Band 
Zweiter Theil.
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Afrika.

ganze Städte vernichtet; anch die Pest gehört zu den Plagen der Lan-des, obgleich die Lust fast allethalben sehr gesund ist. — Das Thier-reich enthält wohl mit Ausnahme des Elefanten. Krokodils, Nashorns,Nilpferdes, der Giraffe und einiger anderer, alle bekannte» Afrikani-schen zahmen und wilden Thiere, besonders schöne Pferde und Esel,das Kamel, das Schaf mit dem Fettschwanze, den Büffel, imGebirge den Bären, in den Wüsten den Strauß; Wild ist inMenge vorhanden. Die Küste ist reich au Korallen; wilde Bie-nen liefern viel Honig und Wachs, Heuschrecken richten aber oftgroße Verwüstungen an und die Wälder beherbergen viele Schlau,gen arten. Getreide wird in Überfluß gcbauet; Baumwolle,Wein, Öl, Südfrüchte, H ü lsen frü chtc, Korkeichen, eß-bare Eicheln, selbst Europäisches Obst giebt es in Menge; auchdie Färbepflanze Henna wird gcbauet; einige Provinzen besitze» einenauszeichnete» Reichthum an Datteln. Die Gebirge enthalten einenSchatz von Metallen, Gold, Silber, Quecksilber, Kupfer,Eisen und Blei würde in Menge gewonnen werden können, aberaus binkundeim Bergbau wird nur wenig davon benutzt; Salz liefertdas Meer, Landseen und Quellen.— Die E. gehören alle den Ka »la-siern an und sind: u) Ureinwohner, die Berbern und Kabi-len, in SW. Sckellus genannt, ein kräftiges, freiheitsliebendesVolk der inneren Gebirgsgegenden, roh, jedoch nicht ohne alle Indu-strie, in Dorsschaftcn vereint und Ackerbau und Viehzucht, nebenherauch Jagd treibend, nirgend Nomaden, sondern stets in festen Wohn-plätzen, zum Theil in Höhlen lebend; jedoch verlassen einige Stämmeim Winter die höheren Gebirge. Sie sind Muhamedaner, in vieleStämme getheilt, die unter Scheiks stehen, theils unabhängig, theilsden Herrn des Landes unterworfen. Sie sind die ächten Nachkommender alten Numidier, Mauretanicr rc. und ihre Stammgenossen findensich unter verschiedenen Namen in der Wüste und an den Ufern desNils. d) Ein gewanderte Araber, die als Mauren (wahr-scheinlich aus der Vermischung mit Berbern und Negern entsprossen)in Städten und Dörfern feste Wohnsitze haben, als eigentliche Ara-ber oder Beduinen besonders in den Steppen und Ebenen noma-disch umherziehen und unter Zelten leben; beide Muhamedaner, eben-falls roh, jedoch des Lesens und Schreibens kundig und mit Schulenversehen. Außer diesen Völkerschaften finden sich noch Türken, ineinigen Staaten Herrn des Landes, daher als Beamte, Soldaten, jedochin geringer Zahl zerstreuet. Die Nachkommen der eingewandertenTürken, Koloris oder Kolulis, stehen noch immer in höherem An-setzn als der Maur. Neger sind als Sklaven und Freie in großerMenge; auch Juden finden sich in den Städten als Kaufleute undHandwerker zahlreich, aber sehr verachtet und gedrückt; ein neuererReisender fand im Atlas ein Volk, die Tschillaß, die zum TheilJüdischen Ürsprungs sind. Europäer leben in den Seestädte» alsKaufleute und Handwerker, zum Theil als Sklaven. Die wissen-schaftliche Bildung bedeutet nicht viel und steht hier tiefer als in derTürkei. In den Schulen wird der Koran gelesen; weiter reicht die