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vorübergehend neutral oder alkalisch werden; enthielt er ein ge-wisses Verhällnifs freies Alkali, so mufs sich dieses vergröfsern.
Die Funktion der Nieren besteht, wie langst erkannt ist,in der Erhaltung eines Gleichgewichtszustandes in der Beschaf-fenheit der Bestandtheile des Blutes, welcher die Hinwegschaffungvon Producten des Stoffwechsels und aller derjenigen Materien,welche die normale Zusammensetzung des Blutes ändern, in sicheinschliefst, und in dieser Beziehung ist die Lösung der Frage,zu welchem Zwecke die Milchsäure in dem Organismus dient,von ganz besonderer Wichtigkeit. Ich habe hierüber einige Ver-suche angestellt, welche dazu dienen dürften, derselben näherzu kommen.
Ich habe mich zuvörderst wiederholt damit beschäftigt, dieMilchsäure in frischem, sauer reagirendem Harn nachzuweisen,aber ich bin nicht glücklich genug gewesen, in dem Harn ge-sunder junger Männer, bei Anwendung desselben Verfahrens,durch das es mir gelungen ist, ihre Gegenwart in der Fleisch-flüssigkeit darzuthun, auch nur Spuren von dieser Säure zuentdecken. Der Harn wurde im Wasserbade zur Syrupcon-sistenz abgedampft, mit verdünnter Schwefelsäure versetzt unddie ausgeschiedenen freien Säuren in Alkohol aufgenommen.Die alkoholische Lösung wurde im Wasserbade bis zur Con-sistenz eines dünnen Syrups abgedampft, sodann das halbeVolum Alkohol und sogleich darauf Aether zugesetzt, bis keineTrübung mehr bemerklich war. War Milchsäure zugegen, somufste sie in dieser Flüssigkeit gelöst seyn, in welcher sich einbeträchtlicher Gehalt von Salzsäure zu erkennen gab. DerAether wurde durch Verdampfen entfernt, das was zurückblieb,mit Wasser verdünnt und in der Kälte mit überschüssigem Sil-beroxyd versetzt; alle Salzsäure wurde auf diese Weise alsChlorsilber entfernt; wäre Milchsäure zugegen gewesen, sowürde sich sehr lösliches, milchsaures Silberoxyd haben bildenmüssen, aber nach dieser Behandlung blieb kein Silberoxyd in
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