Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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stände besaß er eine grosse gelehrsamkeit, eine herrliche wissen-fchafft in theologischen fachen und in Humsnioribus, eine grossebelefenheit svwvl in den kstribus als den profan-scribenten. Sei-ne gelehrten und curiöfen schriften haben ihm eine grosse Hoch-achtung zuwege gebracht, deren er viele unter verdeckten nahmenherausgegeben, als: sä llecietslem fuper fpeculs; 6(5ülsgi-

stris, 0PU8 ülarcelli itnc^rsui; äs Lntiquo ^urs kresbyterorumin re^imins LLclelisüico, su<!kors LIsuäio koutejo; äs Asjori-bu8 kpifcoponuu Lsulis , sä confutstiousm eriorum Dsviäii,suökvrs Ikeologo fsristenst; äs 8snguiue Lorporis Lkrilli poltislurreÄionslN ; Historis Lonfestionis suriculsris; äs üäorstio-ne LucksriüiX cum äisguilicions äs pr-ecepto äiviuo Loinmu-nioni8 fub utrsgue; 8uper Oecretslem, sä suäienrisM, äs Lle-ricis non restäentibu8 ; Lolloguium. äs 8pkslmsti8 in re littsrs-ris ; HiKoris klsgellsutium ; äs Xs Veltisris kominis fscri; ks-storsle (Irsgorii lVl.; Oionysn Lsrämstensts liker äs vits Lsno-nicornm ; Oblervstiones contrs librum Lsuäini äs Lllumäo-ns L. Virginis ; Oocirusstes live äs libroruin circa re8 Ikeolo-xicss sxprobstioue ; äs He Leneiicisris , live snscrilis qussliio-nis, an klomlni Lkristisno liesst plurs Leneücis Lceleüsüicsxolliäere; Lurs DNeologi ksristensts, übbstis 8eäictiembeeken-N8 ; Lelsireillement liir un psllsgs äs 8. LuZultin, cits äsns lslivrs äs Is perpemite äs ls loi, psr le 8isur Lsrnsbe; llecusiläs kieces concernsnt 1e8 cenlurss äs ls ksculte äsLsris für lslliersreliis äs l'Lglile; L für le i8- tome äe8 Ünnsle8 Lcclelis-stiques äs ^s^nsläus; llrsite äu äevoir äes Lvegue8, psr ls?.Louis äs Lrensäe; Irsits äu Lorpr <L äu 8sn§ äu 8si§neur, psrkstrsmne ou stertrsm; kemsrgues ä'un Ideologien für ls trai-te äs Nsimbourg äs l'etsblillement äs l'Lglils äs ttoms. Erliebte den schertz; wodurch er sich aber bey den letztenConsntuttons-händeln einige Verdrießlichkeiten zuzog. Denn als er die Lecrresäs Lacket, welche man den voLtoribus aus der Sorbonne zu-schickte, die aus Paris weichen müßen, ihre Adels-briefe genennthatte, wurde solches von den Jesuiten übel ausgelegt. Er ent-hielt sich dahero selbst von den Zusammenkünften der theologischenFacultät bis nach dem tode des Königs, da er mit grosser freudevon derselben wieder aufgenommen und endlich zumDechant er-wehlet ward; welche würde er aber kaum etliche monate genos-sen, indem er knrtz darauf den i. aug. an. 1716. im 82. jähr sei-nes alters starb. O« , bibliorkegue äes suteurs eccleflsii.Ls vis äs N.vslpresux psr äes Nsi/esux. Gelehk. ZeittMgM.

* Boileau, (Joh. Jacob) ein gelehrter Französischer rneo-logus und Prediger, hatte in seinen jünger» jähren die aufsichtder auferziehung der Herren Luines, brüdern des Hertzogs vonChevreuse. Nachgehends legte er sich auf das predigen, dazu erunvergleichliche natürliche gaaben hatte, und sich dadurch sowolzu Paris als anderstwo sehr hervor that. Als der Cardinal vonNoailles zu dem Ertz-Bißthum von Paris gelanget war, setzte erein grosses vertrauen in Boileau, übergab ihm die aufsicht ei-nes guten theils seiner viosces, und ernennte ihn zu einem feiner6rsnäs-ViLsire8, wie auch zum 8ux>eriore über unterschiedlicheklöster. Einige jähr hernach ward er von ermeldtem Ertz-Bischoffzum Lsnonico der Collegiat-kirch St. Honore gemacht. Er starbden 10. mertz an. 17; z. da er über 80. jähr alt war. An. rsgz.hatte er den graäuin vockoris Iksologise angenommen, und einunsträfliches leben zu allen zeiten geführet. Er hat nichts in dendruck gegeben, als die lebens-beschreibungen der Hertzogin vonLiancour und der Madame Combs. at/ESE ^

Boineburg, Beymelburg, Bemelburg, eine berühmtefamilie, deren Ursprung einige von den zelten Julu Cäsans her-leiten , ist theils in den Freyherrllchen , theils m den Gräflichenstand erhoben, und jederzeit zu den anschnlrchsten gerst-und welt-lichen ehren-stellen gezogen worden. Schon an. 996. hat Hansvon Boineburg, Ritter, auf dem in Hessen, unweit Sontra, ge-legenen bergschlosse Boyneburg, seinen sitz gehabt. An. 1074.war Heinrich Abt und Fürst zu Hirschfeld. An. 1257. gelangteEberhard zu dem Bißthum Worms, welchem sein bruder Frie-drich an. 1277. und an. 129;. Emico, Wild-und Rhaugrafe vonBoyneburg, in gleicher würde succedirten. An. iz8c>. wardReinhard, Abt und Fürst zu Fulda. In dem XIV. Lculo ver-theilte sich dieses geschlecht mit Heinrichs, der um das jähr i z y6.Hebet, beyden söhnen, Heimbrodten und Hermannen, in 2.Haupt-linien.Der letztere führte den beynahmen vonHohnstein,und hinterließ Hermannum, Abt und Fürsten zu Corvey, der an.1504. mit tode abgegangen, und Ravonem, Landvoigt an derWerre, dessen nachkommen sich sonderlich im kriege hervor ge-than. Der erstere aber, nemlich Heimbrodt, nennte sich vonBoineburg zu Lengsfeld/dessen nachkommen an dem Chur-Mayntzifchen, Fürstlich-Sächsischen und Heßischen Hofe diewichtigsten ehren-ämter bekleidet. Hans Berthold, war Eise-nachischer Hof - Marschall; von dessen söhn und enckel hernach.Ludwig ist Fürstlicher Fuldischer geheimer Rath gewesen , dessenältester söhn, gleiches nahmens, war an. * t 18. Fürstlicher Heßi-scher Statthalter, Vormundschaffts-Regent LandgrafPhjlippides aroßmuthtgen, wie auch Land-Hofmeister; der jüngsteaberlnahmens Georg, der Rechten vocstor, und Heßlscher gehei-mer Rath,hat sich in unterfchiedenenGesandtschafften gebrauchenlassen. Reinhard von Boineburg zu Bischhausen, Ritter, waran. 1479. LandgrafHermanni zu Hessen Hofmeister, von dessenältesten söhn, nahmens Curt, besonders. Carl von Bvmeburg,Hessen-Casselischer Brigadier , bekam an. 1704. in der schlachtbey Hochstädt den Fraiizosischen Marschall von Lallard gefan-gen , und wurde nachgehends General-Major und Ober-Jager«

meister. Um diese zeit war George Philipp, des Franckischenkreises General-Feld-Marschall-Lieutenant. An. 1716. warGeorge Heinrich Sachsen-Gothaischer Ober-Hofmeister, und einsöhn Eitel Georgens, der der Reichs-Ritterschafft in FranckenRath und Truhenmeister gewesen. Die linie,/o sich in Schwa-ben niedergelassen, nennet sich Bemel oder Bömelburg, vonderselben war an. 1718. Honorius Baron von Bömelburg Ls-ximlsris des Stifts Kempten. Spangenb. Adelst), k. I. x>.6y;.;2i. k. II. 104. 22z. log. oper. kerslä. k. fpec. p. ;94- i.t.chsst. Xobil. k. III. Humb. vom Rhein. Adel , rsb. 2Z0. feg.

Boineburg, (Curt oder Conrad) insgemein der kleine Hessse genannt, war ein berühmter kriegs-held, und stund bey demKayser Carolo V. in grossen gnaden, so daß er ihn auch in denFreyherren - stand erhoben. Die ersten proben seiner tapferkeitlegte er an. 152z. in der schlacht bey Pavia ab; dahero der com-mandirende General Fronsberg, in folgendem jähre, als ihm ei-ne Unpäßlichkeit zugestoßen, kein bedencken trug, selbigem seingantzes commando anzuvertrauen. Hierauf eroberte er die stadtRom mit stürm, belagerte den Papst Elementen, VII. in der En-gelsburg, und nöthigte ihn zu einer vortheilhafften capitulatton,vermöge deren er den Kayserlichen völckern 4. tonnen goldes be-zahlen sollte. Weil aber die Zahlung von Päpstlicher feite nichterfolgte, so gerieth er dadurch in leibs-und lebens-gefahr, bis erseine schwänge soldaten mit seinen eigenen Mitteln in etwas be-friedigen konnte. An. i?28. beschützte er die stadt Neapolis widerdie Franzosen, und als diese unverrichteter fachen davor abziehenmusten, gieng er ihnen auf dem fusse nach, und machte grossebeute. An. ,;;2. wohnte er der belagerung der stadt Florentzmit bey, ließ auch in eben diesem jähre seinen tapfern muth widerdie Turcken sehen. Ay. 1542. trug ihm das Römische Reich imdamaligen Türcken-kriege das commando der infanterie auf,wo-bey er sich ungemein wohl verhalten, und unterschiedliche Plätzeerobert. In dem Schmalkaldischen kriege diente er dem Kayser, -und nahm an. 1547. das Haus Mansfeld ein. An. i;;-?. warer mit in dem treffen vor St. Quintin. Sonsten soll auch die-ser mann grosses glück im spielen gehabt haben, wie er dann inder belagerung Florentz Philiberten, Printzen von Oranien,allesgeld, welches ihm der Papst Clemens vll. zu bezahlung deskriegs-volcks gesendet, mit einander abgewonnen; und weilenihm damit auf einmal alle wege, mit ehren aus der fach zu kom-men, abgeschnitten wurden; so ward dadurch Oranien am mei-sten angesporret, auf alle weise dahin zu trachten, daß dem kriegeein geschwindes ende gemacht würde. Derowegen er auch, als dervon ihm vorgeschlagene vergleich nicht gleich zum stand kam, undhingegen der Florentinische General-Lommillsrius, Ferucci, mitdem entsatz anruckte, so verwegen und schier verzweifelt in dessentrouppen hinein setzte, daß er darüber sein leben eingebüßet. Erhat sich in Schwaben niedergelassen, und mit Susanns vonNeuhaustn, des Freyherr» Hans Dietrich Schenck von Win-terstädten Wittwe, einen einzigen söhn gleiches nahmens genü-get, der an. ,591. vor Trvyes in Franckreich geblieben; seine po-sterität aber florirt noch jetzo in Schwaben. George und Ca-spars von Fronsperg leben und kriegs-thaten. 8wris

kior. Humbr. vom Rhein. Adel, tsb. 2,1. feg. Spangenb.Adelst). ?. II. x. 2; 6. leg. Hv«. op. kerslä. k. fpec. p. ,94. fg.*

Boineburg, (Johann Christian, Freyherr von) Kayserli-cher und Chur - Mayntzischer geheimer Rath, wie auch Ober-Hof-Marschaü, war zu Eisenach den 12. apr. an. 1622. geboh-ren. Nachdem er zu Jena, Lelmstädt und Marpurg studirt hat-te, gieng er an. ,642. an den Eisenachischen und von dar an denHeßisch-Braubachischen Hof, allwo LandgrafJohannes residier-te. Dieser schickte ihn an. 1645. nach Stockholm, von dannen erdas folgende jähr zurück kam, und sich einige zeit in Sachsen auf-hielt. An. 1648. begab er sich aufs neue an des ermeldten Land-grafen Hof, und that demselben in den streitigkeiten mit seinen,bruder, Landgraf Georgio II. gute dienste. Als dieser nebstChur-Mayntz ernennet worden, einige zwischen den benachbartenentstandene niißhelligkeiten beyzulegen? kam er an. iL;o. im dec.nach Franckfurt. Hieraufwurde er nach Ost-Frießland, Schwe-den und an den Gothaischen Hof beruffen, er schlug es aber allesaus. Doch an. ,6z6. nahm er die Catholische religion an, undbegab sich in des Churfürsten Johannis Philipp, zu Mayntzdienste, von welcher zeit an fast nichts wichtiges in dem Römi-schen Reich ohne ihn ausgemacht worden. Also wurde er nachFerdinandi III. tode nach München geschickt, allda sich zu er-kundigen, ob selbiger Churfürst die erledigte Kaysers-würde an-zunehmen gesonnen wäre: desgleichen wohnte er den Reichs-versammlungen zu Regenspurg zum öftern bey. Nachdem ersich aber von tag zu tag grösseres ansehen bey den höchsten Pml-fancen zuwege gebracht, und an dem Mayntzischen Hose ansehn-liche chargen, welche des Churfürsten eigener bruder gern gehar,hätte, verwaltete, auch über diß dem Churfürsten selbst etwas zugroß werden wollte, wurde er an. i66;. seiner würden entsetz^und in gesangliche verhaßt gebracht; dazu sich diese gclegentMereignete, daß man einen schimpflichen brief bekam, den er wwerRetffenbergium geschrieben, den man an seine statt in Frank-reich, um hülffe wtderErfurt zu erhalten,geschickt hatte.We,l avs,unter seinen übrigen schriften nichts verfängliches anzutretenwar, wurde er nach 5. monaten aus dem gefängnis wieder erm»stn, muste aber vorher» angeloben, aufkeine raache zu gedenckemworaufder Churfürst seines bruders söhn Boineburgs tochter zugemahlin gab. Nach der zeit begab er sich zur ruhe, hielt Mauf seinen güthern, wie auch zu Franckfurt auf, lag den