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Phyto- und Zoochemie / Leopold Gmelin ; bearb. und hrsg. von C. G. Lehmann und Dr. Rochleder
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Mengenverhältnisse.

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Aufschluss Uber den Einfluss der Nahrung auf die Conslituiionder Lymphe, sowie Uber die verschiedene Zusammensetzung dersel-ben in verschiedenen Theilen des Gefäfssystenis haben die bis-herigen Analysen nicht gegeben.

Nasse (h. a. 0., p. 398 ff.) vergleicht die Zusammensetzung der Lymphemit der des Blutplasmas, und gieht dafür unter anderen folgende Daten.Nach Tikdemann u. Gmei.in enthält die Gefäfslymphe des Pferdes % Was-ser, 21 Eiweifs, 1,9 trockene llacenta, das Blutplasma des Pferdes nach Nassb91,8 % Wasser, 6,6 Eiweifs, 0,2G % Fibrin. Nach Nassk enthält der trockeneRückstand der Lymphe aus dem Ilaistheile eines Pferdes 78,222 % Eiweifs,Fibrin und Zellen, G,496 Wasserextracl, 1,754 Spiritusextract, 1,510 Alkohol-extract, 0,17G Fett, 11,222 lösliche Salze, 0,398 Kalksalze, 0,088 .Magnesiasalze,0,134% Kieselsäure und Eisen; die festen liestandtheile des Blutserums eines(anderen) gesunden Pferdes 83,052 % Eiweifs, 2,025 % Wasserextract, 2,975Spiritus- und Alkohoiexlract, 0,475 Fett, 9,913 lösliche Salze, 1,202 Kalksalze,0,298 % Magnesiasalze, Kieselsäure, Eisen und Kohle. Es ergiebt sich hieraus,dass die Lymphe inehr Wasser enthält als das Blutplasma; dass ferner diefesten liestandtheile der Lymphe mehr lösliche Salze und Extractivstoffe, aberweniger Aibumlnate und viel weniger Fett enthalten als der trockene Rückstanddes Serums. Während nun die löslichen Salze der Lymphe aus 73,48 %Chlornatrium, 20,23 kohlensauren Alkalien (fast zur Hälfte aus fettsaurenentstanden), 4,15 schwefelsauren und 2,14 % phosphorsauren Alkalien be-stehen, so ergiebt sich das Verhältnlss der genannten Salze im Serum =74,39 : 11,89 : 10,97 : 2,75. In der menschlichen Lymphe fanden Makchandu. Coi.bkhg anorganische und organische Stoffe fast zu gleichen Theilen.

Die Quantität der im ganzen Körper enthaltenen Lymphe istnoch nicht bestimmt worden. Coli.akd de Maktiginy ( Joum. de ph.uswt.de Mat/endie, viii, p. 176) sammelte von einem 24 Stunden nüchternenKaninchen aus dem Milchbrustgange in 10 Minuten 9 (iran Flüssig-keit, von einem zweiten in gleicher Weise binnen 7 Minuten 5 (Iran.Aus dem subcutanen Lymphgefäfsnetz des Oberschenkels einer Frau,das vielleicht mit tiefer gelegenen Partien des Lympbgefäfsyslemscommunicirte, flössen in 1 Stunde nach Gubi.er u. QuGvekke ( a . a . o.)120» r - ab, einmal in 48 Stunden mehr als 11 Pfund, vergi. über dieAbsonderungsverhältnisse W. Krause u. Ludwig , Zeilschr. f. rat. Med., N. F.,VII, p. 14815G.

Nimmt man die Capacität eines jeden der 4 Lymphherzen des Frosches,die sich in 1 Minute GOmal conlrahiren, zu 1 Cubiklinie an, so würden die 4Lymphherzen in t Minute 240 Cubiklinien Lymphe in die Venen treiben, wennsie sich bei jeder Contructioti vollständig entleerten. Diefs ist jedoch nichtder Fall (Joh. Müller, llandb. d. Physiol. d. Menschen. Cohleuz 1844. 4. Auil.I, p. 221). Biiider (Bidukr ii. Schmidt, Die Verdauunqssiifte und der Slo/f-wechsel. Mitau und Leipzig 1852. p. 283; vergi. p. 225) nimmt auf Grundseiner Versuche an Thieren die bei einem erwachsenen Menschen durch denMilchbrustgang ln die ven. subclavia in 24 Stunden ergossene Flüssigkeits-menge zu 13 k Kc. an, von denen er 10 als wahre Lymphe betrachtet.

Den Ursprung der Lymphe leiten die Physiologen aus der dieOrgane aufserhalb der Blulgefäfse umspielenden Flüssigkeit her; derparenchymatöse Saft besteht aber aus dem Bluttranssudate und deraus dem Stolfumsatz der betreuenden Organe hervorgegangeneu Flüs-sigkeit.

Dabei Ist im Auge zu behalten, dass die Zusammensetzung der Lymphein verschiedenen Regionen des Körpers variiren muss mit der Zusammen-setzung des Transsudats; ebenso wie aus der Ernährung verschiedener Organeunter Vermittlung auch vollständig gleich constiluirler Nährflüssigkeit nicht