Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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Ölten gelegen. Man beobachtet, daß das schloß anfänglich vomKöniglich-Französischen Haus - Hofmeister oder lVIajor Vvmüs,Pipino (der hernach an. 752. nach verstossung des rechtmäßigenKönigs Childrichs, felbsten König in Franckreich worden ist) er-bauet , und zu einem jägerhauS gemacht und gebraucht wordenseye. In den alten documenten der Stift Münster in Granfek-den, wird die lands-gegne, so nun dtt Landvogtey Bipp begreift,eomitstun klppmeniis genennet. Sie war vor diesem ein ei-genthum der Grafen von Vroburg und Neuenburg,aus welchensie besessen hatte GrafVollmar an. iziz. desgleichen Johannesund Hermann an. iz 22. Von ihnen ist sie an die Grafen vonThierstein gefallen , aus welchen Graf Simon selbige an. izry.besessen, dessen gemahlin Verena, eine gebohrne Gräfin von Zly-dau, samt ihren söhnen Otto und Simon, haben solche an GrafRudolff von Neuenburg und Nydau , (der der Gräfin bruderwar) an. iz;8. und fernersan. izz;. pfandsweis übergeben;aber nach seinem absterben, fiel sie wiederum an die Grafenvon Thierstein, und hat Graf Simon selbige an. r;??. seinerMutter schwester, Anna, gebohrner Gräfin von Nydau und ver-wittibten von Kyburg, wie auch ihrem söhn Rudolff, Graf zuKyburg, verpfändet oder verkauft. Von diesem ward sie an.i;8z. dem Ertz-Hertzog Leopold von Oesterreich übergeben, alsvon dem sie ferners an. i;y6. dem Schultheissen zu Freyburgin Uchtland, Wilhelm von Thudingen, zu bewahren zugestelltworden. Hernach an. 14-,;. hat gemeldter Ertz-Hertzog selbigedem Graf Ego von Kyburg versetzet,und an. 1406. ward von de-nen Grafen Ego und Berchthold das darinnen gelegene dorfNieder-Bipp an Conrad von Lausten, Edelknecht und bürgerzu Basel, verkauft. In eben diesem jähr hat Graf Ego seinrecht und antheil an dieser Herrschafft Bipp, den beyden stad-ten Bern und Solothurn für geleistete dienste schenckungs-weisübergeben, jedoch mit vorbehält 2000. gl. losung dem Ertz-HausOesterreich abzustatten. Nach dieser Vergabung aber überliessengedachte beyde städte, ermeldten beyden Grafen und ihrensoh-nen, diese Herrschafft als ein leib-geding. An.1407. erfolgte derverzüg, den das Ertz-Haus Oesterreich durch Hermann Grafenzu Sultz, Oesterreichifchen Landvogt in Schwaben und im Er-göw, aufdiese Herrschafft zu gunsten beyder städten gethan. An.1410. schenckte schon gemeldter Graf Ego seine an der vesteBächburg und dem schloß Fridau habende rechte der stadtBern, und an. 1411. übergab Ertz-Hertzog Friedrich aufgleiche weise seine auf der Herrschafft Bipp habende pfandschafft,an den Grafen Otto von Thierstein, weicher in gleichem jähr diegantze Herrschafft Bipp derstadt Solothurn verkaufte. Wor-auf beyde städte Bern und Solothurn wegen des von Oesterreichan Bern geschehenen verzügs in etwas streit gerathen, sich aberan. 141;. dahin vereinbaret, daß sie diese Herrschafft zugleichbezahlen, und also gemeinschafftlich mit einander besitzen sollten.Sie kauften auch in gleichem jähr, von Cuntzli von Lauffen,Edelknecht, bürgern zu Basel, das schloß Neu-Bachburg, undbeherrschten solche Herrschafft auch gememsamlich. Hernachan. 1416. verkaufte Fr. Margareth von Jffenthal , Hemmansvon Landenberg, Ritters, wiltib, der stadt Solothurn das schloßAlt-Bächburg. Endlich an. 146;. schritten die beyden städtezur theilung, also daß Solothurn Bächburg behalten, und Blppan Bern überlassen. An. i;o8. kauften sich die in das amtBipp gehörige leuthe von der leibeigenschafft los, jedoch so, daßsich die Obrigkeit eine jährliche steuer auf jeden köpf, wie auch ei-nen gewissen pfenning nach absterben eines jeden haus-vattersvon dessen erb-guth zu beziehen vorbehalten. Die kopf-steuer aberward ihnen 12. jähr hernach wieder erlassen. Die Herrschafftbegreift 2. grosse kirch-spiele, worinnen das stadtlein Wietli-spach gelegen. lib. VII. p. 2;;. ckron. Lasst,

lib. I. p. 46. Kett/er. cbron. Lern. k. I. p. 108. cbron.

IVlfcr. anaal. k/e/r>. Öocum. publ. *

Birago, (Renatus) ein Cardinal, war aus einem geschlecht,so es jederzeit mit Franckreich gehalten, zu Mayland gebühren.Als er sich dem grimm Ludovici Sfortia zu entgehen nachFranckreich geflüchtet, machte ihn Franciscus I. als für welchendieser samt dem gantzen Haus der Biraguer sich in den May-ländischen handeln gantzlich aufgeopfert hatte, zum Rath imParlement zu Paris, hernach zum Surintendanten äe l» julti-cs, und zum Präsidenten im Rath zu Turin. Er schickte ihn auchauf das Loncilmm nach Trident, und darauf nach Lion widerdie Reformirten. Carolus !X. bestellte ihn an. i; 70. zum Sie-gel-verwahrer, und ;. jähr darnach zum Cantzler von Franck-reich. Henricus III. brachte ihm an. 1573. den Cardinals-Hutzuwege, da Birago die siegel-verwahrung aufgegeben. Übri-gens hatte er auch die Abteyen Flavigni, Long-pont, St. Pier-re zu Sens, und die Priorey zu Souvigni. Er starb den 24.nov. an. 158;. im 74. jähre seines alters. Von sich selbst soll erhaben zu sagen pflegen: Er wäre ein Cardinal ohne titul,ein Priester ohne Leneücio, und ein Cantzler ohne siegel.Die Franzosen wissen durchgehends gar wenig von diesem mannzu rühmen, wenigst von der zeit an, da er sich in Franckreich re-tirirt; wie er dann der Königin Catharina von Medicis in al-lem zu willen gewesen, und solche fachen versiegelt, welchen keingebohrnerFranzos,der nur einige liebe für sein vatterland gehabthätte, jemal das siegel wurde aufgedruckt haben. Zu entschul-digung dessen pflegte er zu sagen: Er wäre nicht Cantzler vonFranckreich, sondern Cantzler des Königs von Franckreich, sodoch falsch und wider den klaren zweck dieses hohen amts laustet.In ansehung seiner erlangte auch Horatius Birago, sein vetter,das Bißthum Lavaur. Dieser war ein söhn Hreronymi, Rit.ters des ordens St. Michael, und ein bruder Ludovici, Abts zu

Flavigni, und Pompeji, Abts zu St. Vincent, /-a» st-L , in seinem leben.

* Birago , (Lapus von) von Castiglione in dem Florenti«

Nischen gebürtig, lebte um das jähr 1440. und übersetzte die Rö-mischen antiqnitäten des Dionysii Halicarnass. nebst unterschied-lichen aus den leben der berühmten männern Plutarchi; er hataber iveder gute latinität, noch ist ihm in seinen Übersetzungenin allem zu glauben; dann weilen er die gaaben zu dieser arbeitnicht hatte, und sich an die rermino« seiner amborum bindenwollte, so gab er ihnen nicht den eigentlichen verstand, undbenahm ihnen alle annehmlichkeit. tt. ss. , äs Uilkor.Latin. lib. III. c. 10. , bibliotb. vet. nov. O.

äe clar. interprer. lib. II. psg. 164. L„r//et, jugemens äs« La-bans kirr le« rrastu<tteur8 Latin« art. 804.

* Birbiesca, ein feiner aber offner marckt-flecken in Alt-Ca-stilien, in Spanien, zwischen Miranda ä'Ebra und der stadtBurgos, welcher denen von Velasco gehöret, und ein schönesFranciseaner-kloster hat.

Bircherodius, (Janus) war zu Birckeröd in Seelandohnfern Friedrichsburg an. 162;. gebühren, allwo sein vattergleiches nahmens Prediger war, der ihn an. 16z;. nach Her-low in die schule geschicket, allwo er verblieb bis an. 1640. daer auf die Academie nach Coppenhagen gezogen, woselbst er an.1641. Laccalsureus?biIofopbi-e worden. An. 1646. gimg eknach Leiden in Holland, und hörte Salmasium, Heinsium,Borhornium und andere. An. 1648. that er eine reise durchdie Spanische Niederlande nach Franckreich, von dannen er imfolgenden jähre zu Hause wiederum ankam, und etliche jähre diePhilosophie privatim lehrete. An. r6;i. wurde er Nagiller undLeÄor der sthul zu Slagels. Er blieb aber nicht darbey, son-dern nahm noch eine reise durch Holland, Franckreich, Teutfch-land und die Schweiß vor , und kam erst an. rö;?. wieder nachHaus. An. r6;8. würde er nach Coppenhagen zur philosophi-schen krokessiov beruffen, und an. 1660. bekam er 6rs°cam. An.1668. wurde er Lrofessor Tkeologi-e, und an. 167;. LoÄor.Er starb endlich an. 1636. verschiedene schriften hinterlassende,als da sind: l. äs Vera Natur» kbilofophi-e 2.) Lollegium kb^-lioum. z. ) LoUegium Ltbicum. 4. ) Lvnopli« locor. commun.tkeologicor. ) Lacrarum Lntiguitatum äs ortu munäi Velii-gia in Ileiioäo aliisque koetis (Ireecis. 6. ) äs Orsecavicis ciui-busäam llnriquiraribus circa luclos veteres Lymnico«. 7.) Üia-tribe cle LeZis IVIolaicL clivina origino L aucioritats.8-) LumsnLliliorixe 8acrT.y. ) kiäs« LvD cle ÄsssiL clivina natura Lc.

mernor. ssbeol. p. 149. äiar. bioZr. acl an. 1686. *

* Bircherodius, (Thomas Broderus) HIsMsr kkiioko-

InL , und Leckor der schulen zu Ottensee in Fünen, wie auch

rokessor Lloguentice des o^mrialii daselbst. Er besaß eine

gründliche wiffenschafft in den alterthümmern, der natur-Ich-re und den Morgenländischen sprachen, und ist an. 17z 1. ver-storben. Man hat auch von ihm den entwurfeines tractats äsLornnbu« L Lornuri« , und ein Lpecimen antiguse Lei Nune-tsrise vanorum , Coppenhagen 1701. in 4 to. Sonst hat erauch viele andre philologische, historische und antiquarischeschriften hinterlassen , deren Verzeichnis Rauppach äs präsent!üatu rei litterariL m vania, p. is6. und die VON ihm ubergan,gen worden , Thura in iäea bitt. litter. Oanorum erzehlet. Ge-lehrte Zeitung i-zzi. p. z89-

* Birchilo, oder ZZirctilo, ein söhn Guntrami, Grafen

von Habsburg, wird von etlichen vor den stamm-pflantzer derHertzoge von Zähringen gehalten, und hatte im Eltzen-thal sei-nen Hos-sitz, lebte um die mitte des X. liecal!. kvlloZs

geneal. bissor. x. 7. Lucä Fürsten-saal, x. 115.

* Birckbeck, (Simon) ein Englischer Laccalsureus sskeo-logise und Vicarius der kirchen zu Gollingen und Forcet , warzu Hombei in West-Morland gebohren , und starb an. 1656.den 11. sept. Er ließ in Englischer spräche Vinäicia« IssoteK-m-tium , Londen 1625. Iö;4. 16z z. in 4W; und cum aääitamerc-tis 1657. in fvl. Leffoniionem contra Lntiäotilkam Lontiü-cium, ib. 1657. Lonürmaticme« coräis und einen tractat äsNorte, .juäicio , Inferno L Loslo.

Bircken , (Sigmund von) sonst auch Betulius genannt,welchen nahmen sein groß-vatter an statt des Teutschen Bircke-ncr angenommen, warzu Wildenstcin, einem marckt-flecken inBöhmen, 1. weile von Eger gelegen, den 2;. apr. an. 1626. ge-bohren , und muste in seinem dritten jähre wegen der religtonaus seinem vatterlande weichen. Als er hierauf nach Nürnbergkam, wurde er von Dilherro und Wulfero zu der hohen schulevorbereitet, zog aufderen einrathen an. 164z. nach Jena, undtrieb allda die Rede-kunst, Philosophie und Rechtsgelehrsamkeit.Doch im oct. des folgenden iahrs muste er, wegen Mangel derMittel, wiederum nach Nürnberg kehren. Weil er nun vonjugend auf einen trieb zur Poesie, und sonderlich zur TeutschenTicht-kunst gehabt, so wurde er Hardsdorffern und Clajo, so da-zumal in der Teutschen Poesie etwas thaten, bekannt, und an.1644. in den Pegnitz-schäfer-orden, unter dem nahmen Llo-riäans , aufgenommen. Hierauf gieng er nach Wvlfenbüt-tel, allwo ihn Hertzog Augustus zu seiner beyden Prilltzen, An-ton Ulrichs und Ferdinand Albrechts, Informator ernannte,und ihm nach einiger zeit, da ihm das Hof-leben mißfallen woll-te , mit vielen gnaden-bezeugungen abschied gab, da er denn ei-ne reise nach Nieder-Sachsen that, und inzwischen nach Dan-nebera, eine Mecklenburgische Printzeßin daselbst zu unterrich-ten, beruffen wurde. Weil man hierauf zu Vollziehung des

Osna-