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Fustik.
Zunächst wird nun der Stoff in warmem Wasser eingeweicht, um dieWeberschlichte aufzuweichen; hierauf gespült, getrocknet und aus einerMaschine aufgekratzt.
Das Wasser zum Einweichen wird durch Dampf geheißt. Das Spülenwird mittelst eines rasch umgedrehten Haspels, unter Zuleitung einesStromes von kaltem Wasser, bewirkt und eine Stunde oder längerfortgesetzt.
Die Maschine zum Aufkratzen des Haares besteht aus hölzernenWalzen, welche mit reibeisenartig aufgehauenem Weißbleche überzogensind, und aus hölzernen Blöcken, deren konkave Unterseite mit Kratzen(wie die, welche man zum Krempeln der Baumwolle gebraucht) be-kleidet ist. Diese Blöcke schieben sich in der Richtung der Walzenachsenhin und her, indeß der Stoff über die Walzen fort bewegt wird. 2«ibis 30 Stück, jedes von 8 » Dards Länge, können in einer Stunde auf-gekratzt oder gerauht werden.
Der gekratzte Fustian wird nun durch Hinziehen über einen glühendeneisernen Zylinder gesengt (f. Sengen); wieder auf der Maschine ge-kratzt, dann zum zweiten Male gesengt. Oft wird das Kraken undSengen auch »och zum dritten und vierten Male wiederholt, bis derStoff glatt und glänzend erscheint.
Sodann folgt das Bleichen durch Einlegen in eine Chlorkalkauflösung,und das Färben. Die Appretur wird durch Leimwasser gegeben, woraufman die Trocknung durch eine Maschine bewirkt, welche aus metallenenmittelst Wasserdampf geheizten Zylindern besteht.
Fustik (buhtet, kustie). Das Holz von Kims eotlnus; enthält einenwenig haltbaren gelben Farbstoff, und wird in der Färberei angewandt.
G.
Gagat ( 3 et, 3 -Uot) oder Pechkohle, eine Varietät der Braunkohle,die sich besonders ausgezeichnet in dem Thale Hers des ArrondissementsPamiers, im Departement de l'Arriege findet, und schon seit undenklichenZeiten zu kleinen Schmucksachen, als Ohrgehängen, Perlen, Knöpfen,Kreuzen, Rosenkränzen, Armbändern u. dgl. verarbeitet wird. Der glän-zend schwarzen Farbe wegen nehmen sich diese Sachen recht artig aus,und wurden besonders früher von den Frauenzimmern, zumal beimTrauern, häufig getragen. Die Bearbeitung des Gagats geschieht theilsauf Schleifsteinen, die sich horizontal drehen, und dabei beständig naßgehalten werden; theils auf der Drehbank oder mit der Feile.
Vor etwa ao Jahren beschäftigte diese Fabrikation an 1000 bis 1200Menschen, gegenwärtig nur noch etwa 6 l>, wovon der Grund wohl darinliegt, daß es gegenwärtig gelungen ist, den Gagat durch schwarzes Glasnachzuahmen, welches ihn nicht nur im Glänze übertrifft, sondern seinerviel größeren Härte wegen den Glanz weit länger unverändert behält.
Gährung (Fermentation). Das Wort „G ä h r n n g" wird inder Che-mie theils in allgemeinem, theils in engerem Sinne gebraucht. Im weiter»Sinne versteht man darunter alle bei organischen Körpern eintretendenEntmischnngs-Prozesse, wenn man jene Körper, dem Einflüsse der Luftmehr oder weniger dargeboten, längere Zeit sich selbst überläßt. Im en-geren Sinne dagegen zwei derartige Zersetzungs-Prozesse, die der da-bei entstehenden Produkte wegen, sowohl wissenschaftlich, wie auchtechnisch von besonderem Interesse sind, nämlich die Wein- oder geistigeund die Essig-oder saure Gahrung. Der vorliegende Artikel kann sichauf diese beiden Arten der Gäbrung beschränken, indem das Nöthige
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