Berbern.
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Bon.37°10'N. Cap Razat oder Ras Sem — 33°N. FesteGränzen gegen die Wüste giebt es gar nicht und daher kann an keinegenaue Angabe des Flächeninhalts gedacht werden. DaS Gebirge deßLandes ist unter dem Namen Atlas schon im Alterthume bekannt.Die Hanptkette beginnt in SW. im Cap de Geer und zieht dannin NO. Richtung fort, verliert aber in seiner östlichen Wendung dieGestalt einer Gebirgskette und wird zu einem breiten Berglande, des-sen einzelne Züge wir gar nicht kennen, denn noch kein Europäer isttief ins Innere vorgedrungen; daher ist der größte Theil der Berbcreiuns ganz unbekannt. Wir wissen nur, daß die höchsten Gipfel desGebirgs in dem westlichen, von S. gegen N. streichenden Zuge dessel-ben liegen, daß sie beständig mit Schnee bedeckt sind, also über 11,000 F.hoch sein müssen (ein Augenzeuge schätzt sie auf 13,000 F.), daß derW. Hauptkamm nur schmal und steil ist, von engen tiefen Schluchtendurchschnitten. Die niederen Ketten, der Kleine Atlas genannt,welche daS Hanptgebirge in N. umschließen, sind bis zu ihren Gipfelnbewaldet und angebauet, bilden höchst reizende fruchtbare Thalgründezwischen sich und werden von eben so fruchtbaren Ebenen unterbrochen,zeigen aber in vielen Gegenden dieselbe zerrissene Gestalt und dieselbenengen Schluchten, die man als Bergpässe benutzt. In S. und O.scheint das Gebirge steil zur Ebene abzufallen, zu dem sogenanntenBiledulgerid (dulscherid), d. h. Dattelnland, einer bis 80M.breiten Steppe, mit seltenen Quellen, noch weniger fließenden Gewäs-sern, ohne Regen. Einige ansehnliche Flüsse, der D rah a, Tafilel t,Zis, Ghir, kommen aus dem Gebirge, verlieren sich aber in Sumpf-seen und sind, wie fast alle Steppengewässer, salzig. Reicher bewässertist das Bergland, aus dem zahlreiche Flüsse dem Meere zueilen, aberkeiner derselben ist schiffbar. Die ansehnlichsten sind in W. der Nun,Morbea, Sebu; inR. derMnlvia, Schellif und Medscherda.Auch verschiedene Seen giebt es im westlichen Theile, den Titteri,Schatt, die beiden Seen von Biserta und den Lowdea, letzterer,der größte, soll 15 M. lang, aber fast Sumpf sein. Der Boden istvom Gebirge bis zur Küste fast allethalben höchst fruchtbar und imDurchschnitt gut angebauet; wo nur Bewässerung ist liefert der Acker-bau den reichsten Ertrag, und schon im Alterthume waren Numidiensgesegnete Fluren berühmt; selbst die Steppe wird fruchtbar sobald Was-ser den dürren Sand tränkt; daher auch dort an Bächen und Quelleneinträgliche Palmenhaine. Das Klima ist sehr warm, wohl gar bis40° R„ der Sommer fast ohne Regen, der erst im Septbr. den Bodenzu erquicken anfängt, aber oft nur abwechselnd einige Tage lang dauere.Die Gebirgsgegenden haben mildere, ja in den höheren Thälern rauheLuft, so daß der Winter die Bergbewohner zum Theil in die Thälertreibt. Die vier Jahreszeiten kennt man hier nicht mehr, denn selbstdie Wintermonate haben die mildeste Luft. Eis und Schnee sind inden Ebenen unbekannt und selbst im westlichen Atlas (der östlicheerhebt sich nirgend zur Schneelinie, wahrscheinlich nicht über 7000 F.)sind nicht ganze Bergzüge, sondern nur einzelne Gipfel mit bestän-digem Schnee bedeckt. Erdbeben sind häufig und haben schon öftersBolger's Handb. 2r. Lhl. 3te Aufl. 17