Band 
Zweiter Theil.
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Berbcrei. Marokko.

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Gelehrsamkeit nicht. Die Industrie ist in einigen Städten nicht un-bedeutend, beschränkt sich aber wohl nur auf Weberei, Gerberei undMetallarbeite»; die gewöhnlichen Handwerke werden schlecht betrieben,selbst die Schiffe meistentheils von Europäern erbauet. Die Spracheder Mauren und Beduinen ist ein verdorbenes Arabisch; die Berbernhaben eine ganz eigenthümliche Sprache. Die Berberei einst Römi-sche Provinz, dann dem Griechischen Kaiserthnnie unterworfen,ward um 647 von den Arabern, vor denen die Eingebornen größten-theils in die Gebirge flüchteten, erobert ES entstanden verschiedeneStaaten. Diese lebten, seitdem die Spanier sich gegen ihre ArabischenHerrn erhoben, mit ersteren fast immer im Kriege und kaperten Spa-nische Schiffe; seit dem XVI. Jahrhundert wurde der Seeraub aufalle Christlichen Schiffe ausgedehnt. Damals sehte sich ein kühnerTürkischer Seeräuber Horuk, unter dem Name» Barbarossa be-kannt, in Algier fest und unterwarf sich verschiedene Provinzen.Nach seinem Tode (1519) erkannte sein Bruder Schereddin die Ho-heit des Türkischen Sultans an und erhielt den Titel eines Paschaund ein Heer Janitscharen. Späterhin wurden auch Tunis und Tri-polis dem Sultan unterworfen und die Türkische Herrschaft dadurchvollends befestigt; jedoch herrschten die Paschas und seit 1710 die vonden Soldaten gewählten Deis (Weis) nebst ihrem Divan unum-schränkt, und die Verbindung mit dem Sultan ward immer lockerer,so daß man jetzt diese Staaten als in der That ganz unabhängig be-trachten kann. Marokko hat nie mit der Türkei in Verbindunggestanden. Seit dem Ende des XVII. Jahrh, war zwar die Macht dieserRaubstaaten sehr gesunken, ihr Übermuth durch Europäische Flottenmehrmals gedemüthiget und ihr Raubsystem besonders durch die Eng-lische Expedition 1816 sehr beschränkt, noch immer aber zahlten ihnendie kleineren Europäische» Seemächte jährlichen Tribut in baaremGelde, oder wohl gar mit Kanonen, Munition und anderen Bedürf-nissen; besonders waren sie den Staaten des Mittelmeeres lästige Nach-barn. Durch die Eroberung Algier's und die zwischen Frankreich undden Regierungen von Tripolis und Tunis 1830 geschlossenen Verträgesind die genannten Staaten jetzt dem Handel ganz unschädlich geworden ;selbst die gewöhnlichen Consulatsgeschenke der Europäischen Staate»hören auf. Die einzelnen Staaten sind:

Marokko. Es begreift die NW. Ecke des Landes, nur in NO.durch feste Gränzen, den Fluß Maludscha, von Algier getrennt. In Sreicht es fo weit das Atlasgebirge sich ausdehnt, südlich vom Lap de Gecr.Große — 7 bis 80 vo, nach Anderen über 13,000Q M. Lange der West-küste wenigstens 150M-, der N. Küste etwa 50 M. In N. ist die äußersteSpitze Afrikas gegen NW. Lap Spartel, in W. Lap Blanco, Lanrin,tvssim, de Gcer und Nun; am Mittclmcere Lap Leura (fze —uta) unddc crcs Foreas. Das Arlasgcbirge, welches sich in W. sehr steil erhebt,abe: nur abgerundete Gipfel und Bergrücken, keine schroffe und spitzeGipfel zeigt, durchzieht das Land in feiner größten Höhe und trennt dieSO. Steppe von dem fruchtbaren Küstenlands. Der Mulvia, Sebu-

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