484 Bestandtheile des organischen Reichs
allen Holzarten, wenigstens in den weichen, die nämlichensind. Die äußerste Schicht nimmt bei den entwickelten Holz-zellen, nachdem sie eine gewisse Dicke erlangt haben, nichtmerkbar zu; die innere oder Celluloseschicht scheint fast ganzso zu bleiben, wie sie ursprünglich war; aber die mittelsteSchicht wächst und dringt in die innere ein, so daß dadurchdas Lumen der Zelle abnimmt; damit vermehrt sich zugleichder Gehalt des Holzes an Protein, welches sich vorzugsweisein der mittleren Schicht absetzt.
Daß übrigens die ansehnliche Menge Protein und mitt-lerer Holzsubstanz bei verschiedenen Holzarten nicht gleich ist,läßt sich sehr einfach aus der Stärke der Färbung entnehmen,welche Holzsägespäne durch Salpetersäure und Ammoniak er-leiden; denn Fuhren- und Tannenholz wird durch Einwirkungjener Agentien stärker gelb gefärbt, als Eichenholz, obgleichletzteres weit mehr von der mittleren Holzsubstanz enthält,als jene.
So werthvoll daher auch die Analysen des Holzes sind,so fehlt doch bei den meisten die Bestimmung des Stickstoff-gehaltes, woraus sich die Menge des beigemengten und inder mittleren Schicht wenn nicht ausschließlich, doch vorzugs-weise enthaltenen Proteins berechnen läßt. Die einzigenbrauchbaren Bestimmungen der Zusammensetzung des Holzessind die von Chevandier (Annales de Chim. et de Phys.Fevr. 1844, p. 129). Er fand bei einer mit den schon ange-führten Zahlen übereinstimmenden Kohlenstoff- und Wasser-stoffmenge einen Gehalt an Stickstoff, welcher bei den ver-schiedenen Holzarten zwischen 0,67 und 1,52% variirte, undder einer Menge Protein entspricht, welche y 24 bis Vu vornGewicht des Holzes ausmacht.
Ich theile hier eine von Chevandier's Analysen mit,um daraus das Verhältniß der Kohlenstoff-, Wasserstoff- undSauerstoffatome für ein Gemenge der die äußere Schicht unddie mittlere Holzsubstanz zusammensetzenden Stoffe abzuleiten.