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Afrika.
6. Nie d erg uin c a, von der Biafra Bai bis C. Negro —300M. Ein Land, welches, obgleich schon seit 1484 von Portugiesenbesucht und ihnen zum Theil unterworfen, dennoch wenig bekannt ist.Das Innere ist hohes GebirgSland; mau hört hier sogar Schneebergenennen; ja ein neuerer Reisender, Douville, hat unter 15^° S.und 29'° O. da über 10.000F. hohen Vulkan Sambi, den einzi-gen, welchen man auf dem festen Laude Afrikas kennt*), entdeckt;Außer den beiden großen Strömen, Zairü (sza —irc) oder Kongo,welcher aus einem See Aquilunda (aki) kommen, und dein Coan-za, der den Saxia See bilden soll, giebt es noch eine Menge Kü-stenflüffe. Zwischen 3 und 5°S., 25 und 26° O. fand Douville denSee Quiffua, aus dem zwei große Flüsse nach W. und O. fließenund dessen Oberfläche mit einer Rinde von Erdharz bedeckt ist. Ausden umliegenden Bergen quillt viel Erdharz und dieLnft ist mit stin-kenden Dünsten angefüllt. Trotz des großen Reichthums au Producten(reiche Gold-, Silber-, Kupfer- und Eisengrubeu und ganze Wäldervon Pfeffer - und Kaffeebäumen, von Zuckerrohr und den kostbarstenHolzarten sollen im Hochlande sein) scheint doch der Portugiesische Han-del, der sich wahrscheinlich durch das Innere bis zur Ostküste erstreckt,nicht bedeutend gewesen zu sein, jedoch war diese Gegend noch immerHauptsklavenmarkt. Das Christenthum hat sich verbreitet und manfindet daselbst Kirchen und Bischöfe; aber auch ein trauriges Gemischvon Christenthum und Fetischismus. Cultur haben die sonst gutmü-thigen Neger dieser Gegenden durch die Portugiesen nicht gewonnen,wohl aber zahlreiche Laster. Es sind hier verschiedene Staaten zumTheil unter der Oberhoheit der Portugiesen, die auch unmittelbare Pro-vinzen besitzen. Unter den E. sind viele Portugiesische Mulattenvon dunkler Farbe (selbst die Neger sind hier nicht völlig schwarz), auchsolche Juden.
Der nördliche Theil begreift das Land Altkalabar, wo die Englän-der einen Ort Tmkcstown (djukstaun) am Kalabar nennen. - Dann folgtdas Land der Amboser, ein Gcbirgsland von bedeutender Höhe, dessenBerggipfel zum Theil mit Schnee bedeckt sein sollen, also auf einer Höhevon wenigstens 15,V00F. schließen ließen; auch will man vulkanische Aus-brüche bemerkt haben. AIs Südgranzc betrachtet man den Fluß Lamero-nco; in N. ist der Rio del Rcy, Rönigsfluß.— Südlicher ist das LandBiafra, ganz unbekannt, das Cap St. Johann, die Gaboon (gabun)Bai, an der die Stadt Noängo oder Georgetown (dschvrdfchtaun) liegt,in welcher ein Ncgerkönig wohnt Im Innern sollen sich die 'Lackcesdurch Industrie auszeichnen. Europäische Niederlassungen scheinen hiernirgend zu sein. — Durch die Expedition des Capt. Luckey haben wir nurden unteren Lauf des Kongofiuffes kennen gelernt; in Rücksicht auf dasübrige Land müssen wir uns mit altcnNachrichtcn behelfen. Die belann-
*) Auch im nördlichen Theile der Küste will man feuerspeiende Berge bemerkt laben.