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Unwetter öfters die «loche anzuziehn, um Verirrten ein Zeichen zu gehen, und wenn er Gefahr ahndet, mit seinen Knechtengegen die Triimmeln (Tremola), und auf die Gollhardsschcidcche vorzudringen, um die durch Schnecslürme, Kälte oder sonstV ei unglücktcn zu letten. Uebcrhaupt soll er, so viel ihm möglich, allen Schaden von Reisenden und Waarcn wenden. Dagegenkann ei die Alp ohen auf dem Gotthard benutzen, und la Kiihe und 80—90 Ziegen oder Schaafe sömmern, darf auf eigeneRechnung Wirthschaft treiben, wozu er noch einige Entschädigung durch Colleclen erhält.
Schöner und besser eingerichtet ist der Stall. Ein vollkommenes Achteck vr^ 36 Fuss Durchmesser, worin durch verständigeEinrichtung 47 Pferde Raum haben, und noch etwas Transitwaaren unter Dach gebracht werden können, wenn die am Spitalangebrachte Sust damit angefiillt seyn sollte. So unbequem und dürftig dieser Schutzort auf dem Gotthard ist, so thut es jedemWanderer doen wohl, in dieser öden Wüste eine menschliche Wohnung anzulrcfl’eir, und wie mancher Fremdling hätte ohnedieselbe schon unter dem fürchterlichsten Kampfe gegen erzürnte Elemente, gegen die Schrecken der Schneeslürme, von welchensich der Thalbewohner keine Vorstellung zu machen vermag, sein Lehen ausgehaucht. Bey 11 bis 16,000 Menschen wandernjährlich über diesen Berg, und im ersten Jahre nach der Vollendung der Fahrbarmachung haben ihn 800—900 Kutschenbefahren. Die erste bekannte Befahrung hey der alten Strasse, welche nur 10—12' Breite hatte, oft sehr steil angelegt,und mit groben Granitslücken gepflastert war, bewerkstelligte den 25. July 17*5 mit grossen Kosten der englische MineralogeCreville. Die grösste Regsamkeit auf dem Gotthard ist um die Mittagszeit, wo sich die von Airolo , und Ilospenthal amMorgen weggegangenen Reisenden und Fuhrleute begegnen; jetzt aber sieht man nicljt mehr jene langen, langsam einherschreitendenZüge von Saumpferden, die durch ihre Schellen diese Felsengegend belebten, deren ernste Stille im Winter bloss durch dasDonnern der Lauwinen, im Sommer durch das Pfeifen der sich belustigenden Murmelthicre unterbrochen wird. Der Winter in diesemhohen Alpenthale dauert volle neun Monathe, und der Schnee häuft sich an manchen Stellen 20—10' hoch an, die strengsteKälte ist jedoch selten stärker als 19° Reaumur, und in Milte Winters ist cs oft wärmer, als in den tiefem Thälern, unddas Gebirge am längsten wolkenlos; auch die Gefahr der Reise weit geringer 1 als im Frühling, wo mehr Schneeslürmeeintreten, auch der Schnee von, mit Siidweslwind verbundenem Regen erweicht, den Wanderer kaum mehr trägt, und auf