Band 
Zweiter Theil.
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Afrika.

die ebenfalls aus Ostindien kommen, besonders aber Gold stattb(Tibbar). Die Europäer holen vorzüglich Gold, Baumwolle,Indigo, Elfenbein, Gummi, Ebenholz, Pfeffer. DerSklavenhandel nach Amerika wird trotz der Bemühungen derEngländer und der strengsten Gesetze noch immer heimlich getrieben,wenn gleich alle Europäischen und Amerikanischen Rationen, zuletzt dieWrasilier (1830), demselben entsagt haben. Der Charakter des Negersist im Allgemeinen kmdlichc Einfalt, Gntmüthigkeit, Frohsinn, derselbst durch die schwersten Arbeiten nicht unterdrückt wird, Treue undGastfreiheit; nur Europäische Handelslist, religiöser Wahn und Des-potismus haben ihn in vielen Gegenden hinterlistig, betrügerisch, un-duldsam, selbst blutgierig bis zum Menschenopfer gemacht. Kriegeunter den Stämmen sind fast allgemein; vorzüglich geht man aberdabei nur auf das Gefangennehmen der Feinde aus, um sie als Skla-ven zu verkaufen. Besonders leiden die in der Nähe der Maurenwohnenden Reger viel von den Raubzngen oder der Herrschaft dieserihrer Nachbarn, die jährlich Tausende als Sklaven in das nördlicheAfrika schleppen. Der Reger haßt anstrengende Arbeiten, daher ist erkein Freund der Jagd und treibt keinen Seehandel; er begnügt sichdamit, durch einfachen Ackerbau, etwas Viehzucht und Fisch-fang sich zu nähren; nur dicMandingoS sind als umherziehende Kauf-leute weit und breit in N. zu Hause, und Sklavenhändler, Slatis,kommen tief aus dem Innern mit ihren Mcnschenheerdcn an die Kü-sten. Die Neger wohnen in runden Hütten, die in Dörfern nebeneinander gcbanet sind, von denen einige auch wohl Einfassungen vonHecke», Zäunen und Lehmmanern haben. Weiter im Inner» bildendiese Wohnörter aber große Städte. In N. haben sich schon Mauren-stämme eingenistet und selbst manche Regerstämme (z. B. die Fulas)scheinen mit ihnen verwandt zu seyn; an den Küsten, besonders vonOberguinea, giebt es eine Menge Europäischer Niederlassungen, diemeistentheils aus einem Fort bestehen, um welches sich ein Rcgerdorfgebildet hat. In Riederguinea sind schon seit 300 Jahren Portu-giesen ansässig, die ihre Herrschaft über einen Theil dieses Landesausgebreitet haben- Die ganze Küste zerfällt in 3 große Theile:S en eg amb i e n, Ober- oder Nord- und Nieder- oder Süd-guinea.

Scn egambi en. Man begreift darunter den RW. Theildes Afrikanischen Hochlandes vorn Senegal (16° R.) bis 10° S., soweit das Gebiet der gegen W. strömenden Gewässer reicht. WeitesteAusdehnung von W. nach O. — 140 bis 150 M. (in S. — 50M.),an der Küste —130 bis 140 M. Vorgebirge sind das Cap Werde(Grünes Vorgebirge) fast unter 15° N., südlicher Cap Roxo (roscho)und Verga. Der Boden Sencgambiens zerfällt seiner Erhebung nachin zwei sehr verschiedene Theile. Das Küstenland, theils völlig flacherangeschwemmter Boden, theils Hügelreiche Ebene, wird von S. nach N.immer breiter (am Senegal —40 bis 50 M.) und geht unmittelbarin das Flachland der Wüste über; dann erheben sich Bergketten, unddurch steile Gebirgspässe steigt man zum Hochlande dcS Innern auf,