Sudan.
291
wohnt in Luka, 4M. nördlicher, 8000E.— Östlich von Birnie unweitdes Tsad ist Engsrnri, 50,000 E., wo große Märkte gehalten werden.—Am NW.Rande des Tsad ist die Stadt -laii, von wo aus die Karawa-nenstrafic nach Fezzan führt. — Städte am Aaou: Z?aou, Lalsschery undBeddikarfi, letztere an der W. Gränze. — Im See Lsid, dessen Ufer Ele-fanten, Löwen, Panther, Hiänen und Ricsenfchlangcn bewohnen, sind dieDldduma Inseln, deren E, Räuberei treiben.— Am Javu liegen dieRuinen von Alrlüinie und Gambaru.— Ein mächtiges Volk sind dieFellans oder Fcllaras, im Reiche Haiissa, ursprünglich im Hochlandedes Senegal und Nigergucllcn zu Hause und in Scncgambicn unter demNamen Fulas oder Fulier bekannt. Sie scheinen aus verschiedenen Ne-ger- und Maurenstammcn gemischt zu sein, wenigstens haben sie an Ge-stalt und Farbe Vieles mit beiden gemein, und unter ihnen selbst herrschtdarin Verschiedenheit; ihre Sprache hat mit der anderer Neger und derMauren keine Ähnlichkeit. Sie haben sich seit alten Zeiten als friedlicheHirten weit im Innern Afrikas ausgebreitet; in neueren Zeiten vereinigteder fanatische Schcik, Ochmaii, gewöhnlich Danfodio genannt, in demLande Eubur eine große Zahl derselben (sie sind eifrige Muhamedaner),trat als Eroberer gegen alle nichtmuhamcdanische Negcrstaatcn auf undunterwarf sich weit und breit die Länder in S. der Sahara, amDschvlliba,Tsad und deren Nebenflüssen. Nach seinem Tode (1816) regiert sein Sohnals Sultan Dells, der durch Wißbegierde, Humanität, AnerkennungEuropäischer Vorzüge und Toleranz in diesem Lande ausgezeichnet dastehtund den neuesten Englischen Reisenden Schutz und Unterstützung gewahrte.Unter ihm begann neuer Kampf, indem er theils empörte, theils anderebis dahin unabhängige Länder sich zu unterwerfen suchte und seine Herr-schaft sogar bis Limbuktu ausdehnte. Er residirt in Sakkaru, amQuvr-rama, einer wcitlauftigcn Stadt, I20M- westlich von Birnie. Clapper-ton si827. — Andere Städte sind: Lans, 80M. westlich von Birnie,Haupthandelsplatz, 3^M. im Umfange, mit großen Marktplätzen, dennzahllose Fremde finden sich zur Mcßzeit hier ein, aber auch mit Sümpfen,welche die Luft ungesund machen, 30 bis 40,000 E. Etwa auf dem hal-ben Wege nach Sakkatu liegt Laschn«, von großem Umfange, aberschlecht bebauet; Karawaucnstraße durch die Sahara über Aghadcs; Lar-ragmn, an derOstgränzc vonHaussa, Murmur u. a.— Das Land Gubur,westlich von Sakkatu, mit der Stadt Lelawawa am Quorrama.-— Süd-lich vom Tsad und von Bornu liegt das Reich Mandara, reich an Eisen,mit der Stadt Mora und Musfeia (9°N.).— Das Reich 4sgg,in mitden Städten Lsggun und Lurnuk. — Das Reich wassanah weit inO.ist noch ganz unbekannt. Die Hauptstadt gl. N. soll eine der größtenStädte Afrikas sein. — Die Länder und Städte im Gebiete dcsDschollibasind folgende. Der Fluß entspringt, wie wir bei Scnegambicn gesehenhaben, im Lande Sslimana, nach Anderen östlicher im Lande Sangora.Dem Laufe desselben folgend kommen wir in die Länder Dali«, Lankan,
19 *