Hottentottenland. 285
ren Oranienflusses, ohne bekannte Gränzen in N., und sind weitim Caplande verbreitet. Sie sind gelbbraun, gutgewachsen und habenWollhaar, ein völlig rohes Wölk, dessen Kleidung ein Thicrfell, dessenWohnung eine runde Regcrhütte, dessen Beschäftigung fast einzigViehzucht und Jagd, wenig Ackerbau, ist. Es giebt eine MengeStämme, die ihre eigenen Anführer haben, auch Kriege unter einanderführen, aber gegen Fremde mcistentheils äußerst gutmüthig sind. EinTheil lebt im Caplande unter den Europäern als Dienstboten, beson-ders als Hirten, von den Niederländern hart gedrückt, fast Leibeigene,unter Englischer Herrschaft aber sehr begünstigt, selbst als Soldatenangeworben, und in allen diesen Verhältnissen brauchbar und treu be-funden. Sie wohnen in Dörfern, Kraals genannt. Von eigentli-cher Bildung findet man keine Spur, wohl aber einen rohen religiösenGlauben, jedoch ohne Gottcsverchrnng. Durch Missionairs, die hierverschiedene Niederlassungen haben, sind viele von ihnen zum Christen-thume bekehrt. Im Innern des Landes, in S. und W. der Käfern,lebt der Stamm der Koranas oder Kor as inN. des Oranicnflnsses;näher der W. Küste die Groß- und Klein Namaquas, deren Ge-biet, mit sehr heißer Luft, etwa ZOM. in Länge und Breite sich zwi-schen der Küste und dem Oranienflusse ausdehnt, nördlicher die Da-maras, in O. die Gonaqnas. — Die Griquas, von Europäernund Hottentotten abstammend (daher auch Bastaards genannt) etwa5000 an der Zahl, sind roh und den Nachbarn gefährlich, zum TheilChristen und Ackerbauer geworden — 3000 Seelen. Ihr Hauptortheißt Klaarwater in R. des Oranienflusses. Die Missionen Eri-cs u äst adt und Campbell in N. des Oranienflusses. Im Landeder Namaquas sind schon 40 M. in N. des Oranienflusses Missions-dörfer angelegt. — Ein höchst merkwürdiger Hottentottenstamm sind dieBuschmänner, Bosjemanns, auf den ranhesten Hochebenen, inS. bis zu den Schneebergen, in N. und NO. des Caplandes, sowohlin S. als in R. des Oranienflusses, ein Volk auf der untersten Stufeder Menschheit, klein, mager, häßlich von Gestalt, fast ein Thier, inHöhlen, Büschen oder elenden Hütten zerstreuet wohnend, nur von derJagd oder von Wurzeln und wilden Früchten, selbst von Schlangenund den ekelhaftesten Nahrungsmitteln lebend, räuberisch und gefühl-los, sehr gewandt und daher den Colonisten höchst gefährlich, bislangdurch kein Mittel zu friedlichem Verkehr zu bewegen und daher auchwegen ihrer Raub- und Mordbrennerzüge in das Englische Gebiet gleichwilden Thieren von den Europäern verfolgt und erlegt. Neuere Er-fahrungen haben indeß gezeigt, daß dieses so verschrieene Volk nichtgefühllos gegen freundliche Behandlung ist, und lassen vermuthen, daßmir die Rohhcit Niederländischer Colonisten die Buschmänner zu so er-bitterten Feinden gemacht habe. Wirklich sind Missionen in ihremGebiet mit Erfolg gegründet.