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Chemische Untersuchung über das Fleisch und seine Zubereitung zum Nahrungsmittel / von Justus Liebig
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Das constante Vorkommen des Kochsalzes und phosphor-sauren Natrons im Blut und die des phosphorsauren Kalis undChlorkaliums in der Fleischflüssigkeit, rechtfertigt die Voraus-setzung, dafs beide für die Vorgänge im Blut und in der Mus-kelflüssigkeit durchaus nothwendig sind.

Von dieser Voraussetzung ausgehend, erklärt sich für vieleThiere die Nothwendigkeit des Zusatzes von Kochsalz zu ihrerNahrung und der Antheil, den dieses Salz an der Blulbildungund dem Respirationsprocefs nimmt.

Es ist jetzt eine durch zahlreiche Analysen erwiesene That-sache, dafs die Asche von Gewächsen, welche in gewissen Ent-fernungen von dem Meere wachsen, kein Natron oder nur Spurenvon Natron enthält.

Die gewöhnliche Pottasche aus Binnenländern giebt hierzudie' überzeugendsten Belege, nur selten enthält sie kohlensauresNatron, und wenn ein Natronsalz darin vorhanden ist, so istdiefs nicht phosphorsaures oder schwefelsaures Natron, sondernKochsalz. Der Weizen, die Gerste, der Hafer, die Wurzel-gewächse und blätterreichen Pflanzen im Odenwalde, in Sachsenund in Baiern enthalten nur Kalisalze, keine Natronsalze, undwenn sich in manchen Natron vorfindet, so ist auch Chlor vor-handen, und beide in dein Verhältnifs wie in dem Kochsalz.

Für Pflanzen, welche in der Nähe des Meeres in Küsten-ländern wachsen, ändern sich diese Verhältnisse; der Weizen,die Erbsen, die Leguminosen in den Niederlanden, enthaltenphosphorsaures Kali, aber auch phosphorsaures Natron, immeraber ist das phosphorsaure Kali überwiegend.

Diefs ist selbst der Fall in den Seepflanzen, die in einemMedium leben, welches, verglichen mit seinem Gehalte an Natron,verschwindende Mengen von Kali enthält. Alle Seegewächseenthalten weit mehr Kali wie Natron.

In Beziehung auf diese beiden Basen ist demnach die Nah-rung der Thiere nicht überall von gleicher Beschaffenheit.