Band 
Zweiter Theil.
Seite
300
JPEG-Download
 

300

Afrika.

Indigo. — Mayo ist dürre, hat aber starke Viehzucht und großen Reich-thum an Salz, welches von hier aus stark nach dem Englischen Nordame-rika geht, 3000 L.— Sr. Philipp oder Fuego, sehr gebirgig, mit einemnoch thätigen Vulkan, fruchtbar, reich an Ziegen, 5oooE. — St. Juanoder Brav«, die südlichste, sehr fruchtbar, reich an Salpeter, Mineral-quellen und Schildkröten, 3000 E.— Sän Antonio, sehr gesund undfruchtbar, reich an Drachenblut, Ambra und wilden Ziegen; auch Gvld-und Silbererze will man entdeckt haben; Goldsand führen einige Bache.

7) Die kanarischen Inseln. Sie liegen der W. Küste Afrikas nochnäher als die vorigen, zwischen 27° 39' und 29° 26'N. 4°W. bis 4^O.Der Flächeninhalt der ganzen Gruppe (es sind 5 größere und 5 kleinere)ist -- 221 (152) Q-M. Sämmtliche Inseln sind gebirgig und vulkanisch;auf denselben sind aber die Vulkane längst erloschen (letzter Ausbruch aufPalma 1677); nur auf Tcncrifa .und Lanzarvta ist die vulkanische Kraftnoch thätig (letzter Ausbruch aufTenerifa 1798, auf Lanzarvta 1824). DerBoden ist theils kahler Fels und häufig mit Lava und Schlacken bedeckt,^ theils sehr fruchtbar, besonders in den Thälern und niederen Bcrgabhän,M^gen, die oft schön bewaldet sind und reizcndcEegcndcn bilden. DasKlimaist mehr trocken, als feucht, daher bisweilen Wassermangel, nicht über-mäßig warm und daher sehr gesund; die hohen Berge auf Tcncrifa undPalma (bisweilen auch auf Kanaria) sind im Winter mit Schnee bedeckt.Leider sind diese sonst so schönen Inseln im Winter schrecklichen Orkanenund Wvlkenbrüchen ausgesetzt; zuweilen fühlt man auch den glühend hei-ßen und Alles ausdörrenden Harmarran, der aus der Sahara herüberweht, oft zum verwüstcndcnWirbelwinde anwächst und oft sogar gewaltigeHcuschreckenschwärme im Meere hcrtrcibt, die sich an den Küsten erhebenund große Verheerungen anrichten (1812 lagen dieHeuschrcckcn 4F. hoch).Alle Pflanzen Afrikas gedeihen hier; als Ausfuhrartikel ist aber besonderswein, unter diesem dcr'Lanariensecc, wichtig; ferner gewinnt manZuk.ker, Südfrüchte aller Art, Gefeilte, Drachcnblur, etwas Baumwolleund Gl, Bataten, Datteln und Europäisches Getreide; auch Seide,Soda, Pech, Honig, wachs, Seesal; und Schwefel werden ausgeführt.Seit einigen Jahren wird auch Lochenille gezogen; Seidenbau ist in ei-nigen Gegenden. Der hier wilde Kanarienvogel ist im XVI. Jahrh,zuerst nach Europa gebracht. Von Säugcthiercn scheint nur der Hund,das Schwein, die Ziege und das Schaf einheimisch zu sein. Dromedare,Raninchen, Frettchen und die Europäischen Hausthiere sind hergebracht.Ansehnliche Fischerei besonders an der Afrikanischen Küste. Die E. —230,00», sind Spanier und Mulatten, wenig Neger. Von den ältestenBewohnern dieser Inseln, Guanchen (guantschcn) genannt, finden sichnur noch in Vcrghöhlen merkwürdige in Aiegenhäutc (Ziegen sind nochjetzt zahlreich vorhanden) gcnähcte Mumien; sie sollen zu den gebildeterenAfrikanischen Völkerschaften und zum Stamme der Berbern gehört haben.Der Handelsverkehr der Inseln ist nicht unbedeutend, besonders daSchiffe