Curopäers, trotz des gesetzlich von allen Nationen Eu-ropas aufgehobenen Sklavenhandels. Die Kaukasier sind theilsUreinwohner; dahin gehören die Berbern (Brebern, Barabras)Kabileu, Tibboö und Tuariks in den N. Gebirgen und Wüste»,die Kopten in Ägypten, Nubier und Habesch iner. Eingewan-dert sind die Araber und deren Abkömmlinge die Mauren, erstereim ganzen Osten, letztere in der Berberei und der Wüste. Außerdemleben hier Judön, Türken und in den Handelsplätzen, Colonicnnnd Inseln mancherlei Europäer. Unter den MuhamedanischenStädtebewohnern ist hier und dort schon eine gewisse Bildung durchden Islam verbreitet. Die Kopten und Habeschiuer sind die rohestenChristen. Mit Ausnahme weniger Europäischer Gebiete (kein Erd-theil ist bislang den Europäern so wenig zugänglich gewesen alsAfrika) herrscht allethalbe» Despotismus, zum Theil im furchtbarstenGrade, oder völlige Verfassungslosigkeit.

Habesch.

Wir begreifen unter dem Namen Habesch oder Abyssinicndas gewaltige Hochland, welches in völlig unbekannter Ausdehnungnach W. und S., westlich von der Straße Bab el Mandeb liegt undsowohl die östlichen Nilquellen, als den Ursprung zahlreicher anderergegen S. und O. strömender Flüsse, die Wasserscheide des Mittelmee-res und Indischen Ozeans, enthält. Wahrscheinlich ist Habesch nurder nordöstlichste Theil des großen Hochlandes des innern Afrikas, wel-ches sich dort bis 5 oder 6° R. erstreckt, hier aber bis 12° N. vorzu-rücken scheint. Ein großer Theil selbst dieses östlichen Abschnitts ist»och sehr unbekannt; bedeutende Landstriche haben wir jedoch durch dieEngländer Bruce (1770), Salt und Valentin (1805 und 1810)näher kennen gelernt. Das eigentliche Hochland ist das Land Nareaund Kaffa (8 bis 9° N. 53 bis54O.), in S. von einer Gebirgskettebegränzt, an deren S. Fuße der Zibi oder K ibi (vielleicht der Quell-strom des Quilimanci) entspringt. Noch »»gemessen ist seine Höhe;