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Funfzehn Ansichten der neuen St. Gotthards-Strasse vom St. Gotthard-Hospiz bis Lugano / nach der Natur gezeichnet und geätzt von Joseph Meinrad Kälin, Jakob Suter; nebst einer Beschreibung von Herrn Karl Franz Lusser
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Erzbischof! von Mayland, als er in seinem Eifer für Erhaltung der katholischen Religion nach der deutschen Schweiz hinüberreiste. Er wollte den Reisenden eine angenehmere, von gebildeten Menschen besorgte, Herberge verschaffen, den\erunglückten aber, einen Scelentröstcr hieher senden. Daher beschloss er A°. 1560 da eine Pfründe zu stiften, und dieselbemit einem Priester aus dem Orden der Oblaten zu besetzen. Schon bestimmte er hiefür ein jährliches Einkommen von100 Philipslhalern; aber ehe der Entschluss zur Ausführung kam, ward er aus seinem Wirkungskreise auf Erdenabgerufen. Doch sein Nachfolger auf Maylands Erzbislhumssitz, Friedrich Boromeo befolgte Carls Wunsch, und sandte 1562einen Oblatenpriester dahin, welcher nun in der, von Azzo, Oberherrn von Mayland, in Folge eines Gelübdes, zuAnfang des vierzehnten Jahrhunderts daselbst erbauten Capelle, täglich den Alpleulen und Wanderern Gottesdienst hielt. DerErzbischoft sah das Unschickliche ein, dass der Priester in der gemeinen Herberge wohnen sollte, und entschloss sich imJahr 1613 demselben eine eigene Wohnung, ein Hospilium, zu erbauen, fand aber in dieser edlen Absicht vielseitigen Widerstand,besonders in der Gemeinde Airolo , die aus der Verpachtung des mit Wirthschaft verbundenen Spitales, einigen Vortheil zog.Endlich 1623 gelang es dem Eifer des Cardinal-Erzhischofs, von der Regierung von Ury die Einwilligung zu erhalten. Der Baubegann sogleich, aber der Geistliche konnte erst 1629 die neue eigene Wohnung beziehen.

Ob die Wildheit und Oede des Orts oder das geringe Einkommen oder Neckereyen, den Oblaten diesen Aufenthaltverleidet haben, ist unbekannt, aber gewiss ist, dass von 1618 bis 1682 die Priesterwohnung auf dem Gotthard verlassen, und die Stiftungeingegangen war. Das Bediirfniss so vieler gebildeter Reisenden aber, in dieser Wüste eine Zuflucht bey Menschen zu linden,die an Einsichten und sittlichem Gefühl gemeine Gastwirthe übertrafen, ward immer lauter. Diess bewog den Cardinal Visconti,Erzbischof! von Mayland, bey Ury 1682 um die Erlaubniss anzufragen, diese eingegangene Stiftung wieder herzuslellen, undmit Capuzinern zu besetzen, die er hiefür um so geeigneter erachtete, weil ihnen die Ordensregel freywillige Armuth,Ertragung aller Unbequemlichkeiten, Dienslergebenheit, Gastfreyheit ja ohnehin zur Pflicht mache. Die Einwilligung von Uryblieb nicht aus, und schon 1683 kam das Capuziner-Hospitiuin auf dem St. Gotthard zu Stande. Immer zwey, welche ausserihrer Muttersprache der italienischen, auch deutsch und französisch verstehen, und wenigstens nothdürftig sprechen mussten,