Band 
Zweyter Theil. Bi - C.
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zum obersten Präsidenten ernennet, starb aber noch in diesemjähr von einer übel gelungenen operativ« zu Versailles, undward zu Paris in die kirche St. Honore begraben. Er warein verständiger und geschickter , aber dabey jähzorniger undhochmüthiger mann, daher er sich unter den Printzen vomgeblüt und den Grossen des Hofs viel feinde gemacht, auch zumancherley fpott-schriften, die sowol vor als nach feinem todzum Vorschein gekommen, und darinnen ihm unter andernseine neigung gegen das frauenzimmer oft vorgeworffen wor-den, anlas gegeben ; wiewol ihn einige wider alle diese beschul-digungen rechtfertigen wollen. Seine zahlreiche bibliotheck,die er von dem Äbt Bignon um 48000. livres erhandelt, istnach seinem tobe in Holland in öffentlicher uuÄion verkauftetworden, gn. 172z.

* Bors, (Gerhardus äu) ein Priester aus der brüderschafftdes Orstoril, ward gebohren zu Orleans in dem jähr 1629.Sein vatter war Gerhardus äu Bois , Schreiber und Xom-rws gemeldter stadt, und seine mutier Claudina Gervast. Erbegab sich in das Orstoiium in dem jähr iü;o. in dem 21.jähr seines alters; lehrete auch daselbst unterschiedliche jährlang die Humsuioru und Lketorisam. Er war allezeit einliebhaber der Historie, und liesse in dieser wissenschafft sowolin denen in dem Haus St. Horrors zu Paris, dahin er vonseinen Superioren beruften wurde, sonderbaren, als auch indenen von ihm zwey jähr lang zu St. Magloire öffent-lich gehaltenen Unterredungen, sehr vrel erkanntnis und erl-ist sehen. Die grosse anzahl der gelehrten leuthen , die seinenlectionen beywohneten, war ein beweisthum seines verdiensts.Er arbeitete an der cdition des letzten bands der kirchen-histo-rie des k. le Cointe, und wurde von dem Herrn Harlay , Ertz-Bischoffen von Paris, ausersehen, die kirchen-historie von Pa-ris zu schreiben. Er schrieb davon einen band, welcher indem XI. Istculo endigte , und in dem jähr 1690. ausgedrucktwurde. Der andere wmus, so er bey feinem absterben hinter-lassen hat, gehet bis in das XV. Lculum. Solcher begreiftviele LÜ3 in sich, welche niemalen zum Vorschein gekommensind, und wurde dieser zweyte band in dem jähr 1710. an taggegeben. Man gab alsobald dem ?. cle lu Ripe beseht, dasmanuscript des k. äu Bois , so er sehr mangelbar fände, zuübersehen. Da ihm aber eine andere arbeit aufgetragen wur-de , brachte der L. Desmolets das werck des l'. äu Bois zumstand, und dedicirte es dem Cardinal von Noailles. Der k.ciu Bois starb zu Paris den 15. Heumonat an. 1696. Manbehaltet in der bibliotheck der kk. des Omwrii zu Paris zweyvolum. in fol. insnnstript. von seinen über die Historie und dieLonciliL gehaltenen Unterredungen. L« , bibl. äL8sut. escles. äu XVII. liesst, tom. IV. -iV-Moste- xour lervir ä1'kiüoire äe8 bommes iiststres, Le. wm. V. p. 151.

* Bois äs st Pierre, (Louise Marie) von Lanfernat, Frauvon Courteilles st Guerin , von Teil le Chamoteux und andernHerrschafften in Normandie, und gemahlin Francisci cle l'Os-mone, Herrn von Bois äs st Pierre, Gefreyten der Königli-chen leib-garde und Rittern des St, Ludwig-ordens , war mdem schloß Courteilles den 4. dec. an. 166;. in der Reformir-ten religion gebohren und auferzogen worden; Nachdem aberihre eitern zu der Römisch - Catholischen übergetreten , hat siesamt ihrer schwester der Madame äs Courteilles diesem exem-pel nachgefolget. Sie verlohr ihren mann in der schlackst beyMalplaquet an. 1709. Dieser Verlust gieng ihro so tief zuhertzen, daß sie niemals zu einer zweyten ehe schreiten wollte,sondern ihr einiges vergnügen in dem Umgang mit gelehrtenund tugendsamen Personen suchte. Sie besaß einen sattenverstand , grosse wissenschafft und sonderbare tuchtigkeit zu derticht-kunst, auf die sie sich von jugend auf gelegt hatte, undschrieb mit solcher richtigkeit und fertigkeit, daß auch die be-ste Verfasser sich ihrer schreib - art nicht zu schämen hätten.Sie ward von vielen Gelehrten über ihre fchriften zu rath ge-zogen , und urtheilest allezeit mit grosser einsieht darüber. Manhat auch von ihro verschiedene wercke in ingmistripeis, welchewohl verdienten in den druck zu kommen, als: I/kliüoirs äuUonastere äs st Lkstst-Vstu; sie hat dieses werck verfertiget,theils weilen ihre schwester in diesem kloster sich befindet, theilsauch weilen solches in ihrer Nachbarschaft! stehet. IWoste äsIstnsstime mailon äs lststst. Der berühmte Benedictiner k.Montfaucon, mit dem diese Dame in bekanntschafft gestan-den , hat auch von ihro viele wichtige beytrüge zu seinen Isto-nurnsus äs st Monarchie Vranqolst erhalten. So ist sie auchdem L. Simpliciano Augustiner-ordens mit vielen seltenen Nach-richten beygesprungen zu seiner Hiüoire Oeneulogiyus cle stMailon Koysle äe krause. Man hat eine grosse anzahl brie-fe von vielen Gelehrten, nach ihrem zu Courteilles den 14. sept.an. i?zo. erfolgten tode, in ihrem cabinet gefunden. LloZe äsKacstme äs Lost äs st klerre, in dem Mercure äe krause,kevrier 17; r-

* Bois, (cku) ist der nähme zweyer gebrüdern, welche zwarin Holland gebohren waren, ihr leben aber in Engelland zu-gebracht haben, und auch allda verstorben sind. Sie waren sovortrefliche portraits-mahler, daß jedermann sein bildnis vonihrer Hand zu haben wünschest. Auf diese weise, da sie benebstohne weid, linder und bediente aufs kargeste lebten, sammeltensie ein grosses geld zusammen. Nach dem tode des ältern, ver-heurathete sich der an sich selbst auch schon sehr alte jüngere

bruder mit der tochter des berühmten mahlers Wilhelm vanäe Velde, und beschleunigte dadurch seinen eigenen tod ; er ließin demselben seine wittwe in dem völligen besitz des durch ihnund seinen bruder mit so grosser mühe erworbenen guthes.Groß allgem. Holl. Lexicon.

* Bors, oder Boyse, (Johannes) ein grundgelehrter En-gelländischer Isteologus, war gebohren zu Nettlestead in Suf-folk den z. jan. an. i;6o. Sein vatter Wilhelm Bois, Pfar-rer zu West-Stow bey St. Edmunds-Bury in Suffolk, hat ihnschon in dem sechsten jähr seines alters Hebräisch gelehret.Nachwärts kam er an. 1575. in das Johannis-Lollegium zuCambridge, und ward hernach auch ein 8ociu8 darinn. Er hat-te sich ehemals vorgenommen, die Artzney zu studiren, es beuch-te ihn aber, von welcher kranckheit er in den büchern lese,dieselbe bekomme er auch selbst. Den 22. junii an. 158;. wardihm der priesterliche orden zugelegt. Er hielt eine ungemeinwohl-gestellte rede an. 1595. bey dem tode des Dr. WilhelmWhitakers, welcher Ober-Aufseher des LolleZü St. Johan-nis war. Nachdem er zehen jähr lang LeNor der Griechi-schen sprach in diesem LoUegin gewesen , erhielt er nach seinesvatters tode dessen stelle zu West-Stow, die er aber bald wiede-rum aufgab , und die Caplan-stelle bey dem Grafen vonShrewsbury annahm. In dem october an. 1596. erlangteer die Pfarr-stelle zu Boxworth in Cambridgeshire, und heu-rathete die tochter seines vorfahrn. Er war in dem ansangder regierung Königs Jacobi 1 . einer der verordneten Überse-tzern der heil. Schrift, und stund Henrico Savilio in der aus-gäbe seines Chrysostomi getreulich bey. An. 161z. ernennteihn Dr. Andrew, Bischofs von Ely, zu einer kiLbeuä» seiner kir-che , ohne hiezu von jemanden angesprochen zu seyn. Er wardauf gleiche weise zu einem mitglied des von Jacobo I. gestiftetenneuen LoUegii zu Chelsea ernennet. An. 1628. begab er sich na-her Ely, allwo ihm sein weib starb an. 1642. Wann er indem spatziergang etwan ihm nicht annehmliche gesellschasflantraf, so war seine gewohnheit in einem buch zu lesen; son-sten hat er noch in seinem hohen alter täglich 8. stunden aufdie studien, sonderlich auf lesung alter Griechischer scribentenangewendet. In der grammatick war er sehr wohl erfahren,und hatte über 60. Lateinische, Griechische, Hebräische und Sy-rische grammaticken mit grossem fleiß durchlesen ; Thomas Li-nacer war derjenige, den er in ansehung der Lateinischen sprachüber alle andere erhub. Er studirte immer stehend, in der mey-nung, daß solches für seine gesundheit dienlicher wäre. Sitt-samreit , aufrichtigkeit und ein gantz liebreicher Umgang war,was ihn von vielen unterschieden hat. Er starb den 14. jen-ner an. 164;. seines alters 8z. jähr und n.tage. HenricusSavilius nennet ihn in seinen nocks über den Chrysostomumingsniolillimum L äoÄMmuin Lo^kum. Clericus sagt in fei-ner Libliorlregue Universelle an. 1690. es habe Bois eine schutz-schrift für die Verlionern vuiMlam X. 1) geschrieben, in wel-cher er nicht nur Erasmum und Bezam tadle, daß sie davonabgewichen wären, sondern auch alle andre neue Verlioue8 ver-werffe ; der titul dieser schrift ist : Lollatio vererb Interpret!»curn guibu8äsrn aliis recentioridus. Englischer

* Bois, (Philippus äu) ein Doäkor 8orbonnicu8, gebürtigvon Chouain in der viceces von Caen, bekam die stelle einesClerc bey der Königlichen capelle, und war auch eine zeitlangPrincipal des Lollegü äe lVIaicre-Oervai8 zu Paris, welchesamt er aber niederlegen muste, weil sich die studenten allzusehrdawider setzten. Nach diesem ward er Llbliotkecarius desErtz-Bischoffs zu Rheims, le Tellier, und erlangte letztlich einCanonicat zu St. Etienne äe8 Grez, allwo er auch den 17. fcbr.an. 170;. im 67. jähre seines alters, starb. Man hat von ihmeine aufläge des Catulli, Tibulli und Propertii, in ulinn vel-xkini, da er sich Phil. Silvium genennet; ingleichen den ca-talogurn von der Libliotlieca Tslleriana , den man sonst demNr. Element unrecht zugeschrieben. Über dieses aber hat erauch an der edition von des Jesuiten Joh. Maldonati wer-cken an. 1677. den grosten «»theil gehabt. , origines ä-

Laeu, x. 410.

* Bois , (Stephanus äu) genannt von Bretteville, war zuBretteville lur Bordel , nicht weit von Caen , an. 1650. aus ei-nem adelichen geschlecht gebohren, und trat an. 1667. in tuegesellfchafft der Jesuiten, verließ aber dieselbe an. 1678. undstarb im dec. an. 1688. Er hat die letzten io. jähre seineslebens meistentheils mit unterrichtung junger Geistlichen Mdem predigen zugebracht,, und zum behuf derselben l'Lloguea-ce äe la ctrairs äu burreau ; Llläi3 äe Iermon8 pour le Os-lörne, L WU8 le8 Vimsncke8 äs 1'snues; ingleichen Lss^äe ksueg^rigue8 , heraus gegeben. , origiue8 äs Lsön,

x. 40z.

* Bors, oder Stlvrus, (Andreas) ein Prior der AbceyMarchienne in dem Bißthum Arras, lebte in dem XII. Is-fu-1 c>. Er schrieb auf einrathen Petri Bischoffs von Arras eimHistorie von den Königen in Franckretch ersten geschlechts, unl^dem titul: De Letzu8 gellis L 8uecellions Legum Lruncoruwex kkmilia üleroviugicu, welches das gleiche ist , so DvM R«-phael von Beauchamp in dem jähr ie>;;. zu Äouay mit ammerckungen unter dem titul 8M0piec>8 VrAnco-MerovinAssf)bekannt gemacht hat. Andreas äu Bois hinterließ annoch umterschiedliche tractate, und starb in dem jähr n 94. ^

M ftuoxs. hihi. LsIZ. Lc. ^