mit eigenthümlichen Formen.
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Bergmann *) hat ferner bei den Eiern der Fröscheund Salamander beobachtet, daß der Dotter im Beginn derEntwickelungsperiode aus gleich großen Körnchen besteht, welchesich anfangs zu mehreren größeren Gruppen vereinigen, nach-her sich mehr vertheilen und kleinere durch eine zähe Materieunter einander verbundene Gruppen bilden und endlich voneinem Bläschen eingehüllt werden, welches die Zellenwand ist.
Bei jener Zellcnbildung sind viele Kernkörperchen vor-handen; sie sind die Theilchen, woraus der Zelleninhalt ge-bildet wird, während die Zellenwand wahrscheinlich aus demzähen Bindemittel entsteht, welches die kleinen Körner verei-nigt. Bei einer solchen Vorstellung von der Zellenbildung inden genannten Eiern, welche ganz von derjenigen Ansicht, dieSchwann von dem vegetabilischen und animalischen Gewebegeltend gemacht hat, abweicht, kann das Kernkörperchen nichtmehr als der Theil betrachtet werden, wodurch Alles, Kern,Zelleninhalt und Zellenwand, gebildet wird; eine Zelle ist viel-mehr ein organisches Agglomerat einer Menge kleiner körni-ger Theilchen, deren Größe 0,001 bis 0,002 von einer Liniebeträgt, und aus deren Vereinigung auf die obige Weise einePrimitivzelle entsteht **).
Die Eristenz dieser kleinen Körnchen, woraus sich Zellenbilden, liegt, welcher Ansicht man auch über die Zellenbildungselbst sei, außer allem Zweifel, mag man annehmen, daß injeder Zelle sich ein oder mehrere Mutterkernkörnchen befinden,daß das Bläschen sich aus dem Kern oder aus einem Agglo-merat von Körnchen entwickele und dieselben umschließe. Manfindet die Körnchen überall, wo neue Zellen gebildet werdensollen. Sie sind daher für jetzt als die kleinsten bekanntenorganisirten Theilchen und als die Grundformen aller orga-nisirten Gebilde anzusehen, insofern sie zur Zellenbildung noth-
*) Müllcr's Archiv, 1811, S. 92.
*•) Henle n. a. O. S. 162 .