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Phyto- und Zoochemie / Leopold Gmelin ; bearb. und hrsg. von C. G. Lehmann und Dr. Rochleder
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Chylus.

doch nach der Einführung ungelöster Substanzen In den Kreislauf oft genugwegen Thrombose der Lungengefüfse etc. rasch den Tod eintreten sehen.Für diese Interpretation der (iernardschen Versuche liefert der Autor (a. a. 0.,p. 498) üherdiefs selbst einen weitern Beweis, dass er nach Injeclion von Se-ruinelwelfslösting in die Jugulorvene eines Hundes gleichfalls bluthaltigen Harnzu beobachten Gelegenheit halte.

Das Wenige, was von der chemischen Constitution der Lymphzellen be-kannt ist, wird unterElterzellen erwähnt.

Oer Faserstoff des Cliylus unterscheidet sich im Allgemeinenvon dem des Blutes durch eine weit geringere Contraclilität unddurch eine mehr gallertartige Beschaffenheit: wie das Fibrin man-cher pathologischer Exsudate und das der Fische (vgl. p. tü4) löst sichdas des Cliylus zuweilen, namentlich in der Wärme, einige Stundennach der Gerinnung wieder auf (Mabckt, ned.-chir. Trasnact. 1815. viund Ami. de cliim. et phy., 11, und Andere), gewöhnlich fehlt ihm auchdie faserige Structur des Blutfibrins; in verdünnten Alkalien, Kohlen-säure und organischen Säuren löst es sich sehr leicht auf (Vavqve-lin, Amt. du museum nation. dhist. nat ., XVIII, p. 245; Bhandk; Pbkvostund Ln Kavrii, Biblioth. nniv. de Sc. etc. Geneve, XXVII; Lkhmann), nachkurzer Digestion auch in Salpeterwasser, selbst in Salmiaklösung; ausder essigsauren Lösung wird es, wie fast alle Proteinsloff'e, durchSalmiak, aus der Salmiaklüsung durch Essigsäure vollständig nieder-geschlagen. In gehörig entfettetem, ausgewaschenem und getrock-netem Chylusfibrin fand Lehmann (a. a. o., p 247) 1,77% stark alka-lische Asche. Da es, wie das des Bluts, immer morpholische Be-standlheile einschliefst, so ist es fettreicher als das des Blutplas-mas; indess nehmen die Massen desselben beim Gerinnen nur sehrselten geformte Elemente der Flüssigkeit auf, wesshalb das Chy-lusserum zwar gewöhnlich klarer als der ursprüngliche Cliylus ist,allein immer noch einige Trübung oder wenigstens Opalescenz bei-behält.

Das FJweifs des Serums enthält mehr Alkali als das des Blutes,woraus sich sein Verhalten gegen Hitze und Reagentien erklärt; alsein unfertiges Albumin ist es desshalb nicht anzusehen (Pbout, unters,über den iiarngries. Weimar 1823. p. 39). Durch sehr starkes Verdünnenmit Wasser wird das Chylusserum nicht getrübt; beim Kochen bildetes nicht sowohl cohärente Flocken, als vielmehr eine milchweifse,undurchsichtige Flüssigkeit; beim Abdampfen entstehen auf der Ober-fläche des Serums farblose Häute; das wässrige Extract des Chylus-rtickstandes reagirt stark alkalisch; wird derselbe durch Essigsäureneutralisirt, so entsteht eine .Trübung, welche sich in FIssigsäurewieder löst; nachheriger Zusatz von Bluilaugensalz erzeugt einen be-deutenden Niederschlag. Das ursprüngliche Wasserextract giebt beimKochen mit Salmiak, sowie auf Zusatz von Salpetersäure, eine be-deutende Trübung. Aus dem mit Wasser, Alkohol und Aetlier aus-gelaugten Albumin erhielt Lehmann (a. a. 0 ., p. 248) 2,068% Asche,welche noch viel alkalische mit Säuren aufbrausende Salze enthielt.ES ist somit die oft behauptete Gegenwart. von Casein im Chylus(Bbandk, philos. Transact ., 1812 umi Andere) nicht nur nicht erwiesen,sondern sogar unwahrscheinlich.