Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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Baega, Almeria, Guadir und viel andere unter feine botmäf-sigkeit brachte, auch zu ausgange des jahrs 149°. den KönigAbohardil nöthigte, ihm alles abzutreten, bis auf etliche lände-reyen, welche ungefehr ioo--c>. ducaten jährlich einbringenmöchten. Doch er behielt diefelben nur eine kurtzc zeit, undbegab sich nach deren verlauf in Africam. Mit dem Boabdi-les hieß es nunmehro, daß er als ein Vasall des Castiliani-fchen Königs das gebieth von Granada ruhig besitzen sollte. Al-lein fowol er, als seine Unterthanen, merckten beyzeiten , daßFerdinandus Latkoücuz ihren gäntzlichen Untergang suchte.Indem sie nun demselben durch die Waffen vorzukommen sichbemüheten, gaben sie dem erwehnten Könige einen scheinbarenprätert, die stadt Granada zu belagern. Nach einer hartnä-ckigten gegenwehr mnste dieser wichtige ort den 2;. nov. an.1491. capituliren, und zu anfange des folgenden jahrs unter-warf sich der König Boabdiles seinem überwindet. Dersel-be gab ihm das that Purchena, in dem Königreich Murcia ge-legen, nebst gewissen einkünften, wovon er als eine Privatper-son leben sollte. Es stund ihm aber diese Veränderung so schlechtan, daß er bald hernach mit den seinigen in Africam gieng,allwo er auch gestorben. Nach ihm verjagte Ferdinandus aufdie hundert und siebenzig tausend Mohrische familien , damitsich diese leuthe wider Spanien nicht so leicht mehr regen, oderan die wiederaufrichtung ihrer alten herrschafft gedencken könn-ten. bitt. ä'ftsp. üb. XXIII. XXIV. XXV. iVa/ier«,

rer. Iliip. cbron. bitt. expuZn. rsgni Oranaäa. *

* Boagrio , ist ein regen - dach Griechenlands, welcherdeswegen zu bewundern ist, weil er zu gewissen zeiten beyna-hem austrocknet, zu zeiten aber so groß aufschwellet, daß erzwey weilen in der breite hat. Er befindet sich an den gren-zen Thessaliens und Achajä , und ergeußt sich in den Golfsvon Zeiton , der abendlichen spitze der insul von Negropvntgegen über. , Dick.

Boaltz , ein flecken im Veltlin, in welchem an. 1619. eineEvangelische kirche gebauet worden, woraus unter den Catholi-sthen eine aufruhr und der bekannte Veltlincr-mord erfolget ist.*

Boamundus, siehe Boemunduö.

Boas, einer von den vor-eltern des Meßiä nach dem fleisch,beurathete die Moabitin Ruth , und zeugte mit ihr Obed, dengroß-vatter Davids. iv.

Boa Vista, eine von den saltz-insuln, die unter Portugallstehen, ist etwan 20. weilen groß und sehr bergicht.

* Boaystvan, oder Boistuan, (Petrus) mit dem zunah-men Lamwy, ein gelehrter und beliebter Redner in Franckreich,aus Nantes gebürtig, starb an. i; 66. zu Paris. Er hat IsTdeatre äu monäs , Paris i;;8. Leiden 1576.1588. Antwer-pen 159;. Cöln 1609. Distoires prciäigieulss in VI. comis,Paris iz6i. r; 66. 1598. M 8. Diüoires äes xessssutions,Paris I?72. in 8. 1'HUtoüs äs Lüeüäoniuü; les ämantü for-tunes; äs la ksix L äs ls Ouerre ; äs I'Lgüle militante;äs« kierres prstieulss ; äs 1'kxceüencs 6c äignite äs l'bom-ms, geschrieben, und nebst andern düchern Augusiinum äs Livi-Mte vei in das Französische übersetzt. La ä« X/E,bibl. kräng.

Bobadilla, (Nicolaus) ein Spanier, einer von den neunersten gehülffen Jqnatii Loiolä , war von gutem verstände,dabey verwegen und eiferig vor die Catholische religion. Alser sich an. 1548. an dem Hofe Caroli V. befand, widersetzteer sich dem Interim mir solcher Heftigkeit , daß der Kayser be-fahl, ihn wieder nach Italien zu schicken, da denn Bobadillasich einbildete, daß er am Römischen Hofe wohl würde aufge-nommen werden; es schlug ihm aber fehl, und Jgnatiuö woll-te ihn gleichfalls nicht mehr in seinen Convent einnehmen.

IM. äu Dutberan.

Bobba, (Marcus Antonius) gebürtig von Casal, waraus einem ansehnlichen Hause, und ein söhn Alberti. Nach-dem er ferne studien vollendet hatte, wurde er Rathsherr zuTurin, und konnte sich in alle geschäffte sehr wohl finden.Emanuel Phmvert, Hertzog von Savoven, zog ihn in gehei-men staats-affarren zu rath , und nachdem er ihm verschiede-ne LensüLia verschafft, brachte er ihm auch bey Paulo IV. an.1^7. das Bißthum zu Aosta zuwege. Hernach befand er sichan. i z62. auf dem Loricilio zu Trident als Abgesandter vonSavoyen, worauf rhn Pms IV. auf eben dieses Hertzogs Vor-schrift an. r;6;. zum Cardrnal-Priester mit dem titul St.Sylvestri machte. Er starb zu Rom den 17. wart. an. i;?;.Unter den Larminibus illuürium kostarnm Iralorum , welcheMatthäus Toscanus zusammen heraus gegeben , befinden sicheinige Lateinische getichte von ihm , mgleichen hat man einerede, so er auf dem Lonciüo zu Trident gehalten. LM,in bist. cbron. Lpilc. keäem. Ital. sscr. tom. IV.

Oalüg, tvm. II. 27b«a-

Lc.

Bobbio, Lobio, Sobi, lat. Lodium, eine stadt im Hertzog-thum Mavland, andemflußTrebia, mit einem Bißthum unterGenua gehörig. Es lst daselbst eine Abtey, welche durch denH. Columbanum gestiftet worden, und die der stadt den ansanggegeben hat. Sie ist die Haupt-stadt eines gebieths, welchesgleichfalls Bobbio genennet wird, und muß mit der GeschafftBobbio, die an den grentzen von Provence liegt, und demHer-tzoge von Savoyen zngehöret, nicht verwechselt werden.

Bobenhausen , eine kleine stadt nebst einem schloß in desWetterau, an dem fluß Gernsprentz 4. weilen von Hanau gele-gen, und dem Grafen zu Hanau als ein Böhmisch lehn gehörig.

Bobenhausen, eine adeliche familie an dem Rhein, derenstamm-haus der zuvor gedachte ort ist. Friedrich war an. 1246.bekannt. An. 1595. starb zu Cronweissenburg Heinrich, Groß-meister des Teutschen ordens, welchen Gryphius Henricum vonBobenhausen nennet. Gegen ausgang des XVII. Lc. lebte »ochHeinrich Ludwig, Fürstlicher Darmstadtischer Cammer- Rath,wie auch Ober-Forst-und Jägermeister; nach dessen erfolgtemtobe erhielt sein söhn die Ober-Forstmeijier-charge, und hinter-ließ unterschiedliche erden. Wilhelm Ernst, Hofmeister zuWeilburg, hatte 2. söhne, Philipp Ernsten, Hofmeister an demFürstl. Hofe zu Darmstadt, und Georg Ludwigen aufOppach,welche beyderseits ihr geschlecht fortgepflantzet. Humb. vonRhein. Adel tab. 7. 6>-^z>rr«, Ritter-orden, x>. 8?-

Bober, ein fluß in Nieder-Schlesien, welcher bey Schatzlarin dem Fürstenthum Schweidnitz an den Böhmischen grentzenentspringt, und sich bey Crossen mit der Ober vereiniget.

* Bober, oder Bobersberg, ist eine kleine stadt oder gu-ter flecken des Königreichs Böhmen in dem Hertzogthum Cros-sen in Nieder-Schlesien, an den grentzen der Laußnitz auf ei-nem berg, an dessen fuß der fluß Beber fleußt, und zwey wei-len oberhalb dem fluß Crosse gelegen.

* Boberitzsch , ein kleiner fluß im Ertz-gebürgische» kreise,

im lande Meisten, welcher im dorfe Reichenau, unweit derstadt Frauenstein entspringet, und nachdem er bey den dörfernKlein-Ober-und Nieder - Boberitzsch , welche nach ihm be-nennet, vorbey gegangen, auch die Sohr, Colmnitz und einigeandere kleine bäche eingenommen, unter Reinsberg und Bi-berstein in die Freybergische Mulde fliestet. xroär.

Win. p. i z.

* Bobianus, oder äs Lobio, (Hubert) ein Mus und Pro-fessor zu Vercelli, von dem eigentlich nicht bekannt ist, wenner grlebet habe, schrieb äs Oräine juäiciorum; ?r0Lessu8ju-äioiarü üb. I. Opsestionen A Determination^ ftiris , welcheim ssr. ssr. tom. VII. p. 5. stehen : äs katria koteliate.

II. ;i. L-ravr»», orig. Inr. Liv. x. 109.

Bobilla, siehe Auftregilda.

* Bobius, (Beldomandus) ein .sLtus und verschmitzterAdvocat auch vortreflicher Redner zu Padua um die mitte desXIII. IreLuIi, wurde einst von dem Abt zu St. Justinä da-selbst, Galbertino Musato, ersuchet, seinem kloster wider den da-sigen Stadt-Magistrat zu dienen, welcher demselben aus neid,daß die Geistlichkeit die besten grund-stücke besaß , das Wassergenommen, und darauf bey lebens-strafe verboten hatte, daßniemand dißfaüs der Mönche wegen von der restitutio» etwasan und vordringen sollte. Damit nun Bobius, welcher diefache auszuführen angenommen, nicht straffällig erkannt wer-den möchte, sieng er in öffentlicher Raths - Versammlung erstan, ihren sonderbaren religions-eifer, so gegen GOtt als gegendie Heiligen der stadt Padua, und vornemlich derselben Schutz-Patronen, darunter auch die D. Justina, heraus zu streichen,mit dem beyfügen, daß durch deren hülffe die stadt von vieleraugenscheinlicher gefahr mehr als einmal befreyet worden;hierauf recommendirte er die genaueste conservation aller de-rerselben weltlichen guther und gerechtigkeiten, und führte zu-gleich obermeldte Justinam als redend und bittend ein, daßihr, die sich um die stadt so verdient gemacht, das unrechtmäßi-ger weise entzogene Wasser wieder gegeben werden möchte. Wel-ches alles, ohne daß der Mönche mit einem Wort wäre ge-dacht worden, mit grosser wohlredenheit beschahe, daß alsobaldder einmüthige schluß erfolgte, dem kloster das abgeschnittenewasser wieder zukommen zu lassen. Lnräeo». äs clar. kamv.x. N8-

* Bobo, oder Boboni, (Nicolaus) ein Cardinal, war einVetter des Papsts Cölestini III. welcher ihn zu unterschiedli-chen fachen brauchte. Er dienete auch dem heiligen stuhl un-ter Jnnocentio III. und starb unter der Päpstlichen regierung,welche von dem jähr H98. bis in das jähr 1216. währete.er'aco«,«,, in clog. Larä.

* Bobo , (Hugo oder Hugutio) war ein aus einer adeli-chen familie von Rom entsprossener Cardinal, wie auch einerder berühmtesten Rechtsgelehrten seiner zeit, wie man solchesan den gelehrten Desilionen, so er über die aüerschwerestenMaterien des ^suri« Lsnonici an tag gegeben hat, ersehen kau.In dem jähr 1191. machte ihn der Papst Cölestinus III. zumCardinal , und wurde ihm von Jnnocentio III. das amt dwdie Mörder des Bischoffs von Würtzburg Conradi, welche sichauf Rom begeben hatten, um allda die abfolution und büß ih-res Verbrechens zu empfahen, in der deicht anzuhören. Erauferlegte ihnen, sie sollten auf einem öffentlichen platz zu RoMeine kirchen, büß ablegen, verböte ihnen, sich ihrer waffen z»bedienen, gefärbte kleider zu tragen, den öffentlichen spiel"»beyzuwohnen, oder sich zum zweyten mal zu verheurathen. C»auferlegte ihnen ferners, da sie in der ersten stadt Teutschlano»wurden angelangt seyn, in die Haupt-kirche, den strick an demhals, baarfuß, und in dem Hemd zu gehen, wie auch rutyei»dahin zu tragen, damit sie von den Lanonieis in gegenwardes volcks damit gepeitschet wurden. Dieser Prälat starv '^