Band 
Zweiter Theil.
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Afrika.

und svllcn seit einigen Jahren bewohnt sein.-Zahlreiche unbewohnte Jn-selchen, Klippen und Sandbänke liegen zwischen diesen beiden Inselgrup-pen und Madagaskar.

4) Madagaskar. Größe — 10,500 Q-M- Länge — 22oM., Breite— 45 bis 70 M- Entfernung vvnMozambique — 60 M. N. Punkt LapAmbre oder Vtaral 12"S-, S- Punkt L. Maria oder Romain 25° 45^S-, zwischen 61° 45^ und 68" 45^ O. Ein durch Größe und Producten-reichkhum ausgezeichnetes Land, welches aber bislang zu den unbekannce-sten der Erde gehört. Ein ziemlich ebenes Küstenland, in O. 2 bis 7, inW. 12 bis über 20M. breit umgiebt die Insel; Gebirge erheben sich imInnern in NO. Richtung; sie sollen über 10,000 F. hoch sein; in undzwischen ihnen sind zum Theil herrliche fruchtbare Gegenden, reich an allenAfrikanischen Prvductcn; aber ein großer Theil des Bodens der Insel be-steht aus Morästen und unbenutzten Einöden. Reis, Ananas, Zuckerrohr,Mais, Südfrüchte, Wein, Seide, Baumwolle, Hanf, Kokosnüsse, Honig,Gummiarten, Rinder, wilde Schweine, in W- auch (;um Theil unge-hörnte) wilde Rinder und Geflügel sind der Hauptreichthum der Insel;auch Affen, Krokodile, Schlangen, Skorpione, Heuschrecken u. a. Unge-ziefer giebt es, aber die großen Thiere des festen Landes svllcn sich hiernicht finden; dagegen bat man schon in dem geringen von Europäern be-tretenen Theile viele höchst merkwürdige neue Bäume und Pflanzen ent-deckt. Kaffee ist erst angepflanzt und gerätst sehr gut. Mcc.rllc undEdei,steine fehlen nicht, namentlich giebt es Eisen, Kupfer und Silber inMenge. Das Klima ist nicht, wie man nach der Lage erwarten sollte,sehr heiß, sondern wird durch die Gebirge des Innern, so wie durch dieSeeluft dcrKüste gekühlt und scheint allcthalbcn, mit Ausnahme sumpfigerNiederungen, gesund zu sein. An der O. Küste herrscht, wie im Caplande,während unsers Sommers der SO-, im Winter der NW.Monsun, vondenen jener die trockne, dieser die nasse Jahrszeit herbeiführt. Die E. derenZahl man auf 4 bis 5Mill. schätzt, scheinen von verschiedenen Stämmenzu sein, die sich aber völlig mit einander vermischt haben; keiner derselbenist ncgerartig, wenn gleich namentlich die Küstcnbewohncr dunkelfarbig,zum Theil selbst schwarz sind und Wollhaar haben. DieHoras im Innernsind hell vlivenfarbig mit völlig Europäischen Zügen und langem Haar.Auf der ganzen Insel giebt es nur eine Sprache, welche einige Verwandt-schaft mit dem Malaiischen zu haben scheint. Vielleicht waren die Urbc-wohner Neger, zu denen schon im höchsten Alterthume Araber und Ma-laien gekommen sind. Die Madegassen (so werden sie im Allgemeinengenannt) sind kein völlig rohes Volk. Sie treiben Ackerbau, Vichzuckt,Bergbau, bearbeiten Metalle, weben, bauen ansehnliche Häuser und kennendie Schreibkunst. Vom Islam oder einem geordneten Religivnssofieuefindet sich nichts. Man verehrt Götter, bringt den Geistern der Vorfah-ren Opfer, hat Götzenbilder, Priester und Wahrsager, aber keine Tcmpcl;allgemein ist der Glaube an Zauberei; Todte werden verbrannt. Es soll