554 Thierische Gewebe.
93) , aus ursprünglich runden Zellen entstanden, welche sichnur in einer Richtung ausdehnen und so Cylinder bilden.Oftmals findet man sie im menschlichen Körper kegelförmig(a). Sie liegen entweder dicht zusammengepreßt neben einan-der und geben dann polygonale Durchschnitte, oder sie lassenRäume zwischen sich, welche mit einer durchsichtigen Jnter-cellularsubstanz (b) angefüllt sind.
Das chemische Verhalten der Substanz, woraus dieseZellen bestehen, ist dem der vorigen gleich. In großer Aus-dehnung finden sie sich in dem Darmkanale von der cardia bisdicht an den After, in den Gallenwegen und als Bedeckungvieler anderer Organe.
Man weiß über Entstehung des Cylinderepitheliums inchemischer Beziehung Nichts; da es indessen in seinem Ver-halten gegen Reagentien mit dem plattenförmigen Epitheliumübereinstimmt, so ist es wahrscheinlich, daß es sich in seinerZusammensetzung'von demselben wenig unterscheidet.
Eine zweite Art ist das Flimmerepithelium (Fig.
94) , dessen Structur nicht wesentlich von dem Cylinderepi-thelium abweicht, die freie Oberfläche ausgenommen, welchefedersörmig mit einer Menge Cilien (a) bedeckt ist, die sichwährend des Lebens in fortdauernder Bewegung befinden.Man findet diese Bedeckung in den Respirationswerkzeugen,in der obern Hälfte des Muttermundes und von da an aus-wärts in den weiblichen Geschlechtstheilen und beim Menschennoch in den ventriculi cerebri. In chemischer Hinsicht istnoch nichts darüber bekannt.
Eine Menge kleinerer Thiere, namentlich die Infusorien,zeigen diese Flimmerbewegungen aus der Oberfläche ihresKörpers in vielerlei Weise. Die Ursache derselben ist nochnicht erforscht. Selbst nach dem Tode des Individuums siehtman die Bewegung zuweilen noch fortdauern; bewunderns-würdig ist auch die Geschwindigkeit, mit der sie ausgeführt