Schon am Ende der ersten Ablheilung der Gotthardslrasse ist die Rede vom St. Gotthard. Da der Künstler aber durchungünstige Witterung verhindert wurde, die Ansicht des liospitiums damals aufzunchmen, so ist dasselbe nun der zweyten Ablheilungvoran gesetzt, was um so natürlicher ist, da die Gotthardshöhe dem Canlon Tessin angehürt, dessen Grenzen sich nordwärts derWasserscheide bis zur Rodunlbriickc erstrecken. Um Wiederhohlungen zu vermeiden sind also die Leser ersucht, die Ergänzunggegenwärtigen Artikels am Ende der ersten Abtheilung nachzusehen.
Das Hospilium liegt einige hundert Schrille südlich, von der Scheidecke zwischen den Seen Grande, Scuro und Sella,in deren Nähe noch einige kleine ungenannte Seen, oder Teiche liegen; in einem öden, fast stets in Nebel gehülltenFclsenlhale, 6650 Fuss über Meer.,
Wann hier in dieser Wildniss eine menschliche Wohnung zuerst errichtet worden, ist ungewiss. Einige glauben, dass schonzu Römerzeiten hier der höchste Gott angebelet worden, und wollen von den Wörtern Gott und Ardlh (der erhabenste Gott)den Namen Gotthardt ableiten. Es mag scyn, und noch heute steigt gewiss manches stille Dankgebeth da zum höchsten Wesenempor, von Wanderern, die den Schrecknissen der Trümmcln und des Golthardthalcs entronnen, die stille Wohnung aufdieser unwirthbaren Höhe erreichen. Eine Herberge soll da schon im dreyzehnten Jahrhundert gestanden haben, wenigstensweiss man, dass während dem Concilium in Basel im Jahr 1431 ein Chorherr, Namens Fessarius hieher geordnet worden,welcher daselbst für gehörige Aufnahme und Pflege der vorüberreisenden italienischen Bischölle sorgen musste, indem das Spitalwie später und jetzt noch, bloss eine schlechte Herberge war. Diesen Ucbelsland fühlte auch der heilige Carolus Boromäus,