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Slammkeni C 18 H 6 ; Stickstoft'kern C 18 NH 5 .
wenig Collidin, wovon sich auch in den bis 199° übergehenden Pro-dukten findet, und die über 199°, besonders die zwischen 216 bis243° übergebenden Chinolin und Lepidin, welches letztere sich indem über 270° Siedenden vorzugsweise findet. Zur völligen Reiii-darstellung des Chinolins (und der übrigen Basen) verwandelt Er dieeinzelnen Destillatsantheile in Platindoppelsalze und bewerkstelligtdurch fractionirte Krystallisation derselben die Scheidung der Basen.
2. Aus Steinko/ilentheeröl. — Vergi. v, 705, b. a. Man destillirtdas nach V, 704, 3, a erhaltene ölige Gemenge von Anilin und Chino-lin (Leucol), bis ein übergehender Tropfen sich nicht mehr mit wäss-rigem Chlorkalk bläut, wo alles Anilin mit etwas Chinolin gemengtübergeht und Chinolin zurückbleibt, welches man bei gewechselterVorlage abdestillirt, zur Entwässerung einige Tage mit gleichvielKalihydrat zusammensteilt und im Wasserstoffgasstrom 2mal rectifi-cirt. Hofmann. b. Man verwandelt das Gemisch von Anilin nnd Chi-nolin nach V, 705, ß in oxalsaure Salze, versetzt die vom angeschos-senen oxalsauren Anilin abgegossene Mutterlauge mit Kali und de-stillirt, indem man die Vorlage wechselt, wenn das UebergehendeChlorkalk nicht mehr bläut, und das dann übergehende Chinolin fürsich auffängt. Hofmann.
Da auch im Steinkohlentiieeröl sich aufser Chinolin die homo-logen Basen Lepidin und Kryptidin, so wie viele andere finden, sobehandelt Ga. Williams 50 Gallonen Oel von sehr hohem Siedepunctund gröfserem spec. Gew. als Wasser mit Schwefelsäure, destillirtdie saure Flüssigkeit mit Kalk und nimmt vom Uebergegangenen denzu Boden gefallenen Theil zur weitern Verarbeitung. Er zerstörtdie beigemengten Basen der Anilinreihe mit salpetrigsaurem Kali undSalzsäure, giefst die saure Flüssigkeit vom niedergefallenen, Pliänyl-hydrat haltenden Oel ab, entfernt nicht basische Beimengungen durchEinleiten von Wasserdampf, filtrirt das Rückbleibende durch Kohleund scheidet durch Kalihydrat die Basen ab. Diese von der wäss-rigen Lösung getrennt, über Stücken Kalihydrat getrocknet, gebennach mehr als 100 gebrochenen Destillationen zwischen 177° und 274°siedende Antheile, aus denen man das Chinolin wie aus den nach 1-erhaltenen Basen scheidet.
Eigenschaften . Wasserhelles, dünnflüssiges Oel, Runge, bei 20°sich weder verdickend noch gefrierend. Hofmann, Bromeis. Spec. Gevv.1,081 bei 10°, Hofmann, 1,084 bei 16° Bromeis. Sehr stark dasLicht brechend, wie Schwefelkohlenstoff, Brechungskoefficient =1,645, Hofmann. Leitet den elektrischen Strom noch schlechter alsAnilin. Hofmann. Siedet stetig bei ungefähr 238°, Gr. Williams, untergeringer Zersetzung bei 239°, Hofmann, und verdunstet schon beigewöhnlicher Temperatur, daher der durch Chinolin auf Papier er-zeugte Fettfleck bald verschwindet. Bromeis. Dampfdichte des zwi-schen 238—243° Ubergegangenen Chinolins = 4,519. Gr. Williams.Riecht durchdringend, an Phosphor und Blausäure erinnernd, Runge;den Ignatiusbohnen ähnlich, Gerhardt, an Bittermandelöl, Hofmann,entfernt an Blausäure erinnerd. Bromeis. Schmeckt scharf und sehrbitter, Gerhardt; brennender als Anilin, Hofmann. Scheint nicht